
"Man kann sehr viel von anderen Menschen lernen. Tatsächlich glaube ich, dass man in der Hauptsache von anderen Menschen lernt und nicht unbedingt selbst besonders viele neue Ideen entwickeln muss. Man kann einfach die besten Ideen anwenden, die man findet."
Warren Buffett
Alle großen Investoren – auch die besten – haben einmal klein angefangen.
Doch wie es so schön heißt, „Aller Anfang ist schwer“. Es fängt schon an mit der simplen Frage: Wie soll ich bloß beginnen, mit Aktien mein finanzielles Glück zu machen, wenn ich doch noch gar kein Geld habe, das ich investieren könnte?
Natürlich hat der Investor-Anfänger die Einnahmen von seiner beruflichen Tätigkeit, aber damit kommt er in der Regel gerade so über die Runden. Das ist noch keine hin- und ausreichende Grundlage, um in Aktien zu investieren.
Und genau damit fängt es an, das ist sozusagen Schritt Null auf Ihrem Weg, ein erfolgreicher Investor zu werden: Schaffen Sie sich eine Grundlage!
Und dieser Schritt besteht wiederum aus zwei Schritten:
Dieser zweite Punkt gestaltet sich in der Praxis häufig sehr schwierig, und zwar hauptsächlich aufgrund von ein paar grundlegenden Fehleinschätzungen der Leute. Sie meinen nämlich, dass das Sparen eh keinen Sinn macht, weil das bisschen Geld, das sie überhaupt beiseitelegen könnten, so lächerlich wenig ist, dass sie es ebenso gut gleich bleiben lassen können. Folglich fangen sie gar nicht erst an.
Noch grundlegender jedoch ist der Umstand, dass diese Leute noch nicht ganz erfasst haben, worum es eigentlich geht. Der Punkt, um den es geht, ist weniger die paar Euros, die sie schaffen beiseite zu legen oder auch nicht. Viel entscheidender ist das, was sich bei ihnen im Kopf abspielt. Denn hier muss erst einmal ein Verhaltensschema abtrainiert werden, alles auszugeben, was man auf seinem Konto hat. Und stattdessen müssen Sie als angehender Investor sich eine neue Gewohnheit und Disziplin antrainieren, regelmäßig wenigstens etwas beiseitezulegen von dem, was Sie einnehmen. Wieviel Sie auf die Seite packen können, spielt dabei keine Rolle. Selbst, wenn es nur 20 Euro monatlich sind, ist das schon ein toller Anfang. Und diese Beträge zahlen Sie auf ein separates Sparkonto, das nicht angerührt wird.
Möglicherweise haben Sie schon versucht, sich schlau zu machen, und im Internet gelesen oder auch von einem guten Bekannten gehört, dass Sparen derzeit ganz absurd sei, weil die Inflation alle Ihre Ersparnisse wegfrisst. Grundsätzlich ist das natürlich korrekt, in jedem Fall, wenn die Inflationsrate höher ist als die Zinsen, die Ihnen die Bank für Ihr gespartes Geld zahlt.
Nur wenn dies tatsächlich schon zu Buche schlage würde, wären Sie schon längst nicht mehr in dem Anfängerstadium, von dem wir hier reden. Denn hier geht es noch darum, sich überhaupt erst die Disziplin anzutrainieren, um anzufangen zu sparen. Bei Beträgen in diesem niedrigen Bereich spielen Inflationsrate und Zinsen noch keine nennenswerte Rolle. Und wenn sie schließlich eine Rolle spielen, haben Sie dieses Anfängerstadium auch schon überstanden. Kümmern Sie sich also nicht um solche Überlegungen, sondern sparen Sie einfach, was immer Sie erübrigen können. Und sobald Sie es schaffen, ziehen Sie Ihre innere Sparschraube etwas an und legen noch etwas drauf, ein Euro mehr, vielleicht auch zwei oder drei Euro – was immer Ihnen möglich ist.
Der Grundgedanke hinter dieser Übung ist ganz simpel und wird Ihnen sicherlich einleuchten, wenn Sie sich das einmal mit Abstand und ganz in Ruhe anschauen: Wenn jemand noch nicht einmal in der Lage ist, seine persönlichen Finanzen soweit in den Griff zu bekommen, dass er es hinbekommt, einen ganz geringen Geldbetrag zu sparen, wie in aller Welt soll er es dann hinbekommen, Tausende von Euros oder Dollars zu verdienen mit dem Investment in hochkomplexe wirtschaftliche Gebilde wie öffentlich gehandelte Gesellschaften? Macht keinen Sinn, oder?
