Startseite

Überreaktion des Marktes - eine kommende Gelegenheit

Von: A. Bold - 03.06.2010
Die Deepwater Horizon bei dem Brand 2010 - US Coast Guard - 100421-G-XXXXL- Deepwater Horizon fire / Wikipedia

Die Deepwater Horizon bei dem Brand 2010 - US Coast Guard - 100421-G-XXXXL- Deepwater Horizon fire / Wikipedia

Eine Katastrophe sondergleichen: Am 20. April 2010 explodiert im Golf von Mexico die Ölbohrplattform Deepwater Horizon und sinkt zwei Tage später. Seitdem strömt nahezu ungehindert Rohöl in das Meer: 800.000 Liter täglich! Informationen über die katastrophalen Auswirkungen mit Bilder der NASA  finden Sie bei Wikipedia Ölkatastrophe im Golf von Mexiko 2010.

Das obige Photo zeigt die Deepwater Horizon am 21. April 2010 (Quelle: Photo der US Küstenwache beim Löschen des Brandes nach der Explosion).

Und das Leck der Ölbohrplattform ist immer noch nicht abgedichtet. Es ist noch nicht einmal klar, wann die Verantwortlichen das Problem in den Griff bekommen. Ölgigant BP  hat seit dem Unglück rund 60 Mrd. Dollar an Wert eingebüßt. Angeblich richtet sich inzwischen auch die Staatsanwaltschaft darauf ein, strafrechtliche Ermittlungen gegen den Ölkonzern einzuleiten.

Die BP bis jetzt bereits entstandenen Kosten für Rettungsmaßnahmen und Schadensersatz beziffern sich auf rund 930 Mio. Dollar. Und dabei wird es definitiv nicht bleiben. Dem gegenüber steht ein Umsatz des Unternehmens in 2009 von 246 Mrd. Dollar mit einem Gewinn von 16,6 Mrd. Dollar.

Transocean, das Unternehmen, das als Leasinguntenehmen die Bohrinsel zur Verfügung gestellt hat, hat nicht ganz 43% seiner Aktie verloren.

Und die Börse hat unmittelbar reagiert. Die Kursverluste im Energie- und Rohstoffsektor zogen in ihrem Schlepptau auch den Dow Jones Industrieaktienindex (DJIA) in Mitleidenschaft, der dann noch in der letzten Handelsstunde ins Minus geriet.


Dow Jones Industrieaktienindex Januar bis Juni 2010


Dazu dürfte Präsident Barack Obamas Entscheidung beigetragen haben, für die kommenden sechs Monate keine weiteren Tiefsee-Ölbohrungen in der Region des Golf von Mexiko zu genehmigen.

Seit dem Deepwater Horizon-Unglück ist der Philadelphia Oil Service Sector Index (OSX) um 30% gefallen. Der gesamte Index wird jetzt für gerade einmal das 1,4-fache des Buchwerts gehandelt. Zum Vergleich: Vor der Finanzkrise von 2008 war dieser Index zweimal auf fast den 1,5-fachen  Buchwert gefallen. Sollten Sie zu der Zeit gekauft haben, dürften Sie inzwischen an die 200% und 300% verdient haben, vom Boden bis zur Spitze.

Investoren und Trader sollten sich an dieser Stelle jedoch fragen, ob mit dem massiven Ausverkauf der Ölaktien nicht vielleicht das Kind mit dem öligen Badewasser ausgeschüttet wird und ob dieser Abverkauf beim Rest des Ölsektors, der keinen Anteil hat an der Deepwater Horizon-Katastrophe, tatsächlich gerechtfertigt ist.

Wohl eher nicht. Denn bei einer Panikreaktion, in der die Stimmung des Marktes von einem Extrem ins andere rutscht, bleibt es in der Regel nicht. So tragisch dieses Unglück auch ist und wie weitreichend die Folgen auch auf dem globalen Markt noch sein mögen – wohl niemand kann das derzeit vollständig überblicken – wird es dabei doch nicht bleiben. Extreme tendieren wie ein Uhrpendel immer dazu, sich wieder einzupendeln.

