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Reich werden mit Aktien funktioniert nur so

Von: M. Rapp - 17.02.2011
Licht im Bergwerk - Olga Meier-Sander / pixelio.de

Licht im Bergwerk - Olga Meier-Sander / pixelio.de


"An der Börse muss man nicht alles wissen, aber alles verstehen.
Und auch wenn man alles versteht, muss man nicht alles mitmachen
".
André Kostolany


Es gibt an der Börse eine ganze Reihe von Börsenstrategien und -werkzeugen, die leicht zu verwenden sind (selbst wenn sie anfänglich recht kompliziert klingen) und die Ihnen vielfältige Gelegenheiten bieten, Ihre Investmentergebnisse oder Ihr Risikoprofil aufzubessern.

Eine ganze Reihe von Investoren werden feststellen, dass sie mit Unternehmensanleihen am besten zurechtkommen. Andere Investoren werden sich lieber dem Optionshandel zuwenden, um ihre Risiken auf ein Minimum zu beschränken. Und auch die Einhaltung der Sicherheitsmarge oder das Einrichten von Trailing Stop Losses werden letztlich Ihre Investmentergebnisse erhöhen und Ihre Risiken reduzieren. All diese Strategien und Werkzeuge werden also dazu beitragen, dass Sie als Investor immer kompetenter und vermögender werden.

Über einen Aspekt sollten Sie sich jedoch unbedingt im Klaren sein: Wenn sie alle diese unterschiedlichen Börsenwerkzeuge  und –strategien beherrschen, werden Sie definitiv ein besserer Investor werden, keine Frage. Sie werden also Geld verdienen. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass Sie auch reich werden.

Einfach mehr verdienen bedeutet nicht reich zu werden. Reich würden Sie beispielsweise werden, wenn Sie einem Goldgräber seinen Sichertrog finanzieren im Gegenzug für eine nennenswerte Gewinnbeteiligung, und wenn dieser Goldgräber dann tatsächlich auf eine riesige Goldader stößt. Zu solch einem „Glückstreffer“ gehört es zum einen, dass Sie auf einen kompetenten Goldgräber stoßen, und zum anderen, dass sie ihn auch als solches erkennen. Anders ausgedrückt, der Markt muss Ihnen die entsprechende Gelegenheit bieten, und Sie müssen sie als solche identifizieren, damit Sie sie dann auch tatsächlich nutzen.

Die große Mehrheit der Leser ist allerdings wohl weniger daran interessiert reich zu werden. Viel eher wollen Sie ihr Vermögen bewahren und stabilisieren trotz all der Strömungen und Ereignisse auf den Märkten, die dazu tendieren, das erworbene Vermögen in nichts aufzulösen.

Reich werden können Sie hingegen nur, wenn Sie die Mittel und die Bereitschaft haben zu spekulieren – wohlwissend, dass Sie dabei auch gewisse Risiken eingehen.

Richard Russel, US-Newsletter Autor, bringt es sinngemäß folgendermaßen auf den Punkt: Der reiche Investor genießt den Vorteil, dass ER DIE MÄRKTE NICHT BRAUCHT. Der reiche Investor verfügt über ein Polster, das es ihm ermöglicht, völlig unabhängig von den jeweiligen Gegebenheiten des Marktes zu agieren. Er hat bereits alles, was er braucht. Sie werden häufig beobachten können, dass reiche Investoren sich vornehmlich auf Werte konzentrieren. Preiswerte Obligationen bei gleichzeitig hohen Obligationserträgen üben einen geradezu unwiderstehlichen Reiz auf ihn aus, also kauft er Obligationen. Falls hingegen Aktien auf dem Schnäppchentisch liegen und Aktienerträge attraktiv sind, kauft er Aktien. Sollten Immobilien einen großen Wert darstellen, hält er sich lieber an Immobilien. Aber auch große Kunst oder Luxus- Schmucksachen oder Gold können ihn, sofern sie günstig zu erwerben sind, zu solchen Gelegenheitskäufen inspirieren. Die Strategie, der Modus Operandi eines wohlhabenden Investors ist ganz einfach: dort, wo die großen Werte sind, legt er sein Geld an. Sollte der Markt aber gerade nichts anzubieten haben, legt er einfach die Hände in den Schoß, wartet ab und beobachtet. Schließlich besteht keinerlei Notwendigkeit für ihn, irgendwo in irgendetwas zu investieren – eine wahrlich entspannte Position, mit der es sich durchaus auch Monate oder Jahre aushalten lässt.

