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Die Prognose für Ihre künftigen Gewinne

Von: A. Bold - 07.06.2012
New Yorker Börse - Eduard Hueber Asymptote-Architecture

New Yorker Börse - Eduard Hueber Asymptote-Architecture

In Amerika ist es bald wieder soweit. Die ersten Vorboten zeigen sich bereits am Horizont.

Worum es geht? Nun, wie könnte es anders sein, die Rede ist von einer weiteren Runde, nämlich die dritte, der Quantitativen Lockerung (Quantitative Easing - QE), also einem massiven Stimulusprogramm zur Ankurbelung der Wirtschaft.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an unseren Artikel Investoren aufgepasst: Ein entscheidender Tag steht bevor vom April letzten Jahres, in dem wir Ihnen berichtet hatten über Q2, also die zweite Runde der Quantitativen Lockerung, und wie solche staatlichen Finanzspritzen, solange sie andauern, "Miniblasen" verursachen bei den Aktienkursen der betroffenen Sektoren. Und sobald der Geldsegen versiegt, brechen die Kurse wieder ein. Und wir hatten Ihnen angekündigt: „Angesichts dieser genannten Beispiele steht zu erwarten, dass die Entwicklung bei QE2 einen ähnlichen Verlauf nehmen wird: Aktien, Waren und hochverzinsliche Schuldverschreibungen schießen zunächst nach oben, um dann wieder einzubrechen, sobald die Gelder versiegen.“

Nun zeigen sich also die Vorboten für die dritte Runde der Quantitativen Lockerung, Q3.

Doch diese wird natürlich nicht so aus heiterem Himmel in Gang gesetzt, sondern sie wird ganz ordnungsgemäß angekündigt werden. Für diese Ankündigung bedarf es allerdings eines Anlasses, einer Rechtfertigung. Und eben die zeigt sich jetzt am Horizont.

Vergangenen Freitag sorgten die aktuellen Zahlen über den US-Arbeitsmarkt dafür, dass etlichen Investoren der blanke Schrecken in die Glieder fuhr. Die Nachrichtenagentur Reuters vermeldete am Samstag, der US-Arbeitsmarkt würde sich unerwartet schlecht entwickeln und damit Sorgen vor einer Abschwächung der globalen Konjunktur schüren:

„In der weltgrößten Volkswirtschaft entstanden im Mai nur 69.000 neue Jobs und damit so wenig wie seit einem Jahr nicht mehr. Experten hatten im Schnitt mit 150.000 gerechnet. Zudem schuf die US-Wirtschaft schon im März und April knapp 50.000 Stellen weniger als zunächst angenommen, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg im Mai auf 8,2 von 8,1 Prozent. Sollte der Jobmarkt sich in den kommenden Monaten nicht spürbar erholen, dürfte dies die Wiederwahl-Chancen von Präsident Barack Obama erheblich belasten.

"Es liegt immer klarer auf der Hand, dass wir uns mitten in einer Abkühlung der globalen Wirtschaft befinden", sagte Analyst Tom Porcelli von RBC Capital Markets. "Von China über Europa bis zu den USA - alle Daten zeigen eine spürbare Verlangsamung", betonte auch John Kilduff von Again Capital.“

Für die Börse bedeuteten diese nüchternen Meldungen einen Rückgang der Kurse auf ihren Ausgangspunkt zu Beginn dieses Jahres.

Für die Politiker bietet sich damit ein perfektes Timing, um mit diesem Vorwand noch rechtzeitig zu den Wahlen im November die Wirtschaft mit neuen Stimuli ankurbeln und dadurch auf Stimmenfang gehen zu können.

Und nicht nur das Timing stimmt, sondern sie werden jetzt auch noch aufgefordert, sich wieder als Retter der Wirtschaft profilieren zu dürfen. Die Rufe nach einem erneuten Stimulus mehren sich in den Medien, denn schließlich verlangsame sich die Wirtschaft. Damals im April hing die dritte Runde der staatlichen Stimuli bereits in der Luft. Doch angesichts der positiven Anzeigen in der Wirtschaft schien es keinen Bedarf dafür zu geben und somit wurde in der Öffentlichkeit auch dagegen protestiert.

Es gibt hier ein Gesetz, und das besagt, sobald Sie einmal den Pfad des Gelddruckens eingeschlagen haben, gibt es keine Rückkehr. Die Eltern unter Ihnen werden dieses Prinzip bei der Kindererziehung bereits beobachtet haben. Und für Politiker, die zudem für ihre berufliches Überleben von den Wählerstimmen abhängen, gilt das erst recht.

