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Was für China das Gold ist für die USA das Papier...

Von: A. Radan - 03.02.2011

Meine Lösung ist, genügend Goldaktien zu besitzen, so dass ich glücklich wäre, die Erholung des Goldpreises zu sehen, aber ebenfalls genügend Cash zu haben, so dass ich gleichfalls glücklich wäre, den Goldpreis fallen zu sehen, denn dann könnte ich meine Positionen zu attraktiveren Preisen vermehren. Es ist eine Gewinn-Gewinn Position und mit Sicherheit behebt es schlaflose Nächte voller Sorgens darüber, was der Markt nächste Woche anstellen wird".

Paul Van Eeden


Beim Goldpreis war die letzen Tage ein Rückgang zu beobachten (wie übrigens auch beim Öl):



Quelle: http://www.ariva.de/


Und der Goldpreis könnte sogar noch tiefer fallen, wenn er sich an das häufig zu beobachtende Muster hält: ein jahrelanger anhaltender Anstieg (bei Gold immerhin zehn Jahre), der schließlich Spekulanten anlockt, die auf den Zug aufspringen wollen, woraufhin das Ganze aus dem Ruder läuft. So funktioniert es in der Regel.

Was Sie bedenken sollten: Gold ist das Medium, mittels dessen Bubble-Perioden korrigiert werden, denn die „heiße Luft“ der Blase wird sozusagen mit soliden Werten aufgefüllt. Und um dieser seiner Bestimmung vollends gerecht zu werden, muss das Gold noch einiges leisten. Vor allem im Hinblick auf die Bubble-Exzesse in den USA stehen noch diverse Korrekturen an. Um das nachvollziehen zu können, halten Sie sich einmal vor Augen, dass wohl noch ungefähr ein Viertel aller Hausbesitzer in den USA Land unter sind mit ihren Hypotheken. Und vergegenwärtigen Sie sich ferner, dass die US-Finanzindustrie auf einer Menge Papier sitzt, und zwar mit dem geheimen Einverständnis der Fed: hypothekarisch gesicherten Wertpapieren im Wert von Billionen Dollars, die angeblich „gute Kredite“ sein sollen.

Darüber hinaus stehen in den USA sicherlich noch einige Bankrotte ins Haus, ganz zu schweigen von einer Deflation der Anlagenpreise. Und im Zuge all dieser Bewegung könnte es auch zu einem weiteren Rückgang beim Gold kommen.

Seien Sie in jedem Fall versichert, dass Sie sich als Golderwerber nicht allein auf weiter Flur befinden. Tatsächlich haben Sie sogar ausgesprochen starke Konkurrenz. Denn sehen Sie, Gold – oder präziser noch: Gold als Repräsentant für die Idee eines nachhaltigen Wertes - ist sozusagen das Perpetuum Mobile eines Marktes. Nationen (wie auch Individuen), die reich und stark werden, häufen Gold an. Diejenigen, die arm und schwach werden, geben es ab. und so geht es immer weiter und immer weiter und immer weiter...

Die Financial Times berichtete erst Mitte Januar in ihrem Artikel Gold prices buoyed by China demand (Goldpreise bekommen Auftrieb durch Nachfrage aus China):

„Händler haben gesagt, dass die Goldverkäufe nach China seit Weihnachten um 30-50 Prozent gestiegen waren, was die Kosten von Kilo-Barren in Hongkong um mehr als 3 $ pro Unze über den Marktpreis von Gold getrieben hat, das höchste Niveau seit 2008 und ein Hinweis auf die Knappheit auf dem physischen Markt.

Die physische Nachfrage ist in China Anfang des Jahres in die Höhe geschnellt", sagte Walter de Wet, Leiter der Warenforschung bei Standard Bank.

Die Welle der asiatischen Käufe hat die Goldpreise bei ungefähr 1.360 $ pro Feinunze  abgestützt, sagten Händler und Analysten.

Der Preis des Metalls ist 4,6 Prozent gefallen von seinem Rekordpreis im Dezember von 1.430,95 $ und wurde am Freitag bei 1.364,10 $ gehandelt, während der Optimismus über die Aussichten für das US-Wachstum westliche Investoren dazu verleitet hat, ihre Aufmerksamkeit weg von Gold auf andere Waren und Aktien zu lenken. "Wir haben eine ausgewogene Situation, wo ein Teil der Welt kauft und der andere Teil verkauft", sagte ein führender Händler in Hongkong. Chinesische und indische Investoren wenden sich zunehmend dem Gold zu, um die Ersparnisse vor den rasant steigenden Nahrungsmittelpreisen zu schützen.

In Indien kletterten die Investorenkäufe von Goldbarren um 80 Prozent auf einen Rekord von 144 Tonnen im letzten Jahr, gemäß GFMS, dem Edelmetall-Beratungsunternehmen, während in ganz Ostasien das Horten von Barren um 125 Prozent auf einen 15-jährigen Höchststand gestiegen ist.“

Chacun à son goût! Während man in Asien ganz offensichtlich eifrig dabei ist Gold anzuhäufen, hält man sich in den USA offensichtlich lieber an Papiergeld. Für das erste Halbjahr hat die US-Notenbank bereits rund 600 Milliarden US-$ auf dem Zettel.

Und rein optisch betrachtet macht das sogar Sinn – zumindest aus der Perspektive der Notenbank: lässt sich doch mit scheinbarer Liquidität die faktische Zahlungsunfähigkeit maskieren und mittels einer Inflation eine gepflegte Deflation verschleiern.

Die Fed sorgt für die Liquidität und arbeitet daran, die Geldmenge immer weiter aufzublähen. Mit was? Papier(geld)! Solange Geld am Fließen ist, scheint schließlich alles ok zu sein...

Nur so funktioniert es leider nicht. Denn die Erfahrung aus den Finanzkrisen der vergangenen acht Jahrhunderte hat immerhin gezeigt, dass ruhige Perioden nicht auf immer und ewig anhalten. So haben es die akribisch betriebenen Untersuchungen der Autoren und Wissenschaftler Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff in ihrem Buch Dieses Mal ist alles anders: Acht Jahrhunderte Finanzkrisen ergeben.

Deshalb, getreu nach der Devise „Der kluge Mann baut vor!“, kauft der kluge Investor Gold voll der Hoffnung, dass der Preis für Gold noch weiter fällt, so dass er noch mehr kaufen kann.

Allerdings scheint das erst einmal nicht der Fall zu sein, denn nach den Prognosen der GFMS von Mitte Januar wird das gelbe Metall im Gegenteil in diesem Sommer noch auf 1.500 US-$ klettern, und damit nicht genug, laut ihrer Prognose könnte gegen Ende dieses Jahres bzw. Anfang des kommenden Jahres gar noch 1.600 US-$ erreicht oder gar überschritten werden. Unterstützend für diese Goldpreis-Entwicklung könnten sich die lockere Goldpolitik der USA und die Eurokrise auswirken. „Der Markt reagiere auf Meldungen über die Verschuldung in Europa, den USA und Japan sowie auf Maßnahmen wie die Quantitative Lockerung und deren Auswirkungen auf den Wert des US-Dollars“, erfahren wir von Goldseiten.de.

Gutes Investieren!


Unser Buchtipp zu diesem Thema:

Dieses Mal ist alles anders: Acht Jahrhunderte Finanzkrisen


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Gold. Die Währung der Zukunft


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