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Das Greenspan-Dossier - Buchtipp

Von: Finanzbuch-Redaktion - 28.02.2011

Alan Greenspan, US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und vom 11. August 1987 bis zum 31. Januar 2006 Vorsitzender des Federal Reserve System, hat einen überaus dezidierten Standpunkt gegenüber Gold. Angesichts der Funktion, die er annähernd zwanzig Jahre lang in der US-Notenbank ausgeübt hat, gebührt ihm sicherlich besondere Aufmerksamkeit, umso mehr, als er nach seiner Tätigkeit für die US-Notenbank einen beachtlichen Sinneswandel vollzogen hat.

In diesem Zusammenhang möchten wir Ihnen unseren Artikel Greenspan: Gold - unser Frühwarnsystem vom 17. September 2010 vor Augen halten, in dem es u.a. hieß:

Die New York Sun brachte gestern einen Leitartikel "Greenspan's Warning on Gold", in dem sie über die Ansprache des ehemaligen Vorsitzenden des Federal Reserve System Alan Greenspan vor dem Rat für auswärtige Beziehungen (Council on Foreign Relations - CFR) berichtet. Da sich Greenspan in der Vergangenheit selbst verdächtig gemacht hatte, den Goldpreis manipuliert zu haben, was dann in 2001 zu einem Verfahren geführt hatte, das allerdings ohne Konsequenzen für ihn blieb, entbehrt diese Ansprache nicht einer gewissen Pikanterie.

Greenspan nahm anlässlich dieser Ansprache vor dem Rat kein Blatt vor den Mund und ermahnte die Zuhörer eindringlich, Gold Aufmerksamkeit zu schenken. Er sagte ferner, "Fiat Money [Papiergeld ohne Deckung] hat keine Anlaufstelle, wohin es gehen könnte, außer Gold."

Er hätte im Laufe der Jahre viel über die Goldpreise nachgedacht und entschieden, dass die Erklärungen von Angebot und Nachfrage, die Gold wie andere Waren behandeln, "einfach nicht aufgehen". "Er hatte beschlossen, dass Gold einfach anders ist", heißt es in der Sun.

Er kommentierte weiter: "Wenn sich alle Währungen zusammen nach oben oder unten bewegen, ist die Frage: hinsichtlich was? Gold ist der Kanarienvogel im Kohlenbergwerk. Es signalisiert Probleme in Bezug auf die Devisenmärkte. Zentralbanken sollten ihm Aufmerksamkeit schenken."

Die Bergleute im Kohlebergbau hatten ein absolut stabiles Datum: Wenn der Kanarienvogel stirbt, war es höchste Zeit, aus dem Schacht herauszukommen. Der Singvogel diente im Kohlebergbau als Frühwarnsystem für die Anwesenheit von Methan, das gefürchtet war als Auslöser für die todbringenden Grubengasexplosionen. Wie der Kanarienvogel also die Bergleute vor drohender Gefahr gewarnt hat, dient das Gold als Frühwarnsystem für Probleme auf den Devisenmärkten. Und sicherlich sollte diese Warnung nicht nur für Zentralbanken gelten, die Greenspan bei dieser Gelegenheit gezielt anspricht, sondern auch für Investoren und letztlich jedermann, der darauf bedacht ist, sein Vermögen zu bewahren...."

... 1966 schrieb Greenspan einen Aufsatz, der in Rands Rundschreiben "The Objectivist" herausgebracht wurde, mit dem Titel "Gold and Economic Freedom":