Dieses politische Kalkül ist nicht zu unterschätzen. Auch der Vorsitzende der US-Notenbank Ben Bernanke muss Rücksicht darauf nehmen. Immerhin hatte er sich bereits den Spitznamen „Helicopter Ben“ eingehandelt. Dem vorausgegangen war eine Rede, in der er erwähnt hatte, dass die Regierung in einem Fiat Money-System die physischen Mittel besäße, Geld zu schaffen, und die Kontrolle der Produktionsmittel für Geld beinhalte, dass die Regierung eine Deflation immer vermeiden könne, indem sie einfach mehr Geld herausgibt. Die negative Publicity, die er sich daraufhin einfing und die in dem Spitznamen „Helicopter Ben“ zum Ausdruck kam, war sicherlich keine Erfahrung, die er sich noch einmal wünscht. Deshalb war schon im vergangenen Sommer zu erwarten, dass er sich ohne ausdrückliche Aufforderung und Bitten kein weiteres Mal auf diese Glatteis-Schiene begeben würde. Wenn allerdings erst einmal die Rufe aus der Öffentlichkeit laut werden nach einem weiteren Stimulus, weil sich die Wirtschaft schließlich verlangsamen würde, schaut es schon ganz anders aus.

Und die Besorgnis angesichts der matten Arbeitsmarktzahlen ließ schon die ersten Stimmen wach werden nach einem erneuten Stimulus. Sicherlich wird Ben Bernanke sie vernehmen. Und in dem Maße, wie diese Stimmen im Laufe der kommenden Wochen einhelliger und eindringlicher werden, können Sie davon ausgehen, dass wir auch eine entsprechende Ankündigung von ihm zu hören bekommen werden. Und er wird eine Chance bekommen, sich dann als Retter der Nation zu präsentieren.

Bernankes Vorgehensweise funktioniert ähnlich dem Spiel mit einem Peitschenkreisel. Der Kreisel (die Wirtschaft) dreht sich, und sobald er sich verlangsamt, wird er mit einem Peitschenhieb (Stimulus) erneut angekurbelt. Es ist alles eine Frage des richtigen Timings. Solange der Peitschenhieb immer rechtzeitig kommt, dreht sich der Kreisel und dreht sich und dreht sich…

Für Sie als Investor ist es wichtig zu wissen, dass bereits die Ankündigung eines erneuten Stimulus reicht, um zu bewirken, dass die Aktien anziehen und zu einer „Miniblase“ formen. Und das tun sie zunächst recht zügig mit dem Potential großer Gewinne. Dieser Anstieg hält dann ungefähr drei Monate an, bis schließlich die Spitze der Blase erreicht ist.

Parallel zum Anziehen der Kurse steigt auch das Stimmungsbaromenter an der Börse, das Sentiment.

Mitte bis Ende Juli dürfte es dann wieder soweit sein, dass tatsächlich die Spritzen in die Wirtschaft injiziert werden. Und Sie werden sehen, pünktlich zur US-Präsidentschaftswahl im November wird sich das Börsensentiment wieder ganz oben befinden. Einige Börsenexperten gehen sogar davon aus, dass es möglicherweise gar zu einer globalen Anstrengung kommt, die Wirtschaft mittels Finanzspritzen voll auf Touren zu bringen.

Sie sollten sich allerdings im Klaren darüber sein, dass jegliche Finanzspritzen bedeuten, dass aufgrund der Zunahme der Geldmenge in der Wirtschaft die Sparer bestraft werden, denn ihre Ersparnisse verlieren an Wert, während die Leute, die über ihre Verhältnisse gelebt und/oder schlichtweg Fehler begangen haben, belohnt werden. Fair ist etwas anderes und therapeutisch ist es auch nicht unbedingt.

Wie dem auch sei…

Sie und ich müssen mit diesen manipulativen Spielen umgehen lernen. Und solange wir hellhörig bleiben für die jeweiligen Indikatoren, die uns einen Stimmungsumschwung ankündigen, bleibt das Spiel halbwegs berechenbar.

Und die Indikatoren sagen uns, dass im Juli mit der dritten Runde der Quantitativen Lockerung zu rechnen ist, begleitet von einer Börsenerholung, die bis zur Wahl im November reicht. Der richtige Punkt, um Aktien zu kaufen, ist demnach jetzt, solange sie noch schwach sind, zumal sie gerade auf den Punkt von Anfang 2012 zurückgefallen sind.

Das ist Ihre Chance. Nutzen Sie sie weise.

Gutes Investieren!



Unser Buchtipp zu diesem Thema:

Die Herren des Geldes: Wie vier Bankiers die Weltwirtschaftskrise auslösten und die Welt in den Bankrott trieben


Eine weitere Empfehlung:

Das Anti-Crash-Buch: Staatsbankrott und Inflation überstehen


Eine weitere Empfehlung:

Wie eine Volkswirtschaft wächst ...: ... und warum sie abstürzt



Bildquelle:
New York Stock Exchange Advanced Trading Floor, New York, NY 2001. Courtesy of Asymptote Architecture.
Photography: Eduard Hueber, courtesy of Asymptote Architecture.
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Wikipedia


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