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Spezialbericht: Silber der ganz besonderen Art

Von: M. Rapp - 30.09.2010
Junk Silber Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:JunkSilver.JPG

Silber hat in dieser Woche sein höchstes Niveau in 30 Jahren erreicht, Anlass genug, um einmal über eine ganz besondere Variante dieses kostbaren Edelmetalls zu berichten.

Die Rede ist von Junk-Silber. Der Name junk, was so viel wie Abfallstoff oder Schrott bedeutet, ist etwas irreführend. Denn es handelt sich beileibe nicht um Abfall. Ganz im Gegenteil: im Laufe des letzten Jahrzehnts hat diese spezielle Form des Silber Investments ausgezeichnete Gewinne geliefert.

Wenn Sie Junk-Silber kaufen, erhalten Sie keine Barren, sondern schlichtweg alte Münzen: alt bedeutet in diesem Fall, dass sie vor 1965 geprägt wurden, zu einer Zeit also, als der Edelmetallgehalt noch 90% Silber und 10% Kupfer ausmachte. Bei diesen Münzen handelt es sich um amerikanischen Quarters, Zehncentstücke und Halbdollarmünzen.

Edelmetalle dienen schon seit ewigen Zeiten als sicherer Hafen-Investments, besonders in stürmischen Zeiten wie diesen.

Junk-Silber bietet Investoren aber einen besonderen Reiz aufgrund seiner optimalen Möglichkeiten, das gegenwärtige Marktgeschehen voll auszuschöpfen:

  • Wir haben es derzeit bei Silber, wie auch bei Gold, mit einem intensiven Haussemarkt zu tun. Und interessanterweise lässt sich auf dem Silbermarkt die Tendenz beobachten, das Junk-Silber die Silberbullion, also die Barren, noch überstrahlt (und überbietet).
  • Sollte die US-Regierung weiterhin begeistert Geld drucken und damit den weltweit einst so geschätzten Dollarschein in wertloses Papier verwandeln, können Sie einer Sache sicher sein: 90% der amerikanischen Silbermünzen werden wieder ihrer ureigensten Bestimmung zugeführt, sie werden wieder zu Geld, das man ausgeben kann.

Lassen Sie uns einen näheren Blick darauf werfen.

Grundlagen des Junk-Silber

Der Begriff Junk-Silber ist dem Umstand zu verdanken, dass die Münzen, um die es hierbei geht, eigentlich keinen einlösbaren Wert haben. Der tatsächliche Wert der Junk-Silbermünzen beruht auf dem Bullion-Wert des Silbers, das sie enthalten.

Die Junk-Silbermünzen, die in den Vereinigten Staaten hauptsächlich gesammelt werden, sind die Zehncentstücke Mercury Dime und Roosevelt Dime, die  Washington Quarters und die Franklin und Kennedy Halbdollarmünzen, die 1964 oder davor gemünzt wurden. Deshalb haben diese Münzen eine 90% Silberzusammensetzung, die als "Münzsilber" bekannt ist.

Es spricht eine Menge dafür, Junk-Silber in seinen Wertpapierbestand aufzunehmen. Vor allem diese sechs soliden Argumente sprechen sehr dafür:

  • Junk-Silber ist von Natur aus eine begrenzte Ware.
  • Es wird nicht mehr hergestellt, wodurch der Knappheitsfaktor zum Tragen kommt.
  • Es ist ein Produkt (Währungsmünzen), das leicht erkennbar ist.
  • Ist teilbar, das heißt, Sie wären zur Not im Stande, kleine Beträge zu verwenden, um irgendetwas damit zu bezahlen.
  • Ein zeit- und kostenaufwändiges Assay ist nicht erforderlich. Das Junk-Silber ist ein Produkt der amerikanischen Regierung. Folglich wird das, was Sie haben, anerkannt. Das wiederum hat zur Folge, dass Sie keine Tests durchführen müssen, um seinen Wert zu beweisen.
  • Und es hatte tatsächlich einen rein praktischen Nutzwert, denn Sie konnten es als Kleingeld tatsächlich in einen Münzfernsprecher stecken, um zu telefonieren, oder in einen Automat, um ein Produkt oder Dienst zu kaufen.

Kevin Drost, Manager bei Asset Strategies International Inc, ergänzt diese Argumente noch und sagt, viele Kunden seiner Gesellschaft seien der Meinung, dass es einen siebten Grund gibt Junk-Silber zu besitzen, der nicht weniger wichtig ist als die oben erwähnten sechs: Da es von der Regierung selbst erzeugt wurde, handelt es sich um ein "gesetzliches Zahlungsmittel" und kann folglich nicht beschlagnahmt werden.

