
Gold wiegt schwer!
Stellen Sie sich bitte einmal eine gigantische Waage vor: Auf die linke Waagschale legen Sie alles Gold, das jemals abgebaut worden ist. Auf die rechte Waagschale packen Sie jeden Acre Ackerboden in den Vereinigten Staaten plus zehn Gesellschaften mit der Größe von ExxonMobil. Und Sie werden feststellen, Sie könnten auf die linke Waagschale immer noch 1 Billion $ draufpacken, um zu erreichen, dass sich die beiden Schalen schließlich annähernd im Gleichgewicht befinden.
Würden Sie lieber einen glänzenden Metallwürfel haben oder Anlagen im Wert von Billionen Dollars, die tatsächlich Vermögen erzeugen?
Das ist in etwa Frage, die der findige Warren Buffett, der erfolgreichste und wohl berühmteste Investor der Welt, in einem kürzlichen Interview mit Fortune provokant in den Raum stellte.
Ganz offensicht mag Buffett kein Gold, weil es seiner Meinung nach keinen inneren Wert besitzt.
Es lässt sich nicht abstreiten, wo er Recht hat, hat er Recht. Der weitaus grösste Teil des Goldes in der Welt liegt einfach herum und sammelt Staub an. Nur sehr wenig davon wird für industrielle Zwecke verwendet. Bei einem Preis um die 1.400 $ pro Unze werden die jeweiligen Industrien zusehen, dass sie so wenig wie irgend möglich von diesem kostbaren gelben Metall verwenden, um ihre Produktionskosten im Rahmen halten und weiter wettbewerbsfähig bleiben zu können.

