
„Um deshalb Ihr Vermögen in diesem Zeitalter konstanter Inflation zu schützen, ist es absolut notwendig, dass Sie Inflation richtig definieren und verstehen. Mit anderen Worten, Sie müssen zwischen "Ursache" und "Wirkung" unterscheiden.“
Puru Saxena
Die Frage ‚Goldblase - ja oder nein‘ scheint sich hartnäckig in den Finanzmedien zu halten.
So warf auch Larry Kudlow von CNBC erst vor ein paar Tagen die Frage in den Äther: "Wann wird die Goldblase platzen?" Ganz offensichtlich unterstellt er, dass es eine Gold Blase gibt, nur was soll das, bitte schön, sein?!
Richtig – der Goldpreis steigt. OK. Das ist auch nicht weiter verwunderlich angesichts der Blase, die die Zentralbanken auf der ganzen Welt munter erzeugen mit Ihren Druckerpressen und dem frisch bedruckten Papiergeld. Verwunderlich wäre es eher, wenn der Goldpreis angesichts dieser inflationistischen Entwicklung des Fiat Money nicht steigen würde.
Halten Sie sich dieses Bild einmal ganz bewusst vor Augen: Da ist ein Mensch, ein einzelner Mann, der eine ganze Wirtschaft kontrolliert und steuert einfach dadurch, dass er einen kleinen Zinssatz reguliert. Und nicht nur das... Noch bizarrer wird das Bild, wenn Sie statt des Mannes eine Institution einsetzen samt einer Druckerpresse, und diese Druckerpresse läuft und läuft und am Ende kommt mit ein paar Symbolen und dem Abbild von George Washington bedrucktes Papier dabei heraus. Und dieses bedruckte Papier soll das Wirtschaftswachstum stimulieren und in Gang halten?! Und dennoch vertraut eine Nation von Investoren diesem „Kult“ des Zentralbankwesens.
Und es schien ja auch tatsächlich einiges dafür zu sprechen, denn immerhin ließ sich mit der Überzeugung, dass dieses ausgeklügelte System wohl funktionieren würde, auch Geld verdienen. Nur inzwischen läuft diese ganze Zentralbank-Sache ein wenig aus dem Ruder.
Die frühen Zentralbanker waren immerhin noch in der Lage zuzugestehen, dass eine gewisse Fehlerquote im Bereich des Möglichen läge. Sie würden dann jeweils die Zinssätze nach oben oder unten anpassen, abhängig von den jeweilig vorherrschenden wirtschaftlichen Gegebenheiten - und dann auf das Beste hoffen. Aber je erfolgversprechender das beständige Herumfeilen und Einmischen seitens der Zentralbanker zu sein schienen, desto mehr gaben sie sich dieser Leidenschaft dann auch hin. Und da wohl niemand sich selbst und seine Arbeit gerne ad absurdum führt, musste es auch seine Richtigkeit damit haben, d.h. sie glaubten dann natürlich auch an das, was sie da so eifrig an Herumfeilen und Einmischen betrieben, getreu der Umkehrung der weisen Worte von Christian Morgenstern in seinen Palmström-Liedern:
Die unmögliche Tatsache
Palmström, etwas schon an Jahren
wird an einer Straßenbeuge
und von einem Kraftfahrzeuge
überfahren.
"Wie war" (spricht er, sich erhebend
und entschlossen weiterlebend)
"möglich, wie dies Unglück, ja-:
dass es überhaupt geschah?
Ist die Staatskunst anzuklagen
in Bezug auf Kraftfahrwagen?
Gab die Polizeivorschrift
hier dem Fahrer freie Trift?
Oder war vielmehr verboten,
hier Lebendige zu Toten
umzuwandeln, - kurz und schlicht:
d u r f t e hier der Kutscher nicht - ?"
Eingehüllt in feuchte Tücher,
prüft er die Gesetzesbücher
und ist alsobald im klaren:
Wagen durften dort nicht fahren!
Und er kommt zu dem Ergebnis:
"Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil", so schließt er messerscharf,
"nicht sein k a n n , was nicht sein d a r f."
Im Nu mutierte das Herumfeilen und Einmischen von einer schlichten Verantwortung zu einer zwingenden Notwendigkeit, sozusagen einer sozialen Aufgabe; vielleicht gar einer "Berufung" - einer Art göttliches Recht des Zentralbankwesens.
Auf diese Art gestärkt fuhren Zentralbanker auf der ganzen Welt fort, sich Tag für Tag und Monat für Monat einzumischen. Und die Investor-Herde zog es vor, weiterhin diesen „berufenen“ Experten zu vertrauen und zu folgen.
Eine derart unisono gehuldigte Überzeugung, ja Hingabe, stellt eine Bubble in sich selbst dar – wie ein riesiger Ballon, der über allem schwebt, solange nur ja niemand mit einer spitzen Nadel kommt und da hineinsticht und die Luft rauslässt. Und was dann passiert, wenn dieses zarte, doch auch zähe Gebilde schließlich platzt, lässt sich weder im Hinblick auf seine Komplexität noch auf sein Volumen auch nur annähernd ausmalen und bestimmen.
Nur eins ist schon jetzt sonnenklar und abzusehen: Die Währungen der Welt erleiden einen fortwährenden Rückgang.
In der Folge erleben wir eine Abwärtsspirale, bei der stete Therapien und Einmischungen einen Sog kreieren, der schließlich die Kaufkraft der Papierwährungen wegfrisst, immer gieriger, immer schneller.
Vernünftige, vorausschauende Investoren beobachten diese Entwicklung. Und sie tragen Sorge dafür, diesem Trend – soweit es in ihrer Macht steht – entgegenzuwirken. Die einzige Möglichkeit, die sich ihnen letztlich dafür bietet, sind Anlagen, die nicht direkt unter dem „Schutz“ der Zentralbanker stehen, Anlagen, die keines wie auch immer gearteten Schutzes bedürfen. Und da ist Gold mit Sicherheit die erste Wahl. Es ist die zeitlose Wahl aller vernünftigen, vorausschauenden Investoren, die den Kult des Zentralbankwesens zurückweisen, und die deshalb Papierwährungen als Wertanlage misstrauen.
Es ist nicht das Gold, das sich in einer Bubble befindet. Es ist das Zentralbankwesen, das sich in einer „Bubble“ befindet, was dann wiederum dazu führt, dass das Gold steigt.
Und die Blase des Zentralbankwesens wird erst in dem Moment platzen, wo Investoren weltweit den Kult des Zentralbankwesens zurückweisen und damit einhergehend ebenfalls Papierwährungen als Wertanlage ablehnen. Und wo Zentralbanker selbst als Repräsentanten der Zerstörung von Vermögen geoutet werden.
Nur das wird weder morgen noch übermorgen der Fall sein. Gut möglich, dass Gold auch erst auf einem Niveau von 10.000 $ pro Unze oder 20.000 $ oder 100.000 $ gehandelt werden muss, bis dieser Punkt tatsächlich erreicht ist. Dann können wir tatsächlich von einer Goldblase reden. Aber auch erst dann.
Bis es soweit ist, können Sie davon ausgehen, dass Sie noch nicht genug Gold besitzen – falls überhaupt.
Gutes Investieren!

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