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Silber - das zwingendste Argument

Von: A. Bold - 03.03.2011
1 kg Silberbarren - Jan Kowalski / pixelio.de

1 kg Silberbarren - Jan Kowalski / pixelio.de


»Das wichtigste monetäre Metall der Geschichte ist Silber, nicht Gold
Milton Friedman


Edelmetalle – allen voran Gold und Silber – sind ein begehrtes Gut geworden, besonders seit der Finanzkrise 2008. Bevor wir jetzt aber in medias res gehen, schauen Sie sich einmal diesen Graphen an:


Quelle: http://www.ariva.de/


Das für sich genommen ist schon eine beeindruckende Entwicklung. Und noch mehr dürften Sie beeindruckt sein, wenn Sie sich einmal das Video anschauen, das derzeit in der Investitionsindustrie in aller Munde ist und im Internet kursiert.

Bei diesem Video handelt es sich um einen Vortrag des erfahrenen Ressourcen Investors Eric Sprott von Sprott Resources, der seine Einschätzungen und Prognosen hinsichtlich der Edelmetalle illustriert anlässlich des Casey Research's Gold & Resource Summit (Gipfeltreffens) vom Herbst letzten Jahres. Sofern Sie sich überhaupt für Edelmetalle interessieren und einigermaßen Englisch verstehen, kann ich Ihnen dieses 8:14 Minuten lange Video sehr empfehlen: The Government Lied... There is No More Silver!).

Eric Sprott zählt zu den besten Kapitalanlegern der Welt. Sein Spezialgebiet sind Bodenschätze, und hier hat er sich in den vergangenen Jahren äußerst erfolgreich als großer Edelmetall-Bulle profiliert. Er hält 70%-80% seines Fonds in Gold und Silber (wobei nach seiner eigenen Aussage Silber den größten Teil seiner Holding ausmacht). Wenn Sie sich dieses Video anschauen, werden Sie verstehen, inwiefern Sprott hier das zwingendste Argument vorbringt für den Kauf von Silber, das sich überhaupt denken lässt.

Um es kurz und prägnant auf den Punkt zu bringen: die Welt hat kein Silber mehr. Sprott zufolge belief sich die gesamte Investmentnachfrage nach Silber zwischen 2000 und 2009 auf 293,8 Millionen Unzen (unter Bezugnahme auf Material von GFMS Ltd., einem in London ansässigen Beratungsunternehmen für Edelmetalle, das sich auf die Erforschung der globalen Märkte für Gold, Silber, Platin und Palladium spezialisiert hat und in diesem Sektor eine weltweit führende Position einnimmt).

Unter Verwendung seiner eigenen Zahlen hat Sprott für sieben große Investoren – sich selbst mitgezählt - die Silber Holdings zusammengetragen. Und wenn wir seinen Berechnungen Glauben schenken dürfen – und es besteht kein Anlass, das nicht zu tun -, verfügen nach diesen Zahlen jene sieben Entitäten allein schon über ein Volumen von 519,6 Millionen Unzen Silber. Im Klartext heißt das, es fehlen 225,8 Millionen Unzen. Wohlgemerkt, es handelt sich dabei nur um sieben Kapitalanleger. Nicht mitgezählt sind Investoren wie Zentralbanken, Privatanleger, Risikofonds und dergleichen.

Sprott hält uns vor Augen, dass beim Silber einige Zahlen "sehr, sehr unrichtig dargestellt" worden seien. Er konfrontiert die Zuhörer am Schluss seinen Rede mit der alarmierenden Schlussfolgerung: "Es gibt 22 Milliarden $ Silber, das in der Welt verfügbar ist, von denen die ETFs bereits die Hälfte besitzen … und unter uns gesagt, wir besitzen wahrscheinlich die andere Hälfte …, was bedeutet, dass es nichts mehr gibt."

Sicherlich muss hier insofern differenziert werden, dass das Argument von Sprott nur die Nachfrage von Investoren berücksichtigt, die Vermögen in dem weißen Edelmetall anlegen wollen. Und Privatanleger horten in der Regel ihr Silber, es bleibt also physisch erhalten. Aber tatsächlich kommen mehr als 95% der heutigen Nachfrage nach Silber aus der Industrie. Und wenn dieses Silber im Zuge der industriellen Verfahren verbraucht wird, ist es für immer verschwunden. Die gegenwärtige Produktion von Silber reicht gerade eben zur Befriedigung der industriellen Nachfrage. Mit anderen Worten, es stehen keine Silberbestände mehr zur Verfügung, die frei wären zu Investmentzwecken.