Quelle: www.ariva.de
Die Überlegung des inneren Wertes hat sicher ihre Berechtigung, vor allem für einen Value Investor, wie Buffett ihn so grandios personifiziert. Nicht berücksichtigt ist dabei jedoch das finanzielle Umfeld: Eine US-Notenbank, die nicht nur Kreditgeber letzter Instanz ist, sondern darüber hinaus noch über die einzigartige Möglichkeit verfügt, soviel Geld drucken zu können, wie sie nur will, und somit genügend Papiergeld in der Hand zu haben, das dann in die Wirtschaft gepumpt werden kann. Und daran dürfte auch der G20 nichts ändern, auch wenn jetzt von Reuters eine erfreuliche Meldung hereinkam:
Zum Auftakt des G20-Gipfels hat Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Etappensieg verbucht: Zu den von den USA geforderten Obergrenzen für Handelsüberschüsse von Exportnationen wie Deutschland und China wird es nicht kommen.
"Ich glaube, von dem Ansatz sind wir jetzt auch alle weg", sagte die Kanzlerin am Donnerstag nach der ersten Diskussionsrunde der Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) in Seoul. Zuvor entschärfte sie ihren Streit mit US-Präsident Barack Obama über die richtige Wirtschaftspolitik.
Die US Geld-Druckerpressen werden sicherlich noch bis zum nächsten Sommer auf Hochtouren laufen. Letzte Woche gab die Federal Reserve (Fed) jedenfalls eine Presseinformation aus, in der sie ankündigte, sie würde bis Juni 2011 Schatzwechsel im Wert von 75 Milliarden $ von pro Monat kaufen. Wohlgemerkt, diese Aktion versteht sich zusätzlich zu weiteren 35 Milliarden $ in Form von hypothekarisch gesicherten Schuldverschreibungen, um fällig werdende Hypothekenpfandbriefe zu ersetzen.
Die Fed gibt vor, dass es sich um eine höchst durchdachte Operation handle mit der ganzen Bandbreite komplexer Finanzwerkzeuge ähnlich den diffizilen Werkzeugen eines Chirurgen. Ein Kollege bringt es auf die drastische Formel: In Wirklichkeit handelt es sich um einen Schwachkopf mit einem Hammer. Der Hammer ist das Gelddrucken, und jedes Wirtschaftsproblem ist ein Nagel.
Solange es so leicht ist, Papier mit allen möglichen Symbolen zu bedrucken, die scheinbar irgendeinen Wert verkörpern, haben Sie hinreichend Grund, Gold zu besitzen.
Ob es sich bei Gold und Silber um preiswerte Anlagen handelt, steht auf einem ganz anderen Blatt geschrieben. Der entscheidende Punkt ist, dass Sie einen respektablen Wertstandard repräsentieren – vor allem im Hinblick auf den von der Fed gezielt entwerteten und geschwächten Papier-US-Dollar.
Überlegen Sie sich einmal folgende Frage: Haben Sie jemals in Ihrem Leben irgendetwas von Wert geschaffen, ohne auch nur ein Fünkchen Anstrengung dafür aufzuwenden? Wert wird nicht einfach so aus einer puren Laune heraus geschaffen. Wert wird geschaffen, indem Kapital produktiv eingesetzt wird, wie es bei der Förderung von Gold und Silber der Fall ist. Sie sollten Gold und Silber besitzen, weil sie den ultimativen Wertstandard repräsentieren.
Gold kann nicht gedruckt werden. somit könnte keine Notenbank der Welt Gold inflationieren. Es steht für reales Vermögen, und das schon seit 5000 Jahren.
An dem Wochenende 5.-6. November fand in der Event Arena in München erneut die Edelmetall- & Rohstoffmesse statt. Einer der zumindest in der Bergbau-Branche prominentesten Besucher der Messe war sicherlich Rob McEwen, die 'Gold-Legende'. Es heißt, ‚wenn McEwen spricht, schweigen seine Anhänger‘. Sein Ruf gründet sich auf seine 30-jährige Erfahrung in der Branche. Er hat Goldcorp. Inc, den drittgrößten Goldproduzenten Nordamerikas, gegründet und in den 19 Jahren unter seiner Leitung das Unternehmen von einem Börsenwert von 50 Millionen US-Dollar auf 10 Milliarden US-Dollar gebracht. Darüber befragt, ob wir uns hinsichtlich Gold in einer Spekulationsblase befinden, verneint er dies mit den Worten: „Davon sind wir noch weit entfernt. Erst wenn im sich im Restaurant die Gespräche um Gold drehen, haben wir die Übertreibung erreicht.“
Im Hinblick auf die Entwicklung des Goldpreises, den er für Ende 2010 mit rund 2.000 Dollar prognostiziert hatte, gestand er zu, dass er mit dieser Prognose wohl etwas verfrüht gewesen sei, diesen Preis aber in jedem Fall für das kommende Jahr erwarten würde. Auf Prognosen einer Steigerung des Goldpreises bis auf 10.000 Dollar hielt er zwar für möglich, wollte er sich allerdings nicht verbindlich darauf einlassen, denn „Man kann nie vorher sagen, wie verrückt sich die Massen verhalten, wenn eine richtige Goldeuphorie ausbrechen sollte. Dann ändern sich die Spielregeln.“
Dieses Phänomen wird sehr eindringlich geschildert in dem Buch Gier und Wahnsinn: Warum der Crash immer wieder kommt... .
Angesichts unserer vernetzten Welt, in der die sogenannten ‚sozialen Netzwerke‘ wie Twitter und Face Book schon zum guten Ton gehören und das weltweite Netz eine immer größere Bedeutung erlangt, kommt auch den Massenphänomenen aufgrund des erhöhten Multiplikationsfaktors eine immer größere Bedeutung zu. Zum Vergleich: Da beim Börsencrash 1929 hatte nur 10% der US-Bürger im Besitz von Aktien waren, waren auch nur 10% der US-Bürger direkt vom Crash betroffen. Heute sind jedoch bereits an die 90% der US-Bürger im Besitz von Aktien. Man muss nicht übermäßig viel Phantasie besitzen, um sich auszumalen, zu welchen verheerenden Konsequenzen ein erneuter Crash angesichts einer derartigen Verdichtung führen würde. Sentiments, die im jahre 1929 noch per Schneckenpost übertragen wurden, werden heute im Düsenjet transportiert. Und die Multiplikation der Geschwindigkeit multipliziert auch die Power.
Der Markt wird also hochgradig sensibel, und eingebettet in dieses hohe Potential für Schwankungen jeder Art gewinnt das Gold als Investment immer mehr an Attraktivität.
Gutes Investieren!

Gier und Wahnsinn: Warum der Crash immer wieder kommt...

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