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Der unaufhaltsame Anstieg des Goldes

Von: A. Radan - 28.09.2010

Meine Lösung ist, genügend Goldaktien zu besitzen, so dass ich glücklich wäre, die Erholung des Goldpreises zu sehen, aber ebenfalls genügend Cash zu haben, so dass ich gleichfalls glücklich wäre, den Goldpreis fallen zu sehen, denn dann könnte ich meine Positionen zu attraktiveren Preisen vermehren. Es ist eine Gewinn-Gewinn Position und mit Sicherheit behebt es schlaflose Nächte voller Sorgens darüber, was der Markt nächste Woche anstellen wird".
Paul Van Eeden



Werfen Sie einmal einen Blick auf diesen Graphen:


Quelle: www.ariva.de

Dieser Graph kann gut und gerne noch weiter steigen, es spricht einiges dafür. Gold hat einen erneuten 4 $ Sprung gemacht auf ein neues Rekordhoch von 1.296 $. Es fehlt nicht mehr viel für einen neuen Rekord und das Überschreiten der 1.300 $-Marke.

Ein Markt, der immerzu steigt, Jahr für Jahr – ist das nicht vielleicht eine Falle?

Gold ist im Jahre 2000 gestiegen, als der dotcom Markt zusammengebrochen ist und sich die Magie der Technologie-Bubble, die so viele Investoren und auch Otto-Normalverbraucher in ihren Bann gezogen hat, buchstäblich über Nacht in Luft aufgelöst hat.

Gold ist 2001 gestiegen, als anlässlich der Terroranschläge am 11. September der Krieg gegen den Terror eingeläutet wurde.

Und Gold stieg in 2002. Und 2003. Und 2004.

Nicht anders verhielt es sich 2005, als sich die Finanzblase ankündigte, 2006, als sich das Wohnungswesen in den USA immer weiter aufblähte, wie auch 2007, als eben dieser Blase die Luft ausging.

Kaum jemand hat die Katastrophenmeldungen 2008 vergessen, als die Pleiten der Wall Street die Titelzeilen füllten und die US-Notenbank in einen Sektor nach dem anderen einstieg: das Wohnungswesen, die Automobilindustrie, die Versicherungen, die Kreditinstitute. Und wiederum setzt Gold seinen unaufhörlichen Anstieg fort.

2009 war gekrönt von den Druckerpressen der Fed, die den Aufschwung mit frisch gedruckten 1,2 Billionen $ zu erzwingen versuchte. Und immer noch stieg das Gold.

Angesichts dieser Entwicklung drängt sich dem staunenden Beobachter zwangsläufig die Frage auf, was muss denn nun passieren, damit Gold nicht weiter steigt? Denn selbst nach dem offiziellen Ende des Konjunkturrückgangs vor mehr als einem Jahr steigt Gold immer noch.

Es sieht ganz so aus, als wäre es kaum möglich, dass Gold jemals wieder fallen könnte – und das, wissen wir, ist de facto nicht möglich. Falls sich die Wirtschaft erholt, mit der Inflation in ihrem Kielwasser aufgrund der verstärkten Verbrauchernachfrage, wird Gold zweifelsfrei weiter steigen. Sollte die Wirtschaft weiter den Bach runter gehen, wird sich die Fed wiederum als Retter aufschwingen und die Druckpressen erneut auf vollen Touren laufen lassen mit der Folge, dass Gold jetzt erst recht weiter steigt.

Bei diesen Überlegungen ist noch gar nicht der riesige Appetit der Chinesen berücksichtigt, die zwar der weltgrößte Goldproduzent sind, aber auch einen unglaublichen Appetit auf Gold entwickelt haben, weil ihnen ihre in US-Dollars gehaltenen Devisenreserven längst nicht mehr sicher genug erscheinen und Schutz vor der Inflation auch in China ein großes Thema geworden ist. Chinas Reserven bestehen bislang nur zu 1,7% aus Gold. Sollte es sich die Einschätzung einer Reihe von Analysten bewahrheiten, die von angestrebten 10% ausgehen, dann wird China für diese fehlenden 8,3% jede erdenkliche Unze Gold auf dem Weltmarkt einkaufen oder aber - falls sie sich auf ihren inländischen Goldmarkt beschränken -  20 Jahre lang brav jede einzelne inländische Unze Gold ansparen müssen, um dieses Ziel zu erreichen.

Nach den drei Rekordständen der letzten Woche, wie geht es nun weiter? Unsere Erfahrungen im Zusammenhang mit Konjunkturzyklen und ihren fünf Stadien von Wachstum (Expansion), Spitze, Rezession (Kontraktion), Depression (Konjunkturtief) und Aufschwung sagen uns, dass ein beständiges, nahezu ununterbrochenes Wachstum weder realistisch denkbar noch gesund sein kann.

Andererseits haben uns die Erfahrungen der Vergangenheit mit all den Experimenten, die die Menschen mit ihren Währungen durchgeführt haben, aber auch gezeigt, dass keine Währung eine derartige Beständigkeit vorweisen konnte wie Gold. Bill Bonner kommentiert diese Experimente wie folgt:

Im Laufe der Jahrhunderte hat die Menschheit häufig mit Alternativen zu Gold experimentiert. Angetrieben durch Diebstahl oder Verzweiflung wurden Nichtedelmetall und Papier bei vielen Gelegenheiten versucht. Papier war besonders vielversprechend. Man konnte so viele Nullen auf ein Stück Papier setzen, wie man wollte, ein unendliches Angebot an "Geld" kreieren, wie Ben Bernanke einmal bemerkte, zu unwesentlichen Kosten. Aber die Experimente endeten alle schlecht. Die Leute haben begriffen, dass man ohne jeden Aufwand erhaltenes Geld nur zu großen Kosten wieder loswerden konnte. In Anbetracht der Fähigkeit, "Geld" nach Wunsch zu schaffen, wird ein Zentralbanker früher oder später zu viel erschaffen.

Aber eine Generation lernt. Die nächste vergisst.

Wir dürfen diese Entwicklung also weiterhin mit Spannung beobachten.

Gutes Investieren!


Unser Buchtipp zu diesem Thema:

Die geheime Goldpolitik: Warum die Zentralbanken den Goldpreis steuern


Eine weitere Empfehlung:

Gold - Edelmetall und Phänomen


Eine weitere Empfehlung:

Zwanzig Totschlag-Argumente gegen Gold: Sklavenaufstand im Weltreich der Papiergeldkönige


Eine weitere Empfehlung:

Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse


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