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Der Preis von Gold in ganz neuem Licht betrachtet

Von: A. Radan - 13.12.2011
Goldrausch - Rike / pixelio.de

Goldrausch - Rike / pixelio.de

Mit Geld ist es ähnlich wie mit Nahrung: man konsumiert oft gedankenlos. Kaum wird man volljährig stehen Versicherungs- und Bankverkäufer auf der Matte und belästigen einen mit Gratis-Kugelschreibern. Gutgläubig deren Rat befolgend sitzt man Jahre später auf einem ansehnlichen Häufchen bescheidenen Wohlstandes in Form diverser Wertpapiere (nach dem Buch sieht man das Wort im anderen Licht) und Verbindlichkeiten. Was diese Vertrauensvorschüsse in Wirklichkeit wert sind, das hat so mancher in den vergangenen Jahren einsehen und womöglich schmerzlich erfahren müssen.“

Sapere Aude zu dem Buch
Freiheit durch Gold: Sklavenaufstand im Weltreich der Papiergeldkönige


* * *


Irene, eine ehemalige Klassenkameradin meiner Tochter, die immer noch häufiger bei uns zu Gast ist, erzählte mir neulich ihre Geschichte:

Ihr Vater war bereits Ende der 90-er Jahre verstorben und hatte ihr einige Aktien und Obligationen vererbt. Er war schon immer ein vorsichtiger Mann gewesen und ist Zeit seines Lebens auf Nummer sicher gegangen. Das hatte eigentlich auch immer gut funktioniert, deshalb sah Irene keine Veranlassung, nach seinem Ableben irgendetwas an dem geerbten Depot zu verändern, zumal sie selbst keine Ahnung hatte von Aktien und dem gesamten Börsengeschehen. Sie betrachtete ihr Depot als sichere Sparanlage, auf die sie erst zurückgreifen wollte, wenn sie sie wirklich benötigen würde. Und mit ihrer Heirat Anfang des Jahres war es soweit, schließlich musste für die Familiengründung eine neue größere Wohnung her, und für die Jungfamilie reichte natürlich auch der kleine Smart nicht mehr, also sollte auch noch ein größerer Wagen eingekauft werden.

Dann bekam sie einen aktuellen Depot-Kontoauszug, und das ursprüngliche stolze Gefühl, Besitzerin eines kleinen Vermögens zu sein, wich der beklemmenden Erkenntnis, dass das Geld ihr nur so durch die Finger geronnen war. Denn sie konnte mit dem aus ihrem Depot ausgelöstem Geld bei weitem nicht das einkaufen, was sie bei Antritt der Erbschaft Ende der 90-iger Jahre damit noch hätte einkaufen können. Dabei hatte die Optik einfach gestimmt. All die schlimmen Markteinbrüche, wie beispielsweise der Crash der Internet-Aktien oder die Finanzkrise 2008, hatten keine negativen Auswirkungen auf Ihr Depot gehabt. Und das war durchaus nicht selbstverständlich, dessen war sie sich bewusst. Zudem war sie wirklich nicht leichtfertig mit ihrem Geld umgegangen, sondern hatte jede Ausgabe sorgfältig geprüft, bevor sie sich dazu entschieden hatte.

Und dennoch… Schließlich wurde ihr klar, dass sie sich selbst hinsichtlich ihres Finanzgebarens eigentlich nichts vorzuwerfen hatte. Sie hatte nur einen Faktor übersehen: die Inflation. Sie hatte zwar rein rechnerisch kein Geld verloren, sondern im Gegenteil sogar einiges an Zinsen eingenommen, aber ihr Geld hatte an Kaufkraft verloren, und dieser Kaufkraftverlust überstieg noch die Zinseinnahmen.

Gold – ein strenger Richtwert

Was Irene hier passiert ist, ist kein Sonderfall, denn die Inflation trifft uns alle. Sie ist das, was unsere Gewinne verwässert. Und so wird im Laufe der Zeit – schleichend, kaum wahrnehmbar - aus dem herzhaften und nahrhaften Eintopf schließlich eine fade Wassersuppe.

