
Was soll denn das heißen: ihnen gehört die Welt? Wer ist damit gemeint?
Nun, die Rede ist von den Chefs von BlackRock Inc., die für ihre Kunden ein Finanzvolumen verwalten, für dessen Erwirtschaftung ganz Deutschland ein ganzes Jahr benötigt. Sie sind die meist unsichtbaren Ratgeber für Finanzminister, Konzernbosse und Zentralbankchefs, doch um wen genau es sich dabei handelt, weiß kaum jemand.
Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in New York City und wurde 1988 gegründet unter dem Namen Blackstone Financial Management. 1992 wurde der Name geändert auf BlackRock Inc. Die Betreiber definieren ihr Unternehmensprofil wie folgt:
„BlackRock gehört zu den weltweit führenden Investment-Managern und ist einer der größten Anbieter von Anlageverwaltungs-, Risikomanagement und Beratungsleistungen für institutionelle und private Anleger sowie Finanzvermittler aus aller Welt.“
und
„Wir verstehen uns als Treuhänder und Partner unserer Kunden, indem wir in ihrem Auftrag handeln und keine eigenen Wertpapier-Positionen führen. Ohne Mehrheitsaktionär und mit einem Verwaltungsrat, der sich mehrheitlich aus unabhängigen Mitgliedern zusammensetzt, ist BlackRock ein eigenständiges Unternehmen.
Vielfältig ist auch unser Kundenstamm. Er umfasst Träger betrieblicher, öffentlicher, gewerkschaftlicher und branchenspezifischer Pensionspläne, Regierungen, Versicherungen, Investmentfonds, Schenkungen, Stiftungen, wohltätige Organisationen, Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Staatsfonds, Banken, Finanzberater und Privatpersonen aus der ganzen Welt....
Das in Aktien-, Renten-, Geldmarkt-, alternative Anlage- und Immobilienstrategien investierte und von BlackRock verwaltete Vermögen belief sich per 30. September 2010 pro forma zusammengerechnet auf 3,45 Billionen US-Dollar.“
Quelle: http://www.blackrockinvestments.de/AboutUs/Overview/index.htm
Den Zuwachs des ihnen anvertrauten Vermögens haben sie hier in einer Graphik dargestellt: http://www2.blackrock.com/global/home/AboutUs/History/index.htm.
Forbes.com liefert hier ein Profil des Vermögensverwaltungsunternehmens.
Präsident dieser weltgrößten Vermögensverwaltung BlackRock Inc. ist seit 2007 Robert (Rob) Steven Kapito. Kapito IST die personifizierte Tellerwäscher Karriere. Mit Recht ist er stolz darauf, dass er – aus ärmlichen Verhältnissen stammend – den amerikanischen Traum verwirklicht hat. Sein einziger Vorteil gegenüber seinen gleichaltrigen Kameraden – abgesehen von seinen persönlichen Fähigkeiten - war wohl seine Tante, die ihn schon in jungen Jahren mit den Grundlagen der Börse bekanntgemacht und seine ersten Anteile für ihn gekauft hat, die er immer noch in seinem Besitz hat.
Was mit purer Faszination begann, wurde schließlich sein Beruf. Während er selbst als Präsident das Weltunternehmen repräsentiert, steht ihm der Vorsitzende Larry Find zur Seite. Zusammen verwalten sie für ihre Kunden Anlagekapital im Wert von rund 3,5 Billionen Dollar. (Im Vergleich dazu: das BIP für Deutschland wird für 2009 mit 3,33 Billionen US-Dollar angegeben – Quelle: http://www.google.com/publicdata?ds=wb-wdi&met_y=ny_gdp_mktp_cd&idim=country:DEU&dl=de&hl=de&q=bip+deutschland). Dazu dient ein Apparat von 9.200 Mitarbeitern in 24 Ländern.
Aber auch in der Größenordnung eines solchen Finanzgiganten wie BlackRock läuft nicht alles immer so glatt. Auch Kapito und sein Team mussten auf ihrem Erfolgsweg die Erfahrung machen, wie es sich anfühlt Verluste einzustecken. Die Vorhersage und somit Vermeidung von drohenden Verlusten ist deshalb eine zentrale Idee von BlackRock Inc., weshalb diesem Zweck auch sehr viel Zeit, Geld und Aufmerksamkeit gewidmet wurde.
