
Der Euro erholt sich wieder.
Im Laufe der letzten drei Monate hat der Euro mehr als 8% an Wert gewonnen gegenüber dem Dollar. Es macht wirklich nicht viel Sinn. Immerhin ist die Europäische Union bloß noch eine Krise oder zwei davon entfernt auseinanderzufallen. Griechenland ist baden gegangen. Irlands neue Regierung ist gezwungen worden, eine Sicherheitsleistung anzunehmen. Portugals Bundesanleihen werden zu enormen Preisnachlässen gehandelt. Und die wirtschaftlichen Probleme Spaniens werden schlimmer.
Es wird nicht viel brauchen, um das ganze Kartenhaus zum Einsturz zu bringen, dennoch haben Währungshändler den Euro gekauft.
Das macht einfach keinen Sinn.
Zumindest bis Sie die Notlage des Dollars bedenken. Machen wir uns doch nichts vor. Der Dollar ist am Arsch. Entschuldigen Sie bitte die Grobheit dieser Feststellung. Aber es gibt keine andere Art, die Bewegung einer Währung zu beschreiben, die so aussieht:

Der Greenback ist seit der Spitze im letzten Juni 14% gefallen. Und er ist 6% gefallen von dem Hoch, das er im Januar erreicht hat.
Offensichtlich ist die Schwäche des Dollars direkt der Bereitwilligkeit des Vorstandes unserer US-Notenbank zuzuschreiben, soviel von ihnen zu drucken, wie es braucht, um ausreichend US-Schatzanweisungen aufzukaufen, um die Zinssätze künstlich niedrig zu halten. Das ist das Ziel der Programme zur quantitativen Lockerung.
Die Dollarschwäche trägt bei zur Stärke des Preises für andere Anlagen, einschließlich Aktien, Waren und ausländische Währungen. Somit ist die neue Stärke des Euro nicht notwendigerweise auf verstärkten Optimismus im Hinblick auf das Schicksal der Europäischen Union zurückzuführen. Vielmehr wird sie durch die Dollarschwäche verursacht.
Währungshändler fliehen aus dem Dollar und strömen zu anderen Währungen hin. Folglich fällt der Dollar und der Euro steigt. Es ist ein logischer Handel. Immerhin, falls die US-Notenbank fest entschlossen ist, den Dollar zu zerstören, um die Zinssätze niedrig zu halten, werden sie schließlich erfolgreich sein. Aber "schließlich" kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.
Die short-Dollar/long-Euro Kombination ist wieder ein populärer Handel. Er ist zu populär.
Märkte funktionieren nicht immer nach den Gesetzen der Logik. Und sie verachten Beliebtheit. Wenn sich zu viele Menschen auf einer Seite eines Handels ansammeln, hat der Markt die scheußliche Angewohnheit, in die andere Richtung zu gehen.
Genau das ist passiert, als der Dollar im letzten April die Talsohle erreicht hat. Der Greenback erholte sich 10%, und der Euro fiel 10%. Es geschah ebenfalls im letzten November. Jeder war bärisch hinsichtlich des Dollars. Sie standen Schlange, um den Euro zu kaufen. Der Handel brach zusammen. Der Dollar schoss raketenartig in die Höhe, und der Euro sank.
Es ist alles so eingerichtet, dass es in diesem Augenblick wieder geschehen könnte. Der Dollar ist bereit sich zu erholen, und der Euro steht im Begriff einzubrechen.
Jeder ist hinsichtlich des Dollars auf Baisse gerichtet. Viele Newsletter-Autoren sind hinsichtlich des Dollars auf Baisse gerichtet. Die Schlagzeilen in den Zeitschriften schreien Warnungen vor einer Dollarkatastrophe heraus. Die Sprecher in den Finanzmedien sind hinsichtlich des Greenback allgemein düster. Und obgleich ich langfristig mit ihnen übereinstimme, sind wir soweit, kurzfristig eine große Dollarerholung zu sehen (und einen Rückgang des Euro).
Gutes Trading!

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