
Bei den Goldaktien werden wir gerade Zeuge eines Korrektur-Modus.
So ist der Market Vectors Gold Miners Fund (GDX) um 11% gefallen. Bei diesem Fonds handelt es sich um einen Korb mit großen Goldaktien. Die Small-Cap Goldaktien waren hingegen noch schlechter dran. Denn hier mussten zumindest einige von ihnen in demselben Zeitraum 15% nachgeben.
Bedeutet das jetzt automatisch eine Kaufempfehlung für Kapitalanleger? John Doody beantwortet diese Frage schlicht mit "ja".
Doody ist spezialisiert auf Goldaktien, und das schon seit rund dreißig Jahren. Er unterhält eine eigene Website: Gold Stock Analyst.
Hier erfahren wir über ihn, dass seine Goldaktien-Analyse auf seiner einzigartigen Perspektive basiert. Denn seine Ausbildung in „Gesteinen“ beschränkt sich auf einen Lehrgang in "Einleitender Geologie" an der School of Mines an der Columbia University, während seine Schwerpunkte doch eher in dem Bereich der Volkswirtschaft [BA - Bachelor of Arts mit Doktor-Grad] und Finanzen [MBA - Master of Business Administration] lagen. Nach annähernd zwei Jahrzehnten Lehrtätigkeit als Professor für Volkswirtschaft interessierte er sich zunehmend für Gold, nicht zuletzt aufgrund seines profunden Misstrauens Politikern gegenüber: „Um denjenigen zu dienen, die sie gewählt haben, versuchen Politiker immer, neun Scheiben aus einer acht Scheiben-Pizza zu bekommen. Wie machen sie das? Sie entwerten die Währung via inflationärer Wirtschaftspolitik.“
Bei seinem anfänglichen Studium der Goldaktien musste Doody feststellen, wie schwer es ihm fiel, zu einer Entscheidung zu kommen, welche Aktie er denn nun kaufen sollte. Schließlich hatten alle Gesellschaften dasselbe Endprodukt, nämlich Gold. Unterschiede gab es jedoch im Hinblick auf ihren Aktienkurs, ihre Marktkapitalisierung sowie ihr Produktionsvolumen und ihre Reserven. Und das faszinierte ihn und reizte ihn umso mehr, sich noch intensiver mit der Materie auseinanderzusetzen. Und genau das tat er dann auch.
Seit drei Jahrzehnten schreibt er über seine Beobachtungen und Erfahrungen bei der Entwicklung der Goldaktien. Und da hat er eine Menge vorzuweisen, schließlich gab es in seiner beruflichen Laufbahn mehr als nur einen Boom-and-Bust Zyklus.
Doody ist aufgrund seiner Beobachtungen zu der Überzeugung gelangt, dass Goldaktien das Metall mit der Zeit in dem Verhältnis von durchschnittlich 2 zu 1 überbieten.
Derzeit sind die Goldpreise jedoch stabil, während die Goldaktien fallen. Das Metall hat große Golderzeuger um immerhin ungefähr 12% überboten.

Doody schätzt dieses Bild - Rückzug bei den Goldaktien bei gleichzeitiger Aufwärtsbewegung der Goldpreise - als Kaufgelegenheit ein.
Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt, der Doody dazu bewegt, derzeit Goldaktien zu favorisieren, und das ist der "Realzinssatz" bzw. präziser ausgedrückt der Umstand, dass der Realzinssatz negativ ist. Der Realzinssatz ist die Ertragsrate auf Ihrem Bargeld in der Bank minus die Inflation.
Um das zu verstehen, müssen Sie sich vor Augen halten, dass Gold keine Zinsen einbringt. Wenn Sie hingegen Geld zur Bank bringen und es dort einen guten Zinssatz einbringt, ist es logischerweise attraktiver, Bargeld zu halten als leb- und ertragsloses Edelmetall.
Gegenwärtig haben wir es jedoch mit einem Szenario zu tun, wo die Zinssätze der Banken derart niedrig sind, dass Ihnen Cash auf der Bank so gut wie nichts einbringt. Dazu kommt in den USA eine Inflationsrate von mehr als 1,5%. Der Realzinssatz wird dadurch negativ, Cash verliert somit an Wert, Gold wird wieder attraktiver.
Als goldene Regel können Sie sich also merken: In Zeiten negativer Realzinssätze steigen Goldaktien. Zumindest in den USA ist angesichts des weiterhin schwächelnden Arbeitsmarktes und des geringen Wirtschaftswachstums schon jetzt abzusehen, dass der Realzinssatz weiterhin negativ bleiben wird, wohl für noch weitere zwei Jahre, wenn nicht länger. Soweit also Doodys Argumentation, warum er derzeit den fallenden Goldaktien den Vorzug gibt.
Ganz grundsätzlich sollten Sie wissen, dass Goldaktien häufig als "Hebelinvestment auf den Goldpreis" deklariert werden. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn Sie bedenken, dass steigende Goldpreise naturgemäß in anziehenden Goldaktien resultieren. Für diese Wechselbeziehung gibt es mehrere Gründe:
Behalten Sie bei Ihren Entscheidungen aber immer das Gesamtbild im Auge und treffen Sie Ihre Entscheidungen nicht aufgrund eines einzelnen Indikators. Sobald Sie jedoch feststellen, dass vermehrt Kaufsignale auftreten bei unterschiedlichen Indikatoren, dann können Sie davon ausgehen, dass Sie den optimalen Zeitpunkt zum Kaufen erwischt haben.
Gutes Investieren!

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