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Buffett wählt seinen Nachfolger

Von: M. Rapp - 28.10.2010

"Die beste Art und Weise, Risiko zu minimieren, ist nachzudenken."
Warren Buffett


Jetzt ist es heraus: Wie Warren Buffetts 200 Milliarden Dollar schwere Holdingsgesellschaft Berkshire Hathaway vorgestern bekanntgab, wurde Todd Combs als Investment Manager eingestellt.

Todd Combs war hierzulande unbekannt, was aber nicht unbedingt etwas über die Qualitäten des mit 39 Jahren noch recht jungen Investmentstrategen aussagt. Combs hatte vor fünf Jahren den Hedgefonds Castle Point Capital gestartet und eine beachtliche Leistung vollbracht. Die Anlagesumme des Fonds explodierte in diesem Zeitraum von relativ bescheidenen 35 Mio. auf stolze 400 Mio. Dollar. 34% Zuwachs in fünf Jahren kann sich durchaus sehen lassen. Combs maßgebliche Rolle an dieser Performance ist schon daran erkenntlich, dass sein ehemaliger Arbeitgeber, die Investmentfirma Stone Point Capital, nach seinem Wechsel zu Berkshire Hathaway den Fonds schloss. Demzufolge scheint er nicht ohne Weiteres zu ersetzen sein.

Combs hatte bei diesem Wechsel übrigens die Initiative ergriffen und den stellvertretenden Verwaltungsratschef Charles Munger um ein Treffen gebeten. Und dies muss wohl für beide Seiten sehr zufriedenstellend verlaufen sein, denn wie auch von Buffett zu hören war, passt Combs „100-prozentig zur Kultur" von Berkshire Hathaway.

Buffett mit seinen inzwischen 80 Jahren muss die Zukunft des Unternehmens sichern. Und dass ein nachgewiesener erfolgreicher Karriereverlauf eines möglichen Nachfolgers eine Rolle dabei spielt, versteht sich von selbst. Darüber hinaus repräsentiert Combs laut Buffett aber auch den "all-american type", also jemanden, mit dem sich jeder Amerikaner identifizieren kann, jemand, der für sie all die Werte darstellt, die sie mit Stolz erfüllen und die Amerika groß gemacht haben.

Bis vor Kurzen hatte noch der 44-jährige, aus China in die USA eingewanderte Li Lu als aussichtsreichster Kandidat für Buffetts Nachfolge gegolten. Er managet bereits das Vermögen von Charlie Munger und war 2001 vom Weltwirtschaftsforum  in Davos zum globalen Führer für morgen ernannt worden. Aber wie es heißt, hat er die Stelle, die Combs jetzt einnehmen wird, von sich aus abgelehnt.

Wer immer dann tatsächlich eines Tages die Nachfolge Buffetts antritt, nimmt eine schwere Bürde auf sich, denn er muss sich an einer enorm hohen Latte messen lassen. In den letzten zwanzig Jahre konnte die Berkshire Aktie durchschnittlich 18% Zuwachs verbuchen, also mehr als das Doppelte des breit angelegten S&P 500 Index. Buffett steht für wirklich große Stiefel, die auszufüllen eine wahre Meisterleistung erforderlich machen wird. Das wissen auch die Aktionäre. Die Bekanntgabe von Combs Einstellung ließ die Berkshire Aktie prompt um 3% absacken. Lassen Sie sich durch den scheinbar geringen Prozentsatz von 3% nicht in die Irre führen. Es klingt zwar nicht nach viel, aber die Rede ist hier von einem Börsenwert von sechs Milliarden Dollar!

Die nächsten Monate und Jahre werden zeigen, ob Combs dem enormen Druck, der jetzt auch ihm liegt, gewachsen ist. Einer Sache kann er sich unbedingt gewiss sein: sehr, sehr viel Augen und Ohren werden seinen weiteren Werdegang begleiten.

Gutes Investieren!


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