Startseite

Der anscheinend unaufhaltsame Höhenflug von Gold

Von: A. Radan - 16.09.2010


"Wir haben viel Geld angelegt während der Verwirrung der letzten zwei Jahre. Wenn es Gold regnet, greifen Sie nach einem Eimer, nicht einem Fingerhut."
Warren Buffett


Schauen Sie sich einmal in aller Ruhe diesen Graphen an ...:


Quelle: http://www.ariva.de/


Wie Sie sehen, hat sich der Goldpreis zu einem erneuten Höhenflug aufgemacht und mit einem erneuten Rekordhoch aufgewartet mit zeitweise 1.274 Dollar pro Feinunze. Das ergibt für dieses Jahr schon ein Plus von 15%, seit Anfang 2009 sind es bereits 44% und in den letzten acht Jahren 353%! Wenn diese Entwicklung des Goldmarktes für den Rest des Jahres andauert, wird es über eine ganze Dekade hinweg jedes Jahr höher geschlossen haben.

"Ich werde überrannt", ließ ein Makler für Goldbarren verlautbaren. "Wann immer Gold einen neuen Höchststand erreicht, klingelt das Telefon."

Und das ist umso bemerkenswerter, als sich in letzter Zeit die bedeutendsten Indizes – wie der Dax, der Stoxx, der Dow Jones Industrieaktienindex (DJIA) und auch der S&P 500 – nicht so recht von der Stelle bewegen wollten, von kleineren Auf- und Ab-Bewegungen einmal abgesehen.

Hier zum Vergleich das Chart des Dow Jones:



Auch die anderen Edelmetalle konnten deutliche Zunahmen verzeichnen: Bei Silber sind es beachtliche 21,5%, Platin immerhin noch 8,4%. Und auch Palladium ist in die Höhe geschossen.

Was sagen uns diese Zahlen? Genau, sie bestätigen wieder einmal die Binsenweisheit, dass Verunsicherung auf Seiten der Investoren zu einer steigenden Nachfrage bei den ‚sicherer Hafen‘-Investments führen, die nun einmal von den Edelmetallen angeführt werden. Denn egal, wie stürmisch die Zeiten auch sein mögen, Edelmetalle haben ihnen aufgrund ihrer eigenen Werthaltigkeit per se immer etwas entgegenzusetzen.

Afshin Nabavi, der Senior Vizepräsident der MKS Finance SA, einer international tätigen Schweizer Finanzgesellschaft, die sich auf Edelmetallverarbeitung und -handel sowie auf Vermögensverwaltung spezialisiert hat und in Genf, Schweiz, ansässig ist, kommentierte diese Entwicklung wie folgt:

"Alle vier Edelmetalle beobachten derzeit sehr eingehend den US-Dollar, und falls sich der Dollar nicht als solches entwickelt, wird dieses sicherer Hafen-Kaufen bei den Edelmetallen andauern.“

Nabavi geht davon aus, dass das unvermittelte Schwächeln des Dollars diesen neuerlichen Aufschwung von Gold in Gang gesetzt hat. Zudem hätte auch die Sorge über einen sich verlangsamenden Aufschwung dazu beigetragen, dass sich Investoren wieder verstärkt auf Gold konzentrieren würden. Der Preis des Metalls stieg um 9,50 $ sprunghaft nach oben, und zwar in der kurzen Zeitspanne vom Londoner Fixing am Montag Nachmittag bis zum nächsten Fixing am Dienstag Morgen.

Die Preise zogen an, als das Update 1 der Gold Survey 2010 veröffentlicht wurde (Update 2 wird im Januar 2011 erscheinen). Diese Bestandaufnahme findet weltweit Beachtung. Sie wird herausgegeben von der GFMS Ltd., einem in London ansässigen Beratungsunternehmen für Edelmetalle, das sich auf die Erforschung der globalen Märkte für Gold, Silber, Platin und Palladium spezialisiert. Und eben dieses Aktualisierung sagte voraus, dass die starke Nachfrage nach Gold die Preise "bequem über" 1.300 $ pro Unze am Ende des Jahres steigen lassen könnte.

"Wir werden wahrscheinlich eine ganze Menge an Gewinnmitnahme bekommen, während wir auf das neue Jahr zusteuern, aber ich würde das nicht als Zeichen werten, dass die Partie gelaufen ist - weitere Gewinne in 2011 liegen durchaus im Bereich des Möglichen", verkündete Philip Klapwijk, GFMS Vorsitzender, in einer Presseverlautbarung.