Wie können Sie denn nun wissen, was Ihr Vermögen überhaupt noch wert ist? Um hier zu einer objektiven Einschätzung zu kommen, haben Sie mehrere Möglichkeiten.

Zum einen sollten Sie sich natürlich die Inflation und vor allem die Inflationsrate zu Gemüte führen. Die Webseite http://www.inflation-deflation.de/ beschäftigt sich eingehend mit dem Thema Inflation – Deflation. Beispielsweise erfahren Sie hier, dass die Inflation in den USA, Europa, Deutschland und Japan im Januar 2011 wie folgt bewertet wurde:

Land

  Inflation 2009 

  Inflation 2010** 

  Inflation 2011*

USA

-0,3%

+1,7%

+1,4%

EU

+0,2%

+1,2%

+1,7%

Deutschland   

+0,2%

+1,1%**

+1,7%

Japan

-1,4%

-1,2%

-0,9%


Negative Werte bedeuten Deflation; Quelle: Reuters EcoWin, Stand: Jan. 2011;

*   Schätzungen Senior-Portfoliomanager Union Investment;

** Statistisches Bundesamt PM v. 14.01.2011

Quelle: http://www.inflation-deflation.de/aktuelle-euro-inflation.html

Hier erfahren Sie zum Thema Euro Inflation ebenfalls:

„Ein wichtiges Thema ist in diesem Zusammenhang die so genannte gefühlte Inflation und die Berechnung anhand eines Warenkorbs. So gibt es neben der offiziellen Inflationsrate der Lebenshaltungskosten auch andere Berechnungsmethoden, die häufig gekaufte Güter (Lebensmittel wie Brot, Butter, …) und solche, denen man sich nicht entziehen kann (Energie wie Wasser, Strom, Heizung, Benzin) mehr gewichten. Da wird die gefühlte zur wirklichen Inflation. Das merkt man meist beim Einkauf im Supermarkt am eigenen Leib.
So hat Prof. Brachinger (Universität Fribourg, Schweiz) beispielsweise anhand der 50 meistgekauften Güter bei Rentnern ausgerechnet, dass deren aktuelle Euro Inflation weit über dem offiziellen Verbraucherpreisindex lag.
Die jeweils aktuelle Inflationsrate des Euro ist daher auch in Deutschland ein primär relativer Wert zum Vergleichszeitraum bei identischer Messgrundlage.“  http://www.inflation-deflation.de/aktuelle-euro-inflation.html

Und auf der Seite http://www.zinsticker.net finden Sie darüber hinaus einen Inflationsrechner, der Ihnen den effektiven Kaufkraftverlust Ihres persönlichen Vermögens berechnet.

Wie Sie allerdings unschwer erkennen können, kommen bei der Berechnung der Inflation einige variable Faktoren zusammen, so dass ein objektives Messergebnis kaum möglich ist.

Aber es gibt auch einen unabhängigen Richtwert, eine Benchmark, die weder den emotionalen Faktoren noch den Komplexitäten eines Warenkorbs unterliegt und die unabhängig ist von der jeweiligen Währung, in der Sie Ihr Vermögen halten, und von den jeweils geltenden Steuersätzen. Und diese globale beständige Benchmark ist Gold.

Und diese Benchmark ist von so entscheidender Bedeutung, dass auch Irene den beträchtlichen Kaufkraftverlust ihrer Erbschaft hätte vermeiden können, wenn sie zumindest einen Teil Ihres geerbten Vermögens in Gold angelegt hätte, denn statt des Verlustes hätte ihr zumindest dieser in Gold angelegte Teil heute mehr als 300% Gewinn eingebracht – ohne Kaufkraftverlust.

Gold – ein objektiver Maßstab

Um Ihnen das Ausmaß des Kaufkraftverlustes anschaulich vor Augen zu halten, sehen Sie hier die bedeutendsten Indizes zum einen bezeichnet in Dollars und zum anderen in Gramm Gold.

Hier zