
'Die Kraft einer Korrektur, sei es nun eine Rezession oder Depression, ist gleich und entgegengesetzt zu dem Betrug und der Irreführung,
die ihr vorausgingen'.
- unbekannter Autor
Die letzten Anstrengungen der Regierung laden ein zu einem Folgesatz:
'Die Größe einer Depression ist proportional zu den Anstrengungen der Regierung,
sie zu verhindern.'
Diese eisernen Gesetze scheinen fast allem zu widersprechen, was man über das Thema hört. Einer der wenigen Weltführer, der jedoch anscheinend einen klaren Kopf behalten hat, ist Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel:
Sie erklärt, die Krise sei nicht eingetreten, weil wir zu wenig Geld ausgegeben haben, sondern weil wir ein Wirtschaftswachstum mit zu viel Geld geschaffen hätten und es nicht nachhaltig gewesen sei. Sie fuhr fort mit dem Vorschlag, dass wir die Fehler der Vergangenheit vielleicht nicht wiederholen sollten.
Stellvertretend für 'den Betrug' in unserer handlichen Maxime setzen Sie nun 'Geld' ein:
'Die Kraft einer Korrektur ist gleich und entgegengesetzt zu dem Geld,
das ihr vorausging'.
Und stellen Sie sich das Geld jetzt in seinen beiden irreführenden Formen vor: Kredit und Defizitfinanzierung. "Kredit, der nicht durch reale Ersparnisse abgedeckt wird, ist ein Schwindel", pflegte der große Wirtschaftswissenschaftler Kurt Richebächer zu sagen. Es handelt sich dabei um einen Schwindel, wenn das Geld nicht von bereitwilligen Darlehensgebern kommt, sondern von Zentralbanken, die künstlich die Kreditzinsen reduzieren, um die Wirtschaft anzukurbeln. Wenn eine Regierung ihre Probleme über Defizitfinanzierung lösen will, so ist das ebenfalls ein fauler Zauber. Regierungen haben selten soviel überschüssiges Kapital, dass sie sparen könnten; sie müssen sich die erforderlichen Mittel leihen. Und an irgendeinem Punkt werden diese Schulden bezahlt werden müssen.
Laut den Vorstellungen der führenden westlichen Wirtschaftswissenschaftler während des gesamten letzten halben Jahrhunderts würde einfach das Bereitstellen von mehr Kredit den Verbrauch stimulieren. Jedes Mal, wenn sich die Wirtschaft verlangsamte, veranlassten somit die Behörden die Leute, mehr zu kaufen von dem, was sie nicht brauchten, mit mehr Geld, das sie nicht hatten. Dies erzeugte 'Wachstum'. Aber es war ein Ersatzwachstum. Jeder Dollar des geliehenen Geldes würde eines Tages zurückgezahlt werden müssen. Jedem Schritt nach vorne würde schließlich ein anderer nach hinten folgen müssen.
In den ersten vier US Rezessionen nach der Weltwirtschaftskrise, von Mitte der 30er Jahre bis Mitte der 50er Jahre, war der Gesamtbetrag des Geldstimulus tatsächlich negativ. Anstatt die Raten zu senken, erhöhten die Feds sie häufig oder ließen sie in Ruhe. Die Defizitfinanzierung stieg jedoch jedes Mal um durchschnittlich 2,2% des Bruttoinlandsprodukt (BIP). Später begannen die Feds, den Dreh herauszubekommen; auf jede Rezession nach 1958 wurde sowohl mit mehr Kredit als auch mit mehr Ausgaben reagiert.
Es verwundert dann nicht, dass die Feds zu ihrer offensichtlichen Schlussfolgerung gelangten: wenn sie mehr Geld und Kredite hineingäben, müssten dann zwangsläufig auch mehr Geld und Kredite hereinkommen. Am Anfang dieser Entwicklung entsprachen zusätzliche 2 $ Kredit einem zusätzlichen BIP von 1 $. Als die Lichter 2007 ausgingen, brauchte man ungefähr 6 $ zusätzlichen Kredit, um einen einzelnen Extradollar Produktion zu erzeugen. Mit jedem neuen geborgten Dollar musste nicht nur das neue 'Wachstum' unterstützt werden, hinter dem die Feds hinterher waren, sondern die gesamten angehäuften Schulden und Fehler der voraufgegangenen Stimulus-Programme.
In der Rezession von 1973 erzählte George Perry, Wirtschaftswissenschaftler der Brookings Institution, dem Kongress, dass "wir alle Hebel in Bewegung setzen sollten", um das in Ordnung zu bringen. Das resultierende fiskalische und finanzielle Stimulus-Programm kostete die Vereinigten Staaten 4% des BIP gemäß einer Schätzung von Jim Grant. Zukünftige Generationen von Fed Gouverneuren und Finanzministern fanden mehr Hebel - und setzten sie, natürlich, ebenfalls in Bewegung. In der Mikro Rezession von 2001, zum Beispiel, belief sich die kombinierte fiskalische und finanzielle Zunahme gemäß Grant auf 7,2% des BIP.
Der Betrug der Bubble Epoche, 2001-2007, war enorm. Die Korrektur ist auch enorm gewesen. Und jetzt beraten dieselben Wirtschaftswissenschaftler, die die Wirtschaft schlecht diagnostiziert haben, jene Regierungen, die ihre behördlichen Hausaufgaben schlecht gemacht haben, im Hinblick darauf, wie man schlecht verwaltete Gesellschaften am Leben hält, auf dass Obligationsinhaber, die ihre Investitionen schlecht verwaltet haben, ja nicht Pleite gehen. Dass dies auf mehr Elend hinauslaufen wird, scheint eine ausgemachte Sache zu sein.
Inwiefern unser ehernes Gesetz Gültigkeit hat, lässt sich daran ablesen, wie unerbittlich Regierungen darum kämpfen, ihre Misswirtschaft am Laufen zu halten. Ein bloßer Blick auf die Zahlen lässt schwanen, wie monströs der Tribut ausfallen wird, den wir dafür werden zollen müssen. Überall auf der Welt sind die Zinssätze reduziert und die Budgets aufgepolstert worden. Frankreichs Defizit beläuft sich auf 8% des BIP. England operiert mit einem Defizit von mehr als 12% des BIP. Und die Vereinigten Staaten mobilisieren, als ob sie von Marsmenschen angegriffen worden wären. Auf der Habenseite haben die Feds die Zinssätze mehr reduziert als jemals zuvor für einen monetären Schub, der 18% des BIP entspricht, gemäß Grant. Was die Ausgaben anbelangt, so sind 13 Billionen $ - ein Betrag, der der gesamten Jahresproduktion der Vereinigten Staaten von Amerika entspricht - zur Sicherheit hinterlegt worden. Diese Reaktion ist das Dreifache (angepasst auf den heutigen Dollars) dessen, was die Vereinigten Staaten für ihren Einsatz im Zweiten Weltkrieg ausgegeben haben. Es ist 12-mal mehr (hinsichtlich des BIP) als die Gesamtsumme zur Bekämpfung der Weltwirtschaftskrise.
Und DAS dürfte eine Weltwirtschaftskrise noch verstärken.

Mr. Market Miscalculates: The Bubble Years and Beyond

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