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Vielversprechende Aussichten für Aktien für mindestens die nächsten sechs Monate

Von: A. Radan - 28.03.2010
Hafenverkehr Övelgönne - EMS

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"Immer wenn Charlie und ich für Berkshire Aktien kaufen, gehen wir diese Transaktion an, als ob wir uns in ein Privatunternehmen einkauften. Wir beachten die wirtschaftlichen Aussichten des Unternehmens, wir sehen auf die Menschen, die das Unternehmen verantwortlich leiten, und wir achten natürlich auch auf den Preis, den wir bezahlen müssen."
Warren Buffett

Sie brauchen nur die Augen und Ohren aufzusperren und werden keine Schwierigkeiten haben, auf bärische Prognosen für den Markt zu stoßen.

Dabei gibt es durchaus Lichtblicke in dem bedeckten Panorama, das der Markt derzeit zu bieten hat. So ist der S&P 500 immerhin um mehr als 70% gestiegen seit seinen Tiefständen im März 2009.


Quelle: onvista.de

Und der Russell 2000 Index, der als Barometer für die US Small Capsdient, kann einen beachtlichen 100% Zuwachs aufweisen. Märkte steigen zwar niemals geradlinig, aber mit dem Stand vom Dienstag dieser Woche lässt sich auf jeden Fall feststellen, dass der Aktienmarkt von den letzten 30 Tagen an stolzen 27 Tagen höher lag.

Großräumig betrachtet bietet sich uns ein etwas bedeckteres Szenario, um es mit gehörigem Understatement auszudrücken. First American CoreLogic, ein US-Unternehmen, das sich auf Recherchen und Analysen und Dienstleistungen rund um den US-Wohnungsmarkt fokussiert, hat festgestellt, dass 25% der US-Hausbesitzer Land unter sind mit ihrer Hypothek. Das ist überaus fatal, da es letztlich darauf hinausläuft, dass die amerikanischen Hausbesitzer mit ihren Darlehen auf einer höheren Verschuldung sitzen, als ihre Häuser überhaupt noch wert sind. Die Zahl der Zwangsvollstreckungen nimmt mit rasanter Geschwindigkeit stetig zu.

"Immobilieninvestoren in den USA drohen gigantische Verluste. So wie die Deutsche Bank haben auch andere deutsche Kreditinstitute auf dem Höhepunkt des Booms Großprojekte finanziert. Seitdem sind die Preise um 43 Prozent eingebrochen, sagt die Ratingagentur Moody's", heißt es auf wiwo.de.

Dank der ausgabefreudigen US-Regierung ist der US-Bundeshaushalt in diesem Jahr auf über 1,4 Billionen $ geschossen. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat er kein derart gigantisches Niveau erreicht: mehr als 10% des BIP, und das ist immerhin der Indikator für die wirtschaftliche Gesundheit und den Lebensstandard einer Nation! Und bitte beachten Sie: Nicht enthalten in dieser Zahl sind die 938 Milliarden $ für Obamas Gesundheitsreform. Und bei dieser Zahl dürfte es kaum bleiben, das hat uns die Geschichte gelehrt. Der Irak Krieg war vom Weißen Haus mit 50 bis 60 Milliarden $ veranschlagt worden. Die tatsächlichen Ausgaben belaufen sich auf bislang 700 Milliarden $, also ein Sprung von 1.000%, Tendenz steigend. Das haben Untersuchungen der National Inflation Association ergeben, einer Organisation, die es sich laut ihrer eigenen Aussage auf ihrer Website auf die Fahne geschrieben hat, "Amerikaner auf die Hyperinflation vorzubereiten und ihnen zu helfen, nicht nur zu überleben, sondern zu gedeihen in der aufkommenden hyperinflationären Krise".)

Die Arbeitslosigkeit liegt bei 10% bzw. 17%, wenn Sie die Anzahl der Teilzeitarbeiter berücksichtigen, die Vollzeitstellen suchen. Seit 16 Jahren hat es keine derart flächendeckende Beschäftigungslosigkeit gegeben.

All diese Risiken sind schon seit Monaten im Wall Street Journal, Barron's und in der New York Times nachzulesen, also nichts Neues.

Ein Aspekt geht in diesem bedrohlichen Szenario, wo die einzelnen Bürgen kämpfen, um ihre Hypotheken zu bezahlen und Vollzeitarbeitsplätze zu bekommen, allerdings unter:

Aktiengesellschaften erfreuen sich nahezu idealer Bedingungen für ein starkes Wachstum. Seit Jahrzehnten waren die Gegebenheiten nicht so günstig wie jetzt. Und den amerikanischen Gesellschaften geht es einfach gut.