Und das ist durchaus eine Chance für Investoren und Trader gleichermaßen, die jetzt sehr günstigen gewordenen Aktien der Ölindustrie aufzupicken und abzuwarten, bis sich das Börsensentiment auf die neue Lage wieder eingependelt hat.

Denn auch wenn die Ölunternehmen vielleicht mit vorübergehenden Einbußen zu rechnen haben werden, werden sie sich längerfristig sicherlich wieder fangen.

Bedenken Sie: Ölbohrungen finden nicht nur am Golf von Mexiko statt. Sie passieren auch an der westafrikanischen oder brasilianischen Küste. So werden allein vor der Küste Brasiliens an die 60 Milliarden Barrel Öl vermutet. Bis 2020 soll die brasilianische Produktion auf 2,3 Millionen Barrel täglich gesteigert werden, überwiegend aus Tiefseequellen gefördert – das entspricht 90% des brasilianischen Öls, das aus dem Meer kommen soll.

Allerdings sollte man sich tunlichst fernhalten von all den Unternehmen, die direkt oder indirekt an der Deepwater Horizon-Katastrophe beteiligt sind, denn inwieweit diese das Unglück wirtschaftlich überleben, ist wohl ebenfalls noch nicht abzusehen.

In jedem Fall dürfte es aus Investorensicht lohnenswert sein, sich mit der Öl-Dienstleistungsindustrie auseinanderzusetzen. Konservative Investoren werden wohl eher abwarten wollen, dass der Sektor aufhört zu stürzen (die meisten Aktien in diesem Sektor erreichten gestern frische 52-wöchige Tiefstände). Alle diejenigen unter den Investoren und Tradern, die mit einer schnellen "Zurückschnapp"-Bewegung kleinste Gewinne machen wollen, können unter Berücksichtigung des obigen Vorbehalts ansonsten so ziemlich jede Aktie in diesem Segment kaufen.

Fest steht, angesichts des ungeheuren Ausmaßes dieser Katastrophe und dieses massiven Absturzes an der Börse braucht es jedenfalls nicht viel für eine Erholung: der Planet muss es nur überleben, dann kann es nur noch aufwärts gehen.

Die Geschichte immer hat wieder gezeigt, dass solche Wetten zum Erfolg führen.

Gutes Investieren!


Unser Buchtipp zu diesem Thema:

Investieren statt sparen: Wie man mit Aktien ein Vermögen aufbaut


Eine weitere Empfehlung:

Genial einfach investieren: Mehr müssen Sie nicht wissen - das aber unbedingt!


Eine weitere Empfehlung:

Rohstoffe - Der attraktivste Markt der Welt. Wie jeder von Öl, Kaffee und Co. profitieren kann



Bildquelle:
Die Deepwater Horizon bei dem Brand 2010 - US Coast Guard - 100421-G-XXXXL- Deepwater Horizon fire / Wikipedia


Haftungsausschluss:

Die Inhalte in InvestorWissen24.de dienen ausschließlich Ihrer Information und Anregung. Die bereitgestellten Informationen stellen insofern keine Empfehlungen oder Bewertungen für Ihre persönliche Finanzsituation dar. Sie sind auch nicht dazu gedacht, professionelle Beratungen durch im Börsen- und Finanzwesen tätige Experten zu ersetzen. Bei allen individuellen Fragen und Entscheidungen rund um Ihre Finanzen sollten Sie auf jeden Fall einen Experten hinzuziehen

Wir sind bemüht, Informationen so aktuell und umfassend wie möglich zu recherchieren und zu präsentieren; eine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität können wir jedoch nicht übernehmen.

Wir übernehmen keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.


Bookmark and Share
Weitere ThemenRSS-News-Feed abonnieren