Das Beratungsunternehmen erklärte, dass die Ungewissheit im Hinblick auf den wirtschaftlichen Aufschwung und die Staatsverschuldung das Interesse an Investitionen weiterhin schüren würden. Investitionsnachfrage sollte von der Bedrohung der Inflation profitieren, während Zentralbanken die Zinssätze reduzieren, um mit der Möglichkeit einer Double-Dip Rezession und der hohen Arbeitslosigkeit, schloss die aktualisierte Bestandsaufnahme.

"Die Vereinigten Staaten haben es bis jetzt geschafft, die staatliche Schuldenkrise zu umgehen", sagte Klapwijk. "Aber das könnte sich in Zukunft ändern, und das würde den Dollar untergraben und Gold in die Höhe treiben."

Das Anziehen der Goldpreise wurde im Wesentlichen zurückgeführt auf die verstärkte Investmentnachfrage zu Beginn dieses Jahres beschrieben. GFMS hat im Rahmen seiner Bestandsaufnahme ermittelt, dass das Goldinvestment in der ersten Hälfte dieses Jahres weltweit um fast 40% auf 778 Tonnen gefallen ist von 1.260 Tonnen in derselben Periode des Vorjahres, als die Investmentnachfrage ein Rekordhoch erreicht hat. Der Nachfrage Rückgang der ersten Hälfte wurde auf die Liquidationen im amerikanischen Futures-Markt zurückgeführt.

Die geringeren Bestände an Bruchgold  (scrap gold) haben ebenso zu den höheren Goldpreisen beigetragen wie die verstärkte Nachfrage nach Schmucksachen, das ergaben jedenfalls die Untersuchungen des Beratungsunternehmens. Die Nachfrage nach Schmucksachen war in 2009 noch flau gewesen, um dann in diesem Jahr um 3,5% auf 1.819 Tonnen anzusteigen.

"Es ist schwierig zu sehen, wie Kursgewinne wahrhaft nachhaltig sein können, wenn bedeutende Verarbeiter wie Indien und die Türkei Nettoausfuhrhändler von Goldbarren sind, die Position, in der wir uns Anfang letzten Jahres befanden", sagte Klapwijk. "Jedoch, schnell zu 2010, als der indische Einkauf um ungefähr 170 Metertonnen emporschnellte, und Sie können sofort sehen, wie Investitionen eine viel festere Basis hatten, auf der aufgebaut werden konnte."

Aber das Beratungsunternehmen sagte, dass es in der zweiten Jahreshälfte starke Investor-Flüsse bei Gold geben würde, angetrieben durch hohe Preise und günstige Wirtschaftsbedingungen für Goldbarren Investments. Die Prognose für weltweite Investments sieht einen Anstieg vor auf 1.313 Tonnen von 633 Tonnen im zweiten Halbjahr 2009.

Auf der Angebotsseite wurde für die gesamte Minenproduktion ein Anstieg um 2,4% auf 2.637 Tonnen prognostiziert. Alte Bruchgoldbestände würden in 2010 auf eine absolute Rekordhöhe von 1.753 Tonnen ansteigen, womit dann der vorherige Rekord von 1.672 Tonnen im letzten Jahr übertroffen würde.

Gutes Investieren!


Unser Buchtipp zu diesem Thema:

Gold - Edelmetall und Phänomen


Eine weitere Empfehlung:

Alles, was Sie über Gold wissen müssen: Hintergründe, Fakten und Anlagetipps für den wichtigsten Rohstoff der Zukunft


Eine weitere Empfehlung:

Investieren in Gold - simplified: Investieren Sie in die Zukunft


Haftungsausschluss:

Die Inhalte in InvestorWissen24.de dienen ausschließlich Ihrer Information und Anregung. Die bereitgestellten Informationen stellen insofern keine Empfehlungen oder Bewertungen für Ihre persönliche Finanzsituation dar. Sie sind auch nicht dazu gedacht, professionelle Beratungen durch im Börsen- und Finanzwesen tätige Experten zu ersetzen. Bei allen individuellen Fragen und Entscheidungen rund um Ihre Finanzen sollten Sie auf jeden Fall einen Experten hinzuziehen

Wir sind bemüht, Informationen so aktuell und umfassend wie möglich zu recherchieren und zu präsentieren; eine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität können wir jedoch nicht übernehmen.

Wir übernehmen keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.


Bookmark and Share
Weitere ThemenRSS-News-Feed abonnieren