Das wird anschaulich an den Zahlen der 500 US-Gesellschaften (Finanzgesellschaften ausgenommen), die fast 1,2 Billionen $ Bargeld halten oder mehr als 10% Vermögensanlagen. Solche Zahlen haben wir zuletzt in den 1960-iger Jahren gesehen. Und dieses Cash Polster bietet Potential, um entweder Dividenden zu erhöhen und somit die Attraktivität für Investoren zu fördern, oder um Mitbewerber auf dem Markt aufzukaufen, wenn der Markt nachgibt.

Aufgrund der rekordverdächtigen niedrigen Zinssätze können Gesellschaften ohne großen Kostenaufwand Darlehen aufnehmen und in preiswerte Anlagen investieren. Hier bieten sich vor allem die um 30 bis 35% gefallenen Immobilien an, die im ganzen Land zu haben sind.

In den vor uns liegenden 18 Monate werden noch zwei Drittel der rund 787 Milliarden $, die die US-Regierung als Stimuli vorgesehen hat, in den Markt fließen. Ein Teil des Geldes ist in den vergangenen beiden Monaten bereits in die Kreditvergabe an Kleinunternehmen sowie in Arbeitslosengelder geflossen.

Die höheren Unternehmensgewinne sind auch zurückzuführen auf die Emsigkeit von Millionen von Amerikanern, die härter arbeiten als je zuvor: Aus Angst vor Entlassungen werden geringere Entlohnungen in Kauf genommen und unentgeltlich Überstunden geleistet, denn kaum etwas ist so kostbar wie eine feste Anstellung. Die Nutznießer sind die Unternehmen, die mit höherem Output und gestiegener Produktivität schwarze Zahlen schreiben können.

Ein Faktor, der diese Entwicklung begünstigt, ist in den niedrigen Warenbestand-Niveaus zu finden, die auf die eingeschränkte Produktion nach der Überproduktion in den Jahren 2007 und 2008 zurückzuführen sind. Für einige Gesellschaften hat der Bestandsrückgang immerhin 70% ausgemacht. Leere Regale wollen gefüllt werden, somit gibt es für steigende Produktion auch wieder den entsprechenden Absatzmarkt. Hersteller wie Boeing und Caterpillar können deshalb ihre Produktion wieder ankurbeln.

Last not least gibt es dann auch noch 3 Billionen $ in Geldmarkt-Konten, brachliegendes Kapital, das nahezu keine Zinsen einbringt. Investoren, die dann wehmütigen Auges die steigende Aktienbörse sehen, wird dann natürlich der Mund wässrig bei der Aussicht auf endlich wieder mehr Gewinne. Gesellschaften, die jetzt ihre 1,2 Billionen $ Bargeld einsetzen, um ihre Dividenden zu erhöhen und damit ihre eigene Attraktivität für diese Investoren, sind gut beraten. Denn das bietet die beste Gewähr dafür, dass einiges brachliegendes Cash vom Spielfeldrand in die in Large Caps mit starken Bilanzen wie Verizon und McDonald's fließt.

So mancher Bär wird jetzt dahingehend argumentieren, dass damit schließlich nicht das wirkliche Big Money in den Markt hineinfließt und schon deshalb der Anstieg der Aktien mit Vorsicht zu genießen ist.

Laut einer kürzlichen Studie durch Standard & Poor's ist das durchaus normal. In dieser Studie wurden die voraufgegangenen vier Haussemärkte seit 1987 ins Visier genommen mit dem Ergebnis, dass das Geld im ersten Jahr erst zurückhaltend und langsam zu den Aktien strömte und dass sich dieser Zufluss erst im zweiten Jahr verstärkte.

Möglicherweise ist das auch der Grund für die Prognose von Goldman Sachs, deren Analysten beim S&P 500 von einer 13%-gien Markterholung von diesen Niveaus ausgehen.

All diese Beobachtungen und Erwägungen sollen und können nicht die Inflation schönfärben, die angesichts der niedrigen Zinssätze und rücksichtslosen Regierungsausgaben ins Haus stehen. Es wird drastische Steuererhöhungen geben für den Mittelstand und die Reichen, denn irgendwo muss das Geld schließlich herkommen, um diese gigantischen Schulden abzuzahlen. Und es ist nicht auszuschließen, dass es auch zu dem 5- bis 10%-gien Rückgang kommt, der von einigen Wirtschaftsexperten prognostiziert wird. Aber es gibt immer zwei Seiten zu einer Medaille: Jeder Rückgang wird auch kurzfristige Kaufgelegenheiten bieten.

Die niedrigen Zinssätze sorgen für ein reichhaltiges Cashpolster bei den US-Gesellschaften und stetig steigende Produktivität. Somit werden die nächsten beiden Quartalsberichte der Unternehmen stark ausfallen und ihre Aktien steigen.

Gutes Investieren!


Unser Buchtipp zu diesem Thema:

Warren Buffett. Auf Pilgerfahrt zum Orakel von Omaha


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