
Es gibt einen Indikator, der Ihnen das zu erwartende Schicksal des Euro verrät. Kollege Tom Dyson beschreibt ihn mit dem Bild einer "gebrochenen Stauanlage":
Ein starker Fluss muss gestaut werden. Ihr Job ist es nun, die stärkste Stauanlage zu bauen, der mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln machbar ist. Sie setzen also alle Ihre Mittel ein und bauen diese Anlage. Und es funktioniert eine ganze Weile lang. Die Staumauer hält das Wasser zurück mit der Folge, dass sich über kurz oder lang ein Staubecken bildet. Der Pegel des Wassers in diesem Staubecken steigt und folglich nimmt der Druck des Wassers zu. Schließlich entsteht ein derart massiver Druck, dass die Staumauer dem nicht mehr standhalten kann und nachgibt und anfängt zu bröckeln. Das Wasser sprengt schließlich den nachgebenden Widerstand der Staumauer und strömt ins Tal und reißt dabei alles mit sich, einschließlich der Mauer.
Auch unsere Regierungen sind damit beschäftigt, solche Stauanlagen in den Finanzmärkten zu bauen. Sie bedienen sich dabei der Mittel, die ihnen die Devisenbewirtschaftung zu bieten hat, d.h. sie beaufsichtigen und lenken den gesamten Zahlungs-, Kredit- und Kapitalverkehr mit dem Ausland. Ihr Ziel ist es, möglichst viel Geld im Land zu behalten und deshalb die Bürger davon abzuhalten, Geld aus dem Land hinauszubringen. Mit niedrigen Zinssätzen soll der Konsum gefördert werden. Mit Lohnstopps soll die Lohninflation gestoppt werden. Zudem werden Subventionen zugeteilt, um notleidende Industrien am Leben zu halten.
Es lassen sich Tausende von Beispielen finden, bei denen die Staumauern der Regierung nicht gehalten haben. Ein nahezu klassisches Lehrstück ereignete sich 1992, als in Großbritannien ein Staudamm der britischen Regierung in den Devisenmärkten einbrach.
Großbritannien hatte sich einem Währungssystem mit den anderen europäischen Ländern angeschlossen. Siehe hierzu auch der Wikipedia Artikel über die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU). Für die Mitgliedschaft in dieser Union musste Großbritannien seine Währung auf einem hohen Niveau halten. Die wirtschaftlichen Grundlagen in Großbritannien boten jedoch keine Basis für die hohe Bewertung des Britischen Pfunds. Folglich sah sich die Regierung im September 1992 genötigt, eine eigene Stauanlage zu bauen. Sie gab 50 Milliarden $ aus und kauften das Pfund und legte die Zinssätze bei 10% fest, um Investoren einen Anreiz zu bieten, ebenfalls das Pfund zu kaufen.
Trotz aller Bemühungen funktionierte diese Stauanlage jedoch nicht. Das Potential des Wasserdrucks überstieg die Kapazität der Anlage. Anders ausgedrückt, die Kräfte, die das Pfund nach unten drückten, waren stärker als die Staumauer, die den aus Britischen Pfund bestehenden Stausee absichern sollte. Der Druck stieg und weitere Anstrengungen wurden unternommen, um die Staumauer zu stärken. So erhöhte die Zentralbank am 16. September 1992 die Zinssätze von 10% auf 15% in einer letzten Anstrengung, die Sprengung der Mauer durch den übermäßigen Druck zu verhindern. Es hat nicht funktioniert. Die Staumauer gab nach und wies zuerst kleine Risse und Löcher auf, bis letztendlich die ganze Mauer einstürzte: Das Pfund fiel im Laufe der nächsten sechs Monate von 2 $ auf 1,42 $.
Im Oktober 1992 trat Großbritannien aufgrund der Pfundkrise aus dem Europäischen Währungssystem aus.