In jedem Fall gilt die Goldene Regel, dass Sie nur dann Geld in Aktien anlegen dürfen, wenn Sie es auch tatsächlich erübrigen können. Folglich müssen Sie Kapital haben im Sinne von Geld zusätzlich zu den Mitteln, die Sie für Ihr tägliches Leben benötigen. Und da hilft nur ganz solides Sparen.
Setzen Sie sich Ziele. Ein sehr gutes Ziel wäre es, monatlich 10% von Ihren Einkünften beiseite zu legen. Beispielsweise können Sie sich vornehmen, von den 1.000 Euro, die Sie ausgezahlt bekommen, 100 Euro gleich auf das separate Sparkonto einzuzahlen, und Ihren Lebensunterhalt mit den verbliebenen 900 Euro zu bestreiten. Und wenn das gut klappt, setzen Sie Ihre Sparquote etwas höher und packen 105 Euro auf die Seite.
Das ist nicht unbedingt eine leichte Übung, gewiss nicht. Aber Sie werden etwas beobachten können, an anderen wie auch an sich selbst: Menschen, die es als Investoren schaffen reich zu werden, haben es auch gelernt zu sparen.
„Strategie Nr. 2: Sparen Sie, geben Sie nichts aus.
Templeton hatte starke Prinzipien und lebte äußerst diszipliniert. Das half ihm, in seinem Leben seine hohen Standards im Hinblick auf eiserne Sparsamkeit und harte Arbeit beizubehalten und trotz seiner anfänglichen Armut im Leben voranzukommen.
Bei ihrer Heirat setzten er und seine Frau sich das Ziel, 50% ihres Einkommens zu sparen. Er vermied Konsumentenschulden. Ihr erstes Zuhause kaufte und bezahlte Templeton in der Tat in bar. Er behielt seine “sparsame” Haltung sein ganzes Leben lang bei. Viel später dann, als er schon auf den Bahamas lebte, fuhr er zwar einen Rolls Royce, gab jedoch zu verstehen, dass er ihn gebraucht gekauft hätte!
Er arbeitet immer hart, 60 Stunden die Woche. Sicherlich hätte er sich bestens verstanden mit Jean Paul Getty, dessen Motto lautete: „Mache zuerst Dein Geld, dann denke darüber nach, wie Du es ausgibst“.“
Wenn Sie diesen Schritt des Sparens beherrschen, werden Sie es viel eher schaffen, als Investor in Aktien reich zu werden und zu bleiben. Menschen, die nicht sparen können, werden sich da sehr, sehr schwer tun, falls Sie es überhaupt jemals schaffen.
Der erste Schritt zu wachsendem Reichtum als Kapitalanleger besteht darin Kapital anzusammeln. Ohne Kapital können Sie logischerweise auch kein Kapital anlegen und schon gar nicht ein erfolgreicher Kapitalanleger sein.
Allerdings gibt es noch etwas, das Sie unbedingt tun müssen: lesen, lesen, lesen! Eignen Sie sich soviel Wissen an, wie Sie überhaupt in sich hineinstopfen können. Und während Sie lesen, klären Sie alle Wörter, die Sie nicht voll und ganz verstehen. Schlagen Sie diese Begriffe in leicht verständlichen Wörterbüchern oder im Internet nach (beispielsweise in unserem Börsenlexikon), und zwar solange, bis Sie ein klares Konzept haben, was sie bedeuten. Erst dann lesen Sie weiter.
Beschränken Sie Ihr Studium aber nicht auf relativ nüchterne Sachbücher. Suchen Sie sich Vorbilder, Menschen, die sich erfolgreich an der Börse geschlagen haben, und besorgen Sie sich Biographien über diese Leute und studieren Sie deren erfolgreiche Aktionen und lernen Sie von ihnen. Sie können nur davon profitieren.
Wissen bedeutet Macht. Und in jedem Fall gibt es Ihnen die Stabilität und Sicherheit, die Sie benötigen, um die diversen Stürme an den Börsen gut zu überstehen.
Erschaffen Sie sich ein neues Standbein für Ihre Zukunft. Es ist ein Abenteuer, aber eins, das es wert ist, sich darauf einzulassen.
Gutes Gelingen!

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