
Wir haben – markttechnisch betrachtet – einen strahlenden September hinter uns. Genug Grund, dass etliche glückliche Investoren ein strahlendes Lächeln auf ihren Lippen tragen können. Zumal auch der Oktober bis jetzt recht vielversprechend aussieht.
Eine ganze Reihe von Erwartungen sind erfreulicherweise in Erfüllung gegangen: So ist Gold gestiegen, Aktien waren Anfang September ein günstiger Kauf und selbst die US-Bundesanleihen konnten günstig gekauft werden (2,5% Ertrag am Anfang des Monats).
Nur eine Sache fiel aus dem Rahmen und stieg nicht: der US-Dollar. Im Gegenteil, seit Anfang September ist er nahezu 8% gefallen.
Dieser Graph mit den unterschiedlichen Bewegungen von US-Dollar, Gold, S&P 500, US-Bundesanleihen und Euro spricht für sich selbst:

Der Dollar hat eine Menge einstecken müssen. Das lässt ihn allerdings geradezu prädestiniert sein für einen scharfen Anstieg (siehe unser Artikel Der Dollar wieder gut für starken Anstieg).
Langfristige Trends können sich über Jahre hinziehen. Das gilt auch für den Niedergang des Dollars. Das heißt aber noch lange nicht, dass man deshalb komplett die Finger davon lassen sollte, ganz und gar nicht. Denn auf diesem langen Weg gibt es zwangsläufig auch immer wieder Beulen. Wir sprechen dann von "Korrekturen". Dieses Phänomen tritt in der Regel immer dann auf, wenn jeder auf eine Seite eines Trades gesprungen ist. Das obige Chart zeigt recht anschaulich, wie der ganze Markt unisono Reißaus genommen hat vor dem US-Dollar. Das ist ein gutes Zeichen eines nahe bevorstehenden Bounce.
Des einen Freud, des anderen Leid. Denn dieser scharfe Anstieg, so er denn kommt, könnte sich als ein großes Problem erweisen für all die Investoren, die sich im Vertrauen auf einen schwachen Dollar bei jeder der anderen Anlagen zu weit auf der long Seite vorgewagt haben.
Lassen Sie uns einen Blick auf die Entwicklung werfen:
Von Mai bis Anfang August dieses Jahres war für den Dollar ein ähnliches Panikverhalten zu beobachten. Und prompt gab es eine Reaktion mit einem 3% Bounce in nur einer Woche. Und genau in dieser selben Woche sind der S&P 500 3,8% und der Euro 4% gefallen.
Der Aufschwung des Dollars im August hielt sich ungefähr drei Wochen lang. Während dieser Zeit erlebte der S&P einen 6% Ausverkauf und der Euro ist 5% gefallen. Eine strahlende Ausnahme gab es allerdings: Gold hat es geschafft, nicht nur nicht zu fallen, sondern in Gegenteil fast 3% zuzulegen.
Der 31. August markiert das Ende des Dollaraufschwungs. Und siehe da, Aktien und Euro sind seitdem gestiegen. Jetzt ist es Zeit für mindestens eine vorläufige Umkehrung – und Gelegenheit, um einige vorsichtige Wetten einzugehen.
Aktien können ein äußerst lohnenswertes Investment sein. Seien Sie sich aber im Klaren darüber, dass der S&P jedes Mal Prügel einstecken muss, sobald der Dollar Stärke zeigt.
Sie haben natürlich auch die Möglichkeit, short zu gehen mit dem Euro. Es ist durchaus möglich, dass die Panik im Hinblick auf den Euro im Mai ihren Höhepunkt erreicht hat und hier keine größeren Panikattacken mehr zu befürchten sind. Aber die schwachen Kandidaten unter den Euronationen wie Griechenland und Irland haben ihre Krankheiten noch nicht überwunden. Von daher stehen hier noch einige Fragezeichen im Raum.
Der Euro ist seit dem 31. August gegenüber dem Dollar um 10% gestiegen, Anlass für viele Trader, long Positionen mit dem Euro einzugehen. Das zeigt sich auch in dem Commitment of Traders Report (CoT) vom Freitag. Diesem Bericht zufolge hat sich nämlich die Anzahl der bullischen Wetten auf den Euro gegen den US-Dollar derzeit annähernd verdreifacht!
Das erinnert an das Bild in der ersten Juni Woche, als der Euro kurz unter 1,20 $ die Talsohle erreichte und fast genau das gleiche Verhältnis von bullischen zu bärischen Wetten registriert wurde. Damals waren 75% der Trader Wetten für den Dollar und gegen den Euro. Seitdem ist der Euro auf 1,40 $ gestiegen.
Es sind großartige sechs Wochen gewesen. Alles konnte zulegen – nur eben der Dollar nicht. Insofern ist es Zeit, sich für den bevorstehenden scharfen Anstieg des Dollars zu wappnen.
Gutes Trading!

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