
Aufatmen an den Börsen – in Europa und den USA. Denn der Horizont an der US-Wirtschaft hat sich mit den aktuellen Berichten vom US-Arbeitsmarkt etwas gelichtet: es hat doch nicht so viele Entlassungen gegeben, wie befürchtet worden war.
Zuzugeben, das ist immer noch kein Anlass für laute Jubelrufe, aber immerhin haben diese neuen Meldungen doch dazu geführt, dass Investoren wieder optimistischer in die Zukunft blicken statt sich einzunisten in ihre Befürchtungen, die größte Volkswirtschaft der Welt könnte erneut in die Rezession zurückfallen. Und das war unmittelbar an den Börsen in Europa und den USA zu beobachten, wo die Aktien zeitweise deutlich anzogen.
Hier der S&P 500 Index auf drei Jahre

Hier der Dow Jones Industrieaktienindex (DJIA) auf drei Jahre

Wie Sie hier sehen können, zog auch der Dax nach oben:

Insgesamt sank die Zahl der Beschäftigten in den USA amtlichen Angaben zufolge nur um 54.000, also weniger als die Hälfte der voraufgegangenen Schätzungen von 105.000. Und in der Tat war für die Privatwirtschaft gar ein Zuwachs zu verkünden mit 67.000 neuen Arbeitsplätzen! Hier konnten vor allem das Baugewerbe, die Gesundheitsfürsorge und der Dienstleistungssektor erfreulich zulegen. Die Regierung selbst hatte im Sommer zwar die Arbeitsplatz-Zahlen vorübergehend aufgeplustert mit der Einstellung von 114.000 Mitarbeitern für die Volkszählung, die nach Abschluss der Aktion wieder das Heer der Arbeitslosen auffüllten. Aber das war bekannt und immerhin konnte positiv vermerkt werden, dass in den beiden Vormonaten der Arbeitsplatzabbau um immerhin 123.000 unter den Befürchtungen blieb. Zwar gab es insgesamt einen 0,1% Anstieg der Arbeitslosenquote von 9,5 auf 9,6 Prozent, dennoch gaben sich Experten nach diesen Meldungen positiv gestimmt:
„Dies deutet nicht darauf hin, dass wir kopfüber in eine Rezession stürzen“, hieß es beispielsweise von dem amerikanischen Chefvolkswirt Nigel Gault von IHS Global Insight.
"Es gibt nur sehr wenige Anhaltspunkte für einen Double-Dip", sagt Chief Economist John Silvia von Wells Fargo. Einschränkend fügte er jedoch hinzu, "Dies nicht kein Boom."
Präsident Barack Obama wertete den Bericht als "positiv", sagte aber erneut, es gäbe "keine Wunderwaffe", um die wirtschaftlichen Probleme des Landes zu lösen.
"Deshalb müssen wir weitere Schritte unternehmen, um Arbeitsplätze zu schaffen und das Wachstum der Wirtschaft weiter anzukurbeln, dazu gehören auch die Ausweitung von Steuersenkungen für den Mittelstand und Investitionen in die Gebiete unserer Wirtschaft, in denen das Potenzial für das Arbeitsplatz-Wachstum am größten ist", sagte Obama.
"Wir sind zuversichtlich, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen, aber wir wollen diese stärkere Bewegung der Wiederherstellung in Gang halten und das Arbeitsplatz-Wachstum beschleunigen, das so verzweifelt benötigt wird", war nachzulesen in USAToday Obama planning new package of economic aid to spark job growth.
Im Spiegel Online war gestern nachzulesen, dass sich Obamas Pläne zur Ankurbelung der US-Wirtschaft inzwischen konkretisiert haben: 50 Milliarden Dollar in die Infrastruktur.
"Hiermit kündige ich einen neuen Plan zur Modernisierung der Straßen, Schienen sowie Lande- und Startbahnen an", sagte Obama vor Arbeitern in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin. "Ich möchte, dass Amerika die beste Infrastruktur in der Welt hat". Es gehe um die Erneuerung der überholten amerikanischen Infrastruktur und der Schaffung von Arbeitsplätzen. "Damit werden nicht umgehend Jobs geschaffen, aber auf lange Sicht wird es unserer Wirtschaft besser gehen", so Obama weiter.
Da immerhin 10% der Weltwirtschaft mit der US-Wirtschaft verzahnt sind, dürfte diese Ankündigung Obamas neue Signale setzen.
Gutes Investieren!

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