Die rechnerischen Grundlagen des Junk-Silber

Junk-Silber wird in Beuteln verkauft mit einem Nennwert von entweder 100 $ oder 1.000 $. Wenn Sie einen Beutel mit einem Nennwert von 100 $ kaufen, erhalten Sie üblicherweise 1.000 Zehncentstücke oder 400 Quarter oder 200 Halbdollarmünzen (die Münznennwerte werden üblicherweise nicht gemischt).

Diese Münzen sind bereits seit Jahrzehnten im Umlauf gewesen, sie sind also nicht mehr tadellos strahlend glänzend rein, sondern weisen die ganz natürlichen Verschleißerscheinungen auf. Das bedeutet auch, dass sie nicht länger ihren ursprünglichen 90% Silbergehalt aufweisen. Tatsächlich enthalten sie normalerweise ungefähr 71,5 Unzen Silber.

Wenn wir nun die kürzlichen Preise von ungefähr 20 $ pro Unze zugrunde legen, kommen wir für einen kompletten Beutel mit einem Nennwert von 100 $ also auf ungefähr 1.530 $. In dieser Summe enthalten ist eine 7% Prämie zum Kassapreis von Silber. (Bei den kleineren Beuteln ist das die durchschnittliche Prämie, von der Sie ausgehen sollten. Die Beutel mit einem Nennwert von 1.000 $ enthalten natürlich zehnmal soviel Münzen wie die Beutel mit dem 100 $ Nennwert, mit einem geringen Preiskalkulationsvorteil von 5%-Prämie gegenüber den Spotpreisen für Silber.)

Im November 2001 erreichte Silber einen Tiefstand von 4,06 $ pro Unze. Seitdem sind die Gewinne des "Weißmetalls" äußerst einträglich gewesen für all die  Investoren, die frühzeitig zugeschlagen und es dann verstanden haben, sich in Geduld zu üben. Die Gewinne für Silber sind sicher besser gewesen als diejenigen für amerikanische Aktien.
Tatsächlich brachte der Standard & Poor's 500 Index - das vielseits beachtete Barometer der US-Aktienbörse - eine große, fette "0" für dieselbe Periode ein, nachdem sie in nahezu neun Jahren im Wesentlichen flach gewesen ist.

Silber andererseits hat die ausgedehnten Märkte haushoch abgehängt. Über dieselbe Zeitspanne konnte Silber einen ansehnlichen Gewinn von 429% verbuchen.

Die Preise für Silber sind bekannt dafür, eine beachtliche Flüchtigkeit an den Tag zu legen. Aber wenn Sie sich diese Gewinne vor Augen halten, sehen Sie, dass diese Abweichungen größtenteils zur Oberseite erfolgt sind.

Angenommen, Sie hätten vor ungefähr neun Jahren Junk-Silber gekauft, und zwar einen Beutel mit 100 $ Nennwert, dann hätten Sie ungefähr 312 $ bezahlt. Heute ist derselbe Beutel 1.650 $ wert, das Fünffache der ursprünglichen Geldausgabe.

Und bei dieser Entwicklung wird es nicht bleiben. Denn die Druckpressen der US-Regierung laufen weiterhin auf Hochtouren, um die Schuldenorgie mit mehr Papiergeld abzudecken. Demzufolge wird das Interesse der Investoren an Edelmetallen nur noch weiter eskalieren.

Und das bedeutet, dass auch die Silberpreise noch höher steigen werden:



Tatsächlich signalisieren die kleinsten Warenbewegungen seit 1996, dass es bei den Edelmetallen im vierten Quartal dieses Jahres eine große Bewegung geben wird, gemäß einem am Montag bei Bloomberg veröffentlichten Bericht.

Gemäß der Bloomberg Umfrage bei 24 Analysten steht zu erwarten, dass Kupfer, Kakao, Kaffee, Zucker und Sojabohnen bis zum 31. Dezember fallen werden, während Baumwolle steigen wird. Bei Getreide, Weizen und Nickel wird es möglicherweise nur wenig Änderungen geben. Edelmetalle werden bis zum Jahresende gewinnen - wobei Silber 22 $ pro Unze erreicht.

Soweit, sogut. Doch ist jetzt schon abzusehen, dass es auch 22 $ pro Unze das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sein wird. Gemäß einer neuen Vorhersage der Analysten könnte Silber bis zur Präsidentenwahl 2012 ein Rekordhoch von 50 $ pro Unze erreichen - ein Gewinn von 133%.

Falls Sie sich entscheiden, Junk-Silber in Ihren Wertpapierbestand aufzunehmen, dann stellen Sie sicher, dass Sie von einem angesehenen Händler kaufen. Das ist wahrscheinlich der wichtigste Aspekt überhaupt bei Kauf von Junk-Silber. Machen Sie definitiv Ihre Hausaufgaben und überprüfen Sie den Händler, bevor Sie sich auf einen Deal einlassen. Mit einem zuverlässigen Geschäftspartner können Sie nur gewinnen.

Gutes Investieren!


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