Als „normaler“ Investor mit angemessenen Erwartungen, wenn Sie also nicht mit einem einzelnen Aktientipp reich werden wollen, sind Sie bestens damit bedient, hinsichtlich des Marktgeschehens ständig orientiert zu sein mit Hilfe der relevanten Fachliteratur, sowie damit, alle Techniken und Strategien zu lernen, die für die aktive Teilnahme am Börsengeschehen erforderlich sind. Und dann zu beobachten und zuzuschnappen.

Wenn Sie jedoch wirklich reich werden wollen, ist das alleine noch nicht genug. Es gibt noch mehr, das Sie wissen müssen, und dazu gehört in erster Linie, in welchen Gebieten der Börse sich am ehesten Geld verdienen lässt.

Hier bieten sich aus den Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte vor allem drei Bereiche an:

  • Technologiedurchbrüche
  • Devisenhandel
  • Ressourcen.

Allerdings gibt es dabei einen Haken. Denn um beispielsweise im Technologiebereich den absoluten Knüller zu finden, der für Sie in finanzieller Hinsicht die Wende in Ihrem Leben bedeuten könnte, sei es nun die perfekte Biotech Gesellschaft oder das spitzenmäßige bahnbrechende Hightech Gerät, müssen Sie sich zunächst einen gewaltigen Fundus an Wissen aneignen. Oder Sie brauchen einen Experten in dem jeweiligen Bereich ganz nah an ihrer Seite, den Sie ständig und immer wieder mit Fragen löchern können, bis demjenigen schließlich die Hutschnur platzt. Dabei gilt zu bedenken, dass es heutzutage in unser so komplex gewordenen Zeit nicht reicht, einmal ein Fachmann in einem Spezialgebiet gewesen zu sein. Die Entwicklung ist viel zu schnell, als dass man sich auf seinem einmal erworbenen Wissen ausruhen könnte. Um weiterhin mithalten zu können, muss man ständig am Ball bleiben und sein Wissen immer auf dem aktuellen Stand halten. Von einer Position am Rande des Spielfelds aus ist das kaum möglich. Daraus folgert, dass Sie - ohne selbst ein Profi zu sein oder zumindest ein kenntnisreiches Alter Ego an Ihrer Seite zu haben - kaum eine Chance haben, tatsächlich objektiv zu beurteilen, wie groß die Aussicht auf Erfolg bei einem Investment in einem dieser Bereiche tatsächlich ist.

Im Technologiebereich ist das besonders offensichtlich, prinzipiell gilt es allerdings genauso für den Devisenhandel, denn in unserem globalen Zeitalter werden hier die wechselseitigen Beziehungen so komplex, dass auch hier ein profundes Wissen erforderlich ist, um Möglichkeiten und Chancen korrekt einschätzen zu können.

Bleibt uns noch der dritte Bereich: Ressourcen. Beim Studium der Ressourcenmärkte haben wir es in erster Linie mit Geologie zu tun. Und Geologie ist ein weitaus überschaubarerer Bereich als die Technologie- und Devisenmärkte, vor allem deshalb, weil er weitaus mehr Konstanten als Variablen enthält. Sie stoßen hier also nicht ständig auf völlig veränderte Bedingungen und bewegen sich somit auf einem relativ stabilen Terrain. Und es gibt hier viele Gelegenheiten und neu gegründete Firmen. Und noch einen weiteren Vorteil gibt es: Die Frage des Bedarfs ist auf absehbare Zeit gesichert, denn die Weltbevölkerung wächst stetig. Sicherlich besteht immer die Möglichkeit, dass irgendwelche klugen Köpfe eine bahnbrechende Erfindung im Bereich der Nanotech machen, die als adäquater Ersatz für die knappen Bodenschätze dienen kann oder sie aufpeppt oder sonstwie zu tiefgreifenden Verschiebungen auf den Märkten führt. Ansonsten kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die Preise der Schlüsselressourcen im Laufe der Zeit steigen werden. Damit es aber ja nicht langweilig wird, stoßen wir jetzt auf ein interessantes Phänomen: zwar ist der Wert der zugrundeliegenden Ressourcen überaus stabil (Tendenz steigend), jedoch die Aktien, die die Besitzverhältnisse über diese Ressourcen definieren und somit kontrollieren, sind an der Börse überaus volatil. Und genau in diesem Spannungsverhältnis von innerem Wert  und Volatilität der Aktienpreise findet sich für den interessierten Investor ein enormes Gewinnpotential.