In diesem Aufsatz erklärte Greenspan:
"Ohne den Goldstandard gibt es keinen Weg, die Ersparnisse vor der Konfiszierung durch die Inflation zu schützen. Es gibt keine sichere Wertanlage. Wenn es sie gäbe, würde die Regierung seinen Besitz ungesetzlich machen müssen, wie es im Fall von Gold getan wurde. Falls sich zum Beispiel jeder entschlösse, alle seine Bankeinlagen in Silber oder Kupfer oder irgendein anderes Gut umzuwandeln, und es danach ablehnen würde, Schecks als Zahlung für Waren zu akzeptieren, würden Bankeinlagen ihre Kaufkraft verlieren, und staatlich geschaffene Bankdarlehen wären wertlos für den Anspruch auf Waren. Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates verlangt es, dass es keine Möglichkeit für die Eigentümer von Vermögen gibt, um sich zu schützen.
"Das ist das schäbige Geheimnis, das hinter den Tiraden gegen Gold seitens der Anhänger der Wohlfahrtsstaat-Verfechter steht. Staatsverschuldung ist ein einfacher Plan für die "verborgene" [versteckte] Konfiszierung von Vermögen. Gold steht diesem heimtückischen Prozess im Wege. Es steht als Beschützer der Eigentumsrechte. Wenn man das begreift, hat man keine Schwierigkeiten, die Abneigung der Staatsverfechter gegenüber dem Goldstandard zu verstehen.
"

Wenn man sich die beiden Stellungnahmen von Greenspan in 1966 und 2010 anschaut, wird deutlich, dass er die zentrale Rolle, die Gold im Geldsystem spielt, durchaus verstanden hat wie auch die Tatsache, dass nicht gestützte Fiat-Währung eigentlich wertlos ist.

Alan Greenspan hat uns damit erneut einen Einblick in seine Ansichten über Gold gewährt. Er bespricht Gold auf mehreren Seiten seiner Biografie "The Age of Turbulence, Adventures in a New World" [deutscher Titel: Mein Leben für die Wirtschaft]", in der er sich daran erinnert, dass er einmal vor einem Kongresskomitee gesagt hatte, Geldpolitik müsse bewirken, dass sich sogar eine Fiat-Money Wirtschaft so verhalte, 'als sei sie verankert durch Gold'. Er schrieb, dass er immer eine Sehnsucht für die innewohnende Preisstabilität der Goldwährung ‚gehegt hätte'. Aber er bekennt, dass er "sich schon lange in die Tatsache gefügt hatte, dass der Goldstandard nicht der weithin akzeptierten gegenwärtigen Auffassung von den passenden Funktionen der Regierung Rechnung trägt - insbesondere der Notwendigkeit, dass die Regierung ein soziales Schutznetz bietet."

In diesem Licht ist folgendes Buch besonders interessant, in dem die beiden Autoren Roland Leuschel und Claus Vogt die Geld- und Kreditpolitik der Notenbanken - allen voran die US-Notenbank mit ihrem (ehemaligen) Chef Alan Greenspan - einer kritischen Analyse unterziehen:

* * *

Das Greenspan-Dossier: Alan und seine Jünger:
Die Bilanz einer Ära. Wie die US-Notenbank das Weltwährungssystem gefährdet

Roland Leuschel (Autor), Claus Vogt (Autor)

Produktinformation

  • Broschiert: 433 Seiten
  • Verlag: FinanzBuch Verlag
  • Auflage: 3., erw. A. (1. Februar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 389879184X
  • ISBN-13: 978-3898791847
  • Größe und/oder Gewicht: 23,2 x 15,8 x 3,6 cm

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Kurzbeschreibung

"Die Stunde der Wahrheit wird kommen, unausweichlich", meinen die Autoren Roland Leuschel und Claus Vogt zum Geschehen auf den Aktienmärkten und setzen zur Untermauerung ihrer kritischen Analyse in ihrem Buch (Kapitel: "New Economy"-Märchenstunde) gleich noch nach: "Eine der größten Schwierigkeiten... ist der zunehmend laxe Umgang mit der Wahrheit. Es gibt immer weniger Statistiken und veröffentlichte Zahlen, denen man Glauben schenken kann, und selbst zahlreiche Notenbanker haben die Grenze zwischen Realität und Cheerleading längst überschritten." Und damit sind die Autoren tief im Thema und bei ihrer Frage "Was ist los auf den Märkten -- eine neue Spekulationsblase kurz vor dem Big Bang oder alles in fester Hand?"