Um die volle Tragweite der gegenwärtigen Entwicklung besser einschätzen zu können, hier ganz kurz einige historische Eckpunkte: 1792 gründete der US-Kongress sein Geldsystem, wobei er Münzen bestehend sowohl aus Gold als auch aus Silber verwendete (siehe Bimetallismus). Zu dem Zeitpunkt waren 15 Unzen Silber erforderlich, um eine Unze Gold zu kaufen. (Das "Silber zu Gold-Verhältnis" betrug also 15:1.). Mit Beginn des 20. Jahrhunderts haben die Weltregierungen den Goldstandard aufgegeben. Während der Weltwirtschaftskrise pervertierte das Verhältnis zu 71:1. Inzwischen beträgt das Verhältnis Silber zu Gold 43:1.

Was wir jahrzehntelang nicht gehabt haben, jetzt ist es wieder soweit: Silber wird wieder als Geldanlage gewertet. Und wenn Silber als Geld angesehen wird, schrumpft das Verhältnis. Das heißt allerdings nicht unbedingt, dass wir erneut zu dem 15:1 Verhältnis des 18. Jahrhunderts zurückkehren. Denn rein rechnerisch betrachtet, würde selbst eine Verdoppelung des Silberwertes bei gleichzeitig konstant bleibendem Goldwert immer noch auf ein Verhältnis von 22:1 hinauslaufen.

Es bleibt festzuhalten, dass Edelmetalle heutzutage populärer sind, als sie es viele Jahre lang waren. Die Spitze ist jedoch noch längst nicht abzusehen. Wenn Sie mit Freunden oder guten Bekannten zusammentreffen und das Gespräch auf die Vermögensabsicherung mittels physischen Edelmetallen bringen, werden Sie zwar höchstwahrscheinlich nicht mehr die schiefen Blicken ernten, die Sie sich vor ein paar Jahren wohl noch eingefangen hätten. Aber Sie werden sich in der Runde höchstwahrscheinlich noch auf einem mehr oder weniger einsamen Posten vorfinden, wenn Sie in dieser Richtung denken oder agieren. In dem Moment, wo Sie feststellen, dass Ihre Gesprächspartner ebenfalls ihr Geld in Edelmetallen anlegen, dann können Sie davon ausgehen, dass das weiße Metall an oder sehr nahe an der Spitze angelangt ist.

Großartige Spekulationen, um bei diesen Trends der Gold- und Silberpreise noch einen möglichst günstigen Einstiegspunkt abzupassen, können Sie sich sparen. Gold ist Geld. Silber ist Geld. Kaufen Sie sie als eine Form Ihrer Ersparnisse, indem Sie einfach jeden Monat einen Batzen Bargeld für Ihre Gold- oder Silberbarren beiseitelegen. Sorgen Sie für eine sichere Lagerung und belassen Sie es dabei.

Eric Sprott geht wie viele andere Experten dieses Sektors davon aus, dass Sie dann eine gigantische Werterhöhung erleben werden, spätestens in dem Moment, wo die Welt aufwacht und begreift, dass wir kein Silber mehr haben.

Am 17.11.2010 erläuterte Eric Sprott gegenüber kitco.com seine Einschätzung hinsichtlich der Bedeutung von Silber:

„Silber kann durchaus das Investment dieses Jahrzehnts sein, wohingegen Gold das Investment des letzten Jahrzehnts gewesen ist – und ganz klar, ich liebe Gold.

Eine Menge Leute sind möglicherweise der Meinung, dass sich Silber aufgrund seiner industriellen Verwendung schlechter entwickelt, wenn man sich in einem deflationären Umfeld befindet. Wenn jedoch genügend Menschen besorgt sind über ihre Währungen – und schauen wir der Tatsache ins Auge – wenn man in ein deflationäres Umfeld gelangt, verpuffen die Chancen, dass die Schulden zurückgezahlt werden, ganz schnell, und die Fremdfinanzierung im Bankensystem wird wieder ein Thema und macht einem den Gar aus.

Man muss also etwas Reales besitzen – und es gibt so wenig Silber, das man besitzen könnte, weshalb ich der Meinung bin, dass die Investmentnachfrage jeglichen Rückgang, jegliche zurückgehende Silbernachfrage konterkarieren würde. Also ich bin der Meinung, Silber wird das Investment dieses Jahrzehnts sein…

Ich bin seit zehn Jahren in dem Geschäft tätig, und in Wirklichkeit bin ich seit zehn, elf Jahren ein Fan von Gold, und ich erkenne jetzt, dass hier Kräfte am Werk sind, dir mir sagen, dass Silber etwas tun wird, dass hier etwas ungewöhnliches vor sich geht.“

Beim Kauf von Silber müssen Sie sich nicht auf physische Barren beschränken. Auch Gold- oder Silbermünzen können eine Option sein oder Aktien in Bergwerksgesellschaften. Sehen Sie hierzu auch unsere Artikel


Gutes Investieren!


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Bildquelle:
1 kg Silberbarren - Jan Kowalski / pixelio.de


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