Worauf Sie achten müssen?

  1. Wo finden sich die wertvollsten Ressourcen in der Welt;
  2. Welche Aktiengesellschaften haben diese Ressourcen in ihrem Besitz;
  3. Wann will niemand sonst sie haben, so dass sie unter ihrem inneren Wert zu haben sind.

Nun, es wird Sie nicht weiter verwundern, dass auch hier die Devise gilt „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“: Zu den Risiken und Gefahren zählt auch die hoffentlich nicht eintretende Möglichkeit, dass Sie an eine Bergwerksgesellschaft geraten könnten, die den Schein über das tatsächliche Sein stellt, frei nach Mark Twains Definition einer Goldgrube: „Ein Loch im Boden mit einem Lügner an der Öffnung.“

Neben der Vertrauenswürdigkeit der Gesellschaft haben Sie es mit einem weiteren Risiko zu tun: die Flüchtigkeit bei den Warenpreisen. Ein Beispiel bietet uns die Grasberg Mine in Indonesien, die größte und reichste in Betrieb befindliche Goldgrube und Kupfermine der Welt. Die Aktie war an ihrem ersten Handelstrag im Januar 2001 für 4,71 $ zu erhalten. Dank des anhaltenden Bullenmarktes ist dieselbe Aktie inzwischen 60 $ wert. Sie hätten in diesem gesamten Zeitraum theoretisch also einen Gewinn von 1.100 % verbuchen können, die Dividenden nicht mitgerechnet. ABER, und dieses „ABER“ ist bewusst großgeschrieben: In der Praxis sieht es so aus, dass es in dem genannten Zeitraum zu fünf voneinander unabhängigen Korrekturen gekommen ist, die jeweils mehr als 50% des jeweiligen Wertes ausgemacht haben. Um solche vermeintlichen Rückschläge durchzustehen, ohne in Panik zu geraten und daraufhin in Panikverkäufe zu verfallen, braucht es schon eine gehörige Portion Geduld und Durchstehvermögen. Und daran mangelt es leider vielen Investoren. Genau da liegt die hauptsächliche Schwierigkeit gerade bei Ressourcen.

Wie stark die emotionale Belastung sein kann, die es gerade am Boden von Bärenmärkten durchzustehen gilt, wird ersichtlich an dem tragischen Selbstmord des erfolgreichen Ressourcen Investors Karl Hill am 25. Oktober 2008. Das war genau einen Tag, bevor der AMEX Gold Bugs Index (HUI) mit 151 Punkten den Boden des Baissemarktes erreicht hatte. Danach kletterte der Index auf einen neuerlichen Höchststand mit inzwischen annähernd 600 Punkten:



Quelle: http://www.finanzen100.de/


Wohlgemerkt handelt es sich hierbei um einen Index. Bei einzelnen Bergwerksaktien können Sie durchaus noch viel krassere Diskrepanzen erleben.

Fazit

Um wirklich Geld zu verdienen müssen Sie über Kenntnisse über die Ressourcen verfügen, Sie müssen wissen, wer sie besitzt... Und Sie MÜSSEN den richtigen Zeitpunkt finden zum Kauf der Aktien, nämlich dann, wenn niemand sie will.

Wenn Sie sich den obigen Graphen des Gold Bugs Index anschauen, sehen Sie, dass dies sicherlich nicht der beste Zeitpunkt ist, um aktiv in die Spekulation mit Bodenschätzen einzusteigen. Aber sicherlich ist immer eine gute Zeit, um so viel wie möglich über ein anvisiertes neues Betätigungsfeld zu lernen. Und sicherlich bieten sich auch immer wieder besondere Gelegenheiten, denn es geschieht sehr viel auf diesem Markt, und ständig werden neue Ressourcen entdeckt.

Um wirklich reich zu werden – und nicht nur reicher – haben Sie auf diesem Markt die besten Chancen.

Gutes Investieren!


Unser Buchtipp zu diesem Thema:

Deutschlands Bodenschätze: Geologie - Erkundung - Lagerstätten - Gewinnung


Eine weitere Empfehlung:

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Bildquelle:
Licht im Bergwerk - Olga Meier-Sander / pixelio.de


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