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Jim Rogers: Bailout ist der 'Nagel zum Sarg' für den Euro

Von: A. Bold - 12.05.2010

Der Name Jim Rogers wird Ihnen sicherlich ein Begriff sein.

Er sich auch einen Namen gemacht als einer der erfolgreichsten US-amerikanischen Hedgefondsmanager, zudem als Schriftsteller, als Investment Biker und durch seine Vorliebe für China (Investieren in China: So profitieren auch Sie vom größten Markt der Welt).

Zudem hat er mit seinen dezidierten und teilweise provokanten Stellungnahmen zum Marktgeschehen immer wieder für Schlagzeilen gesorgt.

So auch Anfang März 2009, als er gegenüber CNBC seine Nichtübereinstimmung zum Ausdruck gebracht hatte mit Versuchen, Banken oder in diesem konkreten Fall AIG mittels Bailout zu retten, denn:

"Die Idee, dass Sie zu viel Schulden, zu viel Darlehensaufnahme und zu viel Konsum haben und Sie dieses Problem mit mehr Schulden, mehr Konsum, und mehr Darlehensaufnahme beheben würden? Diese Leute sind verrückt."

Im August 2009 warnte er: wir würden die Voraussetzungen schaffen für einen massiven Inflationsholocaust ...'.

Bereits im Februar 2008 hatte Rogers in einem Interview mit der SonntagsZeitung verlauten lassen, mit dem Drucken riesiger Mengen Papiergeld würde die Regierung verhindern, dass Amerika eine normale Rezession durchmachen könnte. Rezessionen seien jedoch etwas Gutes, denn bei einer Überhitzung würden sie für Abkühlung sorgen. Auch wenn es schmerzlich sei für die Betroffenen, seien diese Rezessionen etwas Positives.

Er sagte ferner: „Aus mir unverständlichen Gründen haben die beiden letzten Vorsitzenden der US-Notenbank, Alan Greenspan und Ben Bernanke, beschlossen, dass es keine Rezessionen mehr geben dürfe. Dafür haben wir uns eine Spekulationsblase nach der anderen eingehandelt. Das ist langfristig gesehen viel schädlicher.“

Und im November 2008 warnte er hinsichtlich der Strategie, Finanzkrisen mittels Bailout zu lösen: "Die Geschichte zeigt, dass diese Pläne nicht funktionieren. Sie haben nicht funktioniert in Amerika in den 70er Jahren, und sie haben nicht funktioniert in Japan in den 90er Jahren. Die Geschichte zeigt auch, was wirklich funktioniert, ist, es den Markt bereinigen zu lassen.

Russland hatte einen schrecklichen Zusammenbruch in 1998, aber in den letzten sieben oder acht Jahren ist es eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaften der Welt gewesen.

Südkorea hatte einen schrecklichen Zusammenbruch Ende der 90er Jahre, niemand hat es mittels Bailout entschuldet, und es ist eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaften in der Welt seit den vergangenen sieben oder acht Jahren.

Die Geschichte zeigt, ich meine, es ist nicht das, was ich will, es ist das, was die Geschichte zeigt: Sie lassen die Dinge zusammenbrechen, Sie bereinigen das System, und Sie fangen neu an, und Sie haben eine sehr gesunde und lang andauernde hohe Wachstumsrate. Ansonsten ziehen Sie es ein Jahrzehnt lang in die Länge, und Sie haben Probleme."


Die Krise des Euro in Europa

Und auch jetzt, angesichts der Griechenland-Euro-Krise, hält er nicht zurück mit seinen Unkenrufen und erklärt, Europas Bailout verschuldeter Nationen, um die Krise der Staatsverschuldung zu überwinden, sei einfach "ein weiterer Nagel zum Sarg" für den Euro, da höhere Ausgaben die Verschuldung der Region erhöhen würden.

16 Nationen sind an den Euro gekoppelt, der jetzt den zweiten Tag gegenüber dem Dollar schwächelte. Erst vor zwei Tagen hatte er sich um 2,7 Prozent erholt, als nämlich die Regierungen der Euro-Nationen ihre Bereitwilligkeit zum Ausdruck gebracht hatten, Darlehen von rund 750 Milliarden Euro (962 Milliarden $) an die hochverschuldeten Nationen zu gewähren, die unter Beschuss durch Spekulanten stünden, und die Europäische Zentralbank (EZB) sich wiederum verpflichtet hatte, auf Staatsanleihe -Märkten zu intervenieren.

In einem Bloomberg Fernsehinterview in Singapur offenbarte Rogers, er sei „fassunglos“ gewesen, denn: "Das bedeutet, dass sie den Euro aufgegeben haben, sie sorgen sich nicht besonders, ob sie eine gesunde Währung haben, Sie haben alle diese Länder, die Geld ausgeben, das sie nicht haben, und es wird jetzt so weitergehen."

Das zeigt ganz deutlich, dass sich die Besorgnis über den Euro nicht auf die Europäer beschränkt. Die Börse reagierte gestern mit einem Rückgang amerikanischer und europäischer Aktien. Seit 2000 hatte der Euro kein Jahr derart schlecht begonnen wie in diesem Jahr:


Quelle: www.ariva.de

Die EZB könnte sich deshalb gezwungen sehen, die Zinssätze noch länger auf einem Rekordtief zu halten, um den Euro attraktiv zu machen.

Nouriel Roubini - US-amerikanischer Nationalökonom israelischer Herkunft, Professor an der zur New York University gehörenden Stern School of Business und Gründer und Vorsitzender von Roubini Global Economics LLC (Anbieter für Kapitalmarkt- und Wirtschaftsinformationen) - warnte, Griechenland und andere "Nachzügler" im Euro-Währungsgebiet könnten sich gezwungen sehen, die Gemeinschaftswährung in den nächsten paar Jahren aufzugeben, um ihre Wirtschaften anzukurbeln. Der Euro würde die Währung für eine kleinere Anzahl von Ländern bleiben, die "stärkere fiskalische und wirtschaftliche Grundlagen haben".

Griechenlands Haushaltsdefizit macht 13,6% des Bruttoinlandsprodukts aus. In der Eurozone wird es noch übertroffen von Irland, das mit 14,3% die Spitzenposition einnimmt. Als Teil des Bailout-Plans verpflichteten sich Spanien und Portugal ebenfalls zu weitergehenden Defizit-Kürzungen als vorher geplant.


Wachstum der Euro-Nationen kann mit dem Wachstum der USA nicht mithalten

Der Euro fiel gestern in New York auf 1,2644 $ von 1,2662 $. Letzte Woche fiel die Währung auf das schwächste Niveau gegen den Dollar seit Januar 2009. Zu diesem Zeitpunkt waren die Aktien allgemein gefallen und die Kosten für Darlehen schossen in die Höhe, auch in Nationen wie Griechenland, Portugal und Spanien.

Bloombergs hat wieder seine Umfragen bei Wirtschaftswissenschaftlern durchgeführt. Der allgemeine Tenor unter den Befragten hinsichtlich einer Prognose für das kommende Jahr läuft darauf hinaus, dass das Wirtschaftswachstum der Euro-Nationen hinter den Vereinigten Staaten um fast 1,5 Prozentpunkte zurückbleiben würde.

Rogers fürchtet, alle Papierwährungen würden "entwertet", wobei die Euro-Währungsunion Gefahr liefe, "aufgelöst" zu werden. Er selbst würde weiterhin Teile seines Vermögens in Dollar, den Schweizer Franken, den Japanischen Yen und allerdings auch den Euro halten.

"Es ist eine politische Währung, und niemand schert sich um die wirtschaftlichen Gegebenheiten hinter den Notwendigkeiten, eine starke Währung zu haben", mahnt Rogers. "Ich habe Angst, sie wird sich auflösen. Sie werfen mehr Geld auf das Problem, und es wird die Dinge im Zuge der Entwicklung noch verschlimmern."


Rogers Lösung: Short gehen mit Wachstumsmärkten

Rogers wäre nicht Rogers, hätte er nicht auch eine Lösung anzubieten. Und wie für jeden, der seine Bücher kennt, nicht anders zu erwarten, sind unsere Bodenschätze zentraler Bestandteil seiner Lösung.

Genauer gesagt: Investoren sollten den Schwerpunkt ihres Portfolios auf Bodenschätze legen. Den Anlegern empfiehlt er, sich an Edelmetalle zu halten, vor allem Gold und Silber. Die andere Option sieht vor, sich mit Währungen einzudecken von all den Ländern, die über große Vorkommen an Bodenschätzen verfügen. Und last not least bevorzugt er landwirtschaftliche Waren als die beste Wette für das nächste Jahrzehnt.

Quelle: etf.onvista.de

Nach dem Crash in 2008 und der anschließenden Markterholung in 2009 hat er selbst sich in den vergangenen beiden Wochen auf die Wachstumsmärkte konzentriert und hat sich in diesem Sektor in Short Selling engagiert.

Sollten die Aktien weiter fallen, wird er sich allerdings bemühen, seine chinesischen Holdings weiter aufzustocken.

In einer Hitliste der schlechtesten Performer auf dem globalen Markt würde China den zweiten Rang einnehmen. Das dürfte unter Anderem auf die Bemühungen der chinesischen Regierung zurückzuführen sein, die sich beschleunigende Inflation und Spekulation auf dem Immobilien-Markt der Nation unter Kontrolle zu bekommen und einzudämmen.



Wie Sie auf dem obigen Chart des Shanghai Composite Index (SSE) deutlich sehen können, trat er gestern in einen Baissemarkt ein, nachdem er 21 Prozent gefallen war von seinem Hoch am 23. November.

Die weitere Entwicklung dürfte hier noch recht spannend werden. Also bleiben Sie dran.

Gutes Investieren!


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Jim Rogers - Investmentregeln für das Leben


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