Der legendäre Risikofond-Manager George Soros machte sich die kritische Lage des Britischen Pfund zunutze. Soros und andere hatten große Geldsummen zur Schwächung des Pfunds eingesetzt. Trotz der Anhebung der Zinssätze setzten sie weiterhin hohe Summen gegen das Britische Pfund. Als sich der EWS Beitritt erledigt hatte, wurden auch die Zinsen wieder auf das alte 10%-Niveau gesenkt. Daraufhin fiel das Pfund allein in den nächsten fünf Wochen um fast 15% gegenüber der deutschen Mark und um 25% gegenüber dem US-Dollar. Spekulant Soros brachte das einen Milliardengewinn ein sowie den Beinamen „The man who broke the Bank of England“.
Wir finden den Euro jetzt an genau demselben Punkt vor, an dem sich das Pfund im November 1992 befunden hat. Fünf Euronationen haben einfach zu viel Geld geliehen. Jetzt unternehmen sie alle erdenklichen Anstrengungen, um ihre Schulden zu bedienen. Angesichts der wirtschaftlichen Grundlagen der Euronationen wäre eigentlich eine viel niedrigere Schätzung für den Euro angesagt, möglicherweise gar der vollständige Zerfall der Währungsunion.
Deutschland und Frankreich als die Hauptträger dieser Union wollen verständlicherweise nicht, dass ihre Währung Wert verliert. Folglich sahen sie sich ebenfalls veranlasst, eine Stauanlage zu bauen, um den Wert ihrer Währung abzustützen. Diese Stauanlage besteht aus einem 1 Billion $-Fond, um eine Deckung zu schaffen für die Schulden der schwächsten Wirtschaften: ein Bailout-Konstrukt für den Euro.
Aber auch diese Staumauer weist bereits Risse auf.
Griechenland ist das schwächste Glied unter den notleidenden Ländern. Doch trotz der Stauanlage samt ihres 1 Billion $-Bailout-Fond erreichten die Zins- und Versicherungssätze auf griechischen Obligationen letzte Woche neue Rekordhöhen. Angesichts der derzeitigen Entwicklung der Märkte stehen zu Chancen mehr als 50%, dass Griechenland irgendwann in den nächsten fünf Jahren seine Anleihen nicht wird bezahlen können.
Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass die Investoren inzwischen weniger Vertrauen zu den griechischen Schulden haben, als es vor dem europäischen Bailout der Fall war.
Dieses nachlassende Vertrauen seitens der Investoren ist wiederum ein Indikator dafür, dass die Staumauer dem Druck des Staubeckens nicht wird standhalten können. Wenn die Staumauer durch diesen Druck gesprengt wird, können wir mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass Europa währungstechnisch in Apathie verfallen wird. Und einmal in Apathie angelangt, werden sie nicht mehr um den Euro kämpfen.
Wie dem auch sei – das ist noch lange kein Grund für den einzelnen Investor, ebenfalls in Apathie zu verfallen.
Ganz im Gegenteil bietet dieser rissige Staudamm reichlich Gelegenheit zur Absicherung, beispielsweise in Form von Goldbarren. Die staatlichen Stauanlagen dienen der nämlich Absicherung von Papiergeld (das sogenannte Fiat-Money), das ansonsten durch keinerlei reale Gegenwerte abgesichert ist. Und immer dann, wenn staatliche Stauanlagen brechen, werden Sie sehen, wie Gold als Nicht-Papierwährung steigt. Wie Sie an diesem Chart sehen können, ist Gold in den vergangenen neun Jahren jedes Jahr kontinuierlich höher geklettert:

Quelle: http://www.ariva.de/
Und es wird noch viele weitere Jahre lang steigen.
Gutes Investieren!

Zwanzig Totschlag-Argumente gegen Gold: Sklavenaufstand im Weltreich der Papiergeldkönige

Freiheit durch Gold: Sklavenaufstand im Weltreich der Papiergeldkönige

Alles, was Sie über Gold wissen müssen: Hintergründe, Fakten und Anlagetipps für den wichtigsten Rohstoff der Zukunft
Die Inhalte in InvestorWissen24.de dienen ausschließlich Ihrer Information und Anregung. Die bereitgestellten Informationen stellen insofern keine Empfehlungen oder Bewertungen für Ihre persönliche Finanzsituation dar. Sie sind auch nicht dazu gedacht, professionelle Beratungen durch im Börsen- und Finanzwesen tätige Experten zu ersetzen. Bei allen individuellen Fragen und Entscheidungen rund um Ihre Finanzen sollten Sie auf jeden Fall einen Experten hinzuziehen
Wir sind bemüht, Informationen so aktuell und umfassend wie möglich zu recherchieren und zu präsentieren; eine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität können wir jedoch nicht übernehmen.
Wir übernehmen keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.