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Das "Geschlagener Investor-Syndrom"

Von: M. Rapp - 25.11.2010
Gerd Altmann / pixelio.de

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oder

der Schlüssel für eine nonkonformistische Annäherung


Die Investoren in den USA leiden immer noch unter dem "Geschlagener Investor-Syndrom" (battered investor syndrome) und meiden Aktien, und zwar sogar dann noch, wenn sich ihnen eine Myriade von guten Werten bietet. So sieht es jedenfalls der kanadische Contrarian Investor David Dreman, der sich als einer der Vorstandsmitglieder im Investitionsgeschäft von Dreman Value Management in Jersey City, N.J. eingerichtet hat. Der inzwischen 74-jährige Investor aus Winnipeg, Kanada, ist mittlerweile schon mehr als 40 Jahren im Geschäft. 30 Jahre lang davon hat er sein eigenes Unternehmen geführt. Man kann also davon ausgehen, dass er sehr wohl weiß, wovon er redet.

"Die Investoren sind geschlagen", erklärt Dreman in einem Interview mit CTV News, dem online-Portal des größten englischsprachigen privaten Fernsehsender Kanadas. "Sie sind noch sehr desillusioniert. … Ein ordentlicher Betrag unseres Geldes fließt auch auswärts", sagt er und bezieht sich damit auf die Tendenz von Investoren, US-Aktien zu meiden und sich stattdessen auf den Wachstumsmärkten einzudecken.

Während viele Pandite und Investoren über ein "neues Normal" für Aktien und die Wirtschaft sprechen, erklärt Dreman, dass er bei seiner Strategie bleibt, in große, hochwertige Aktien zu investieren, die durch Angst oder Apathie unter ihren eigentlichen Wert gedrückt worden sind. "Mehr als 30 Jahre lang habe ich das oft gehört: Nun, [diese Contrarian Strategie] funktioniert nicht mehr.' Es ist möglicherweise nicht mehr populär, aber es beruht wirklich auf ziemlich moderner Investor-Psychologie. Sofern sich die menschliche Natur nicht ändert, sollte es mit der Zeit funktionieren."

Für Dreman ist Geduld der Schlüssel für eine nonkonformistische Annäherung, denn schließlich könne man nicht wissen, wann Investoren sich der Schnäppchen gewahr werden, die sie sich haben entgehen lassen. Auf die Frage, was es brauchen würde, um US-Investoren dazu zu bewegen, zu ihrem heimischen Aktienmarkt zurückzukehren, antwortet er: "Es gibt eine Sache, die das immer bewirkt, und das ist ein Markt mit anziehenden Kursen. Wenn sich die menschliche Natur nicht geändert hat, müssen sie sehen, dass ein Markt im Laufe von ein paar Jahren recht bedeutsam steigen wird. Dann fangen die Leute an einem gewissen Punkt an, erneut hinzueilen. Aber zum derzeitigen Zeitpunkt gibt es absolut keine anderen Anzeichen als Auszahlungen."

Ende dieses Monats verlässt der Routinier seinen Posten als einer der Vorstandsmitglieder bei Dreman Value Management. Zwar zieht er sich aus dem alltäglichen Business zurück, aber an Ruhestand denkt er keineswegs, anders als viele seiner mehr oder weniger frustrierten Zeitgenossen.

Während andere Veteranen sich angesichts des gegenwärtigen Szenarios auf den Märkten vor lauter Verzweiflung die Haare raufen, bleibt er seiner grundlegenden Strategie treu, die Gelegenheiten herauszupicken, die er für unterschätzt, aber dennoch qualitativ hochwertig erachtet, beispielsweise Large Cap Aktien in Sektoren, die die ganze Skala von Materialien und Mitteln zur Gesundheitsfürsorge bis hin zur Technologie und den Verbrauchsgütern durchlaufen. Tatsächlich wird er eigens zu diesem Zweck weiterhin zwei kleine Fonds managen, unter anderem den Dreman Market Over-Reaction Fund.

Er hat kein Problem damit, dass es möglicherweise Jahre dauern kann, bis sich diese Investition rentiert, denn er sagt, er könne warten. "Mehr als 30 Jahre habe ich das oft gehört: Nun, es funktioniert nicht mehr.' Es kann unpopulär werden, aber es beruht tatsächlich auf ziemlich moderner Investor-Psychologie. Sofern sich die menschliche Natur nicht ändert, sollte sie mit der Zeit funktionieren."

Aktien sind nach traditionellen Richtwerten gemessen immer noch preiswert und werden sogar noch preiswerter werden, falls sich seine Vorhersage der steigenden Inflation irgendwann bewahrheitet, beharrt Mr. Dreman.

Gutes Investieren!


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