In ihrem Werk verdeutlichen Leuschel und Vogt, dass ihrer Meinung nach die Phase der Bubbles (Spekulationsblasen) an der Börse noch nicht vorüber ist, schlimmer noch: von den Verantwortlichen und, in deren Gefolge, vielen Mitläufern bewusst negiert oder kleingeredet wird. Einen erklecklichen Anteil schieben die Finanzexperten in ihrer volkswirtschaftlich durchdachten und mit vielen Fakten und Zitaten unterlegten Analyse der Geld- und Kreditpolitik der Notenbanken zu -- allen voran der US-Notenbank mit ihrem Chef Alan Greenspan. Denn ohne eine Ausweitung der Geld- und Kreditmenge, die im Verantwortungsbereich der Notenbanken liegt, "ist eine Spekulationsblase (Anm.d.Rez: Neben anderen Faktoren, die im Buch erläutert werden) nicht möglich." Und dies betreibt Greenspan mit Freuden.

Insbesondere zwei Dinge haben es den Autoren angetan: Die Selbstgerechtigkeit der Notenbanken, die jegliche Verantwortung an Fehlentwicklungen ablehnen, und die Aussage der Währungshüter, dass Bubbles erst nach ihrem Platzen zu erkennen seien. Dies, so Leuschel und Vogt, sei zwar definitiv schwierig, aber durchaus machbar. In einer auch für Nicht-Wirtschaftsprofis gut verständlichen Sprache geht es in dem 350-Seiten-Werk darum, den Blick zu schärfen für Zusammenhänge, die im -- weltweit immer noch herrschenden -- Aktienfieber leicht untergehen. Die US-Notenbank mit ihrem Chef Alan Greenspan ist Hauptadressat der Sach-Schelte. Denn der US-Dollar genießt eine Sonderstellung als Weltreservewährung, und der Verantwortung, die daraus erwächst, werden die USA mit ihrem Notenbank-Flaggschiff immer weniger gerecht. Die Gefahr, vor der die Autoren warnen wollen: Es droht erneut die Vernichtung von Erspartem auf breitester Basis mit allen (volkswirtschaftlichen) Konsequenzen auch für Nicht-Anleger.

Kritker und Mahner haben es in einer Zeit des durchaus auch politisch bestimmten Schönredens schwer, Gehör zu finden. Deshalb ist dieses Buch ein wichtiges Werk. Nicht nur, weil es gegen Ende gangbare Sicherungsstrategien für das Ersparte offenbart, sondern weil es zum Nachdenken zwingt und längst (über-)fällige Korrekturen anmahnt. Dieses Buch dürfte so manchem Leser und Aktienbesitzer ein bis zwei schlaflose Nächte bereiten. Dennoch, oder gerade deshalb: sehr empfehlenswert. --Horst-Joachim Hoffmann...

Über den Autor

Roland Leuschel studierte das Fach Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Karlsruhe und anschließend Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin. Er war ehemaliger Stratege und Direktor der Banque Bruxelles Lambert, Autor mehrerer Bücher (zuletzt "Das Greenspan Dossier", Co-Autor: Claus Vogt) und er erkannte rechtzeitig im Jahr 1982 die Aktienhausse in den USA und in Europa. Im Sommer 1987 sah er den Oktober-Crash exakt voraus und gilt seither als "Crash-Prophet", der zu den großen Börsenberühmtheiten in Europa zählt (Börse Online). In dem bereits erwähnten Buch beschuldigt er den ex US-Notenbankchef Alan Greenspan, die Spekulationsblase gefördert zu haben, indem er eine Politik des "leichten" Geldes umsetzte.

Claus Vogt (Jahrgang 1963) absolvierte ein BWL-Studium an der Universität Frankfurt am Main. Sein beruflicher Werdegang führte ihn zu zwei internationalen Großbanken, bevor er im Jahr 2000 als Leiter Research zu der zur quirin bank AG gehörenden Berliner Effektenbank ging. Seine Analysen und Kommentare erscheinen seither im Kundenmagazin der auf Vermögensberatung und Vermögensverwaltung spezialisierten Privatbank sowie in dem gemeinsam mit dem Amerikaner Martin Weiss herausgegebenen Börsenbrief "Sicheres Geld". Er ist ein unbeugsamer Verfechter der Freiheit des Individuums und des aus dieser Idee zwingend folgenden kapitalistischen Wirtschaftssystems.


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