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Ein Drittel der SCHUFA-Einträge „objektiv nicht richtig“

Von: J. Fuller - 26.08.2010
Money, Money Harald Reiss

Sie erinnern sich vielleicht, dass wir Ihnen bereits im Februar in unserem Artikel Nutzen Sie die SCHUFA als Ihren Verbündeten berichtet haben, wie Sie die SCHUFA ursächlich einsetzen können, mit unserer abschließenden Empfehlung:

Nutzen Sie die diversen Möglichkeiten, die die SCHUFA anbietet, um die Daten zu kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren, die die Einrichtung hinsichtlich Ihrer Kreditwürdigkeit verbreitet.

Auf diese Art und Weise haben Sie zumindest in gewissem Umfang die Chance, Ursache über diesen Informationskanal und damit Ihre Kreditwürdigkeit und Ihre Liquidität beziehungsweise Ihren potentiellen Liquiditätsfluss zu werden.“

Diese Empfehlung war durchaus berechtigt, denn wie sich jetzt gezeigt hat, ist selbst bei einer deutschen Wirtschaftsauskunftei keine Gewähr gegeben, dass die dort gespeicherten Informationen tatsächlich den Tatsachen entsprechen!

Die SCHUFA ist verpflichtet, Ihnen ab dem 1. April 2010 zumindest einmal im Jahr diese Auskunft kostenfrei zur Verfügung zu stellen“, hatten wir Ihnen im Februar mitgeteilt.

Wie war es nun zwischenzeitlich um die Resonanz auf diese Möglichkeit bestellt?

Sehr groß und sogar größer als wir erwartet hatten. Die Medien haben intensiv über diese neue Möglichkeit berichtet und das haben wir vor allem in der ersten Woche gemerkt, da war der Ansturm sehr groß. Bisher hatten wir insgesamt 450 000 dieser kostenfreien Anfragen. Das sind 30 bis 40 Prozent mehr als bisher. Aber wir sehen, dass die Zahl der Anfragen inzwischen wieder auf das ursprüngliche Niveau zurückkehrt, erklärte Dieter Steinbauer in einem Interview mit der Welt am 20. August. Steinbauer ist der amtierende Chef der SCHUFA neben Holger Severitt, nachdem der vorherige Vorstand Rainer Neumann vor wenigen Wochen entlassen wurde.

Darauf angesprochen, dass bis zu 80% der Auskünfte falsch sein sollen, erwidert Steinbauer:

Das ist Unsinn. "Falsch" ist eine vollkommen unzulässige Verkürzung. "Falsch" wird hier auch im Sinne von "nicht vollständig" verwendet. Natürlich lässt es sich bei rund 100 Millionen übermittelten Auskünften nicht völlig vermeiden, dass Daten auch mal "falsch" sind im Sinne von: objektiv nicht richtig. Es ist aber leider auch so, dass nicht alle Kredit gebende Institutionen mit uns zusammenarbeiten, so dass wir gar nicht alle relevanten Informationen haben können. Dann kann es passieren, dass Hinweise auf Konten, Kredite oder Kreditkarten nicht vollständig sind. Häufig wechseln Personen nach einer Heirat den Nachnamen, das lässt sich manchmal nicht ohne weiteres nachvollziehen. Aber wir investieren viel Zeit und Geld, auch in Zusammenarbeit mit unseren Vertragspartnern, um genau diese Lücken zur "Vollständigkeit" zu schließen. Eventuell notwendige Ergänzungen und Korrekturen sind daher auch in unserem Interesse.“

Wie Sie sehen, gibt es viele Gründe, dass „objektiv nicht richtige“ Daten über Sie gespeichert sind. Sie sollten diese traurige Wahrheit zum Anlass nehmen, daraufhin auch Ihre eigenen Daten zu überprüfen, falls nicht bereits geschehen. Denn immerhin ist die SCHUFA die erste Anlaufstelle für Ihre Bank, sollten Sie dort ein Konto eröffnen oder einen Kredit aufnehmen wollen.

Minuspunkte bei der SCHUFA, die Ihren Liquiditätsfluss behindern können, bekommen Sie möglicherweise schon, wenn Sie Ihre Kreditraten wiederholt nicht pünktlich zurückzahlen oder Außenstände bei Versandunternehmen oder Versorgungsbetrieben haben, sofern diese den Zahlungsverzug an die SCHUFA melden.

Deshalb sind Sie gut beraten, wenn Sie sicherstellen, dass Ihre eigenen Einträge „objektiv richtig“ sind. In jedem Fall ist die Auskunftei verpflichtet, gegebenenfalls erforderliche Korrekturen und/oder Ergänzungen auch tatsächlich vorzunehmen. Dies ist also ein Aspekt Ihres Liquiditätsflusses, den Sie kontrollieren können und tatsächlich kontrollieren sollten.

Bleiben Sie wachsam!


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