
"Drei Regeln der Arbeit: In einem Durcheinander finde Einfachheit; in einer Dissonanz finde Harmonie; inmitten der Schwierigkeiten liegt die Gelegenheit."
- Albert Einstein
Wenn Sie aufgefordert würden, die "Sieben Weltwunder" aufzulisten, was würde Ihnen wohl einfallen?
Es lohnt sich, einmal darüber nachzudenken. Die Antike hat sich schon mit diesen Phänomenen beschäftigt. Die älteste bekannte Aufzeichnung einer solchen Liste finden wir bei Herodot (5. Jahrhundert v. Chr.). Und im Laufe der Jahrhunderte wurden auf dieser Liste auch immer wieder Änderungen vorgenommen. Sie umfasste zeitgenössische Bauwerke ebenso wie außergewöhnliche Naturereignisse oder Kunstwerke.
Mitte der 2000-er Jahre gründete der Schweizer Bernard Weber die "NewOpenWorld Foundation", eine Stiftung, die es sich auf die Fahne geschrieben hatte, die Menschen aus aller Welt durch ihr gemeinsames kulturelles Erbe zu verbinden. Zu diesem Zweck sollten die "Sieben Weltwunder", die unser Kulturerbe repräsentieren, ganz neu ausgewählt werden. 200 Bauwerke kamen in die Vorauswahl durch eine Abstimmung, an der sich rund 20 Millionen Internetnutzer beteiligten. Von den 77 Bestplazierten wählte eine Jury von sieben Architekten unter Vorsitz des UNESCO-Generaldirektors die 21 Finalisten aus. Aufgrund der Proteste aus Ägypten wurden die Pyramiden von Gizeh aus der Liste genommen und als "ewiges Weltwunder" deklariert. An der Wahl aus diesen 21 Finalisten beteiligten sich dann rund 100 Millionen Interessierte via Internet, Telefon oder SMS an der Wahl und gaben ihre Stimmen ab. Am 7. Juli 2007 wurden in Lissabon im Rahmen einer aufwändig inszenierten Fernsehshow die "New 7 Wonders of the World" bekannt gegeben:
An dem Aufwand, der hier betrieben wurde, können Sie sehen, welche Faszination von diesem Thema ausgeht!
Ganz unabhängig davon und in einem erheblich weniger aufwändigen Rahmen entschied sich einmal eine Lehrerin, ihre Schüler mit dieser Thematik zu konfrontieren. Sie forderte ihre Schüler auf, jeweils auf einem Zettel aufzuschreiben, was denn ihrer Meinung nach in unserer Neuzeit zu diesen "Sieben Weltwundern" alles dazu zählen würde. Die Schüler kamen zu keiner völlig einheitlichen Liste, aber die meisten Stimmen spiegelten sich in dieser Aufzählung wider:
Eine Schülerin hatte jedoch mit der Abgabe ihrer Liste gezögert, denn sie hatte sich nicht so recht entscheiden können, was sie alles aufzählen sollte: "Es gibt ja so viele!" Von der Lehrerin ermutigt, doch einmal vorzulesen, was sie denn schon alles auf ihrem Zettel hätte, gab sie sich einen Ruck: "Ich denke, die 'Sieben Wunder der Welt' sind:
Stille...
In diese Stille hinein hätte selbst das Fallen einer Stecknadel die Wirkung von Kanonendonner erzeugt. Und nicht nur die Lehrerin hatte vor lauter Verblüffung einen Moment lang vergessen zu atmen.
Die wahre Macht liegt in der Einfachheit. Und obgleich die wirklich einfachen Dinge im Leben eben wegen ihrer Einfachheit leicht für selbstverständlich gehalten und deshalb übersehen werden, sind sie doch - vielleicht gerade deshalb - überaus machtvoll und wertvoll.
Thomas Watson Sr., bis 1956 Vorstandsvorsitzender von IBM, pflegte seinem Sohn Thomas Watson Jr. zufolge zu empfehlen: "Jeder sollte von Zeit zu Zeit einen Schritt zurücktreten und sich selbst vorbeigehen sehen."
Diesen Ratschlag sollten Sie beherzigen. Treten Sie ebenfalls einmal zurück und schauen Sie.
Es könnte sich für Sie als äußerst hilfreich erweisen, sozusagen eine lohnenswerte Hausaufgabe, wenn Sie Ihre unterschiedlichen Lebensbereiche daraufhin durchsehen würden, welche machtvollen Einfachheiten schon so selbstverständlich für Sie geworden sind, dass Sie sie glattweg übersehen. Obwohl Sie doch eigentlich ganz genau wissen, dass Sie den Schlüssel zum Erfolg bilden - ganz unabhängig davon, wie Sie den Erfolg in den jeweiligen Lebensbereichen für sich definieren.
Ein ganz elementarer Baustein, möglicherweise sogar der machtvollste, ist sicherlich Ihr Ziel. Beispielsweise für Ihre Finanzen, haben Sie sich überhaupt ein Ziel gesetzt? Falls ja, arbeiten Sie stetig daraufhin? Sind Sie ursächlich dabei, jegliche Barrieren, die dem Erreichen Ihres Ziels im Wege stehen, aus dem Weg zu räumen?
Und denken Sie daran, die Macht der Einfachheit könnte sich sehr wohl als das Achte Weltwunder erweisen.

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