Kernelement ihres Vorhersage- und Sicherheitssystems sind rund 5.000 Computer, deren alleiniger Zweck es ist, sämtliche vorstellbaren Szenarien bis hinein in die komplexesten Winkel im Hinblick auf ihre potentiellen Risiken durchzugehen. Und dennoch, auch diese gigantische Rechnerkapazität hat die Entscheidungsträger des Unternehmens nicht vor Fehlkalkulationen bewahren können, wie sich anlässlich des desaströs verlaufenen Immobilienprojekts Stuyvesant Town um Peter Cooper Village (insgesamt 56 Wohnhäuser mit 11.250 Apartments und über 25.000 Bewohnern) in Manhattan gezeigt hat. Fallende Immobilienpreise ließen den geplanten Umbau von ehemaligen Mietskasernen in luxuriöse Eigentumswohnungen zu einem der größten Immobilienflops der USA werden. Nüchterner Kommentar von Rob Kapito: „Man kann sich noch so gut vorbereiten und dann passieren doch Dinge, gegen die man nichts machen kann".
Auch wenn das Unternehmen BlackRock in der allgemeinen Öffentlichkeit hierzulande nicht bekannt ist, um Publicity brauchen sich die Betreiber der Vermögensverwaltung keine Sorgen zu machen, denn für Eingeweihte ist BlackRock eine stehende Institution. Was nicht weiter verwunderlich ist angesichts ihres billionenschweren Anlagekapitals. Dass ihr Name nicht jedermann geläufig ist, stört sie nicht weiter. Rob Kapito sieht das ganz souverän und nüchtern: „Es ist wichtiger, dass unsere Kunden wissen, wer wir sind" und setzt noch nach: „Wer uns sucht, der findet uns."
Und BlackRock Inc. wurde gefunden, beispielsweise von der Barclays PLC, einem international agierenden britischen Finanzunternehmen, das im Zuge der Finanzkrise kurz vor dem Bankrott stand und daraufhin für 13, 5 Milliarden Dollar seine Vermögensverwaltung an BlackRock verkaufte. Im Jun 2009 war der Deal schließlich perfekt. BlackRock wurde so mit 7,07% zum größten Anteilseigner von Barclays und gleichzeitig die weltweit größte Vermögensverwaltung. Damit rangieren Sie sogar noch vor der UBS.
Anfang März kaufte das Unternehmen den aus zwanzig Mitarbeitern bestehenden irischen Konzern NTR PLC, der sich auf erneuerbare Energien spezialisiert hat. Kapito geht von einem steigenden Bedarf an erneuerbaren Energien aus, weshalb BlackRock in diesem Sektor verstärkt investieren würde.
Ihre Absicherungsstrategie bringt Kapito auf die schlichte Formel: „Wenn wir mit der Entwicklung eines Unternehmens nicht zufrieden sind, dann verkaufen wir ganz einfach die Aktien."
Übrigens gehören auch Anteile an deutschen Konzernen wie Allianz, Siemens und BASF zu ihrem Vermögen in Form von iShares, also Indexfonds, die die Performance eines gegebenen Marktindex‘ nachbilden.
Der neueste Einkauf des Giganten ist erst ein paar Tage alt. Am 19.5.2011 berichtete das Handelsblatt:
Blackrock kauft eigene Aktien zurück
Boston/Charlotte - Der US-Finanzkonzern BlackRock beendet seine finanzielle Verflechtung mit seinem Investor Bank of America. Dazu kauft der Konzern eigene Aktien im Wert von 2,54 Milliarden Dollar zurück. BlackRock zahlt je Vorzugsaktie 187,65 Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Noch im November hatte die Bank of America für BlackRock-Aktien nur 163 Dollar bekommen. Der weltgrößte Vermögensverwalter kann mit dem Geschäft die Gesamtzahl seiner Aktien verringern, ohne frei handelbare Papiere vom Markt zu nehmen. BlackRock stieg im April in den Index S&P 500 auf. Eine Bedingung dafür ist, dass mehr als die Hälfte der Aktien im freien Umlauf sein müssen...
Die Aktien von BlackRock stiegen um 2,5 Prozent auf 198,12 Dollar...“
Gutes Investieren!

Finanz-Management (Springer-Lehrbuch)

Erfolgreiche Value-Investoren: Geniale Investmentstrategen in Zeiten globaler Veränderung

Erfolgreiches Value-Investieren. Geniale Investmentstrategien in Zeiten globaler Veränderungen
Die Inhalte in InvestorWissen24.de dienen ausschließlich Ihrer Information und Anregung. Die bereitgestellten Informationen stellen insofern keine Empfehlungen oder Bewertungen für Ihre persönliche Finanzsituation dar. Sie sind auch nicht dazu gedacht, professionelle Beratungen durch im Börsen- und Finanzwesen tätige Experten zu ersetzen. Bei allen individuellen Fragen und Entscheidungen rund um Ihre Finanzen sollten Sie auf jeden Fall einen Experten hinzuziehen
Wir sind bemüht, Informationen so aktuell und umfassend wie möglich zu recherchieren und zu präsentieren; eine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität können wir jedoch nicht übernehmen.
Wir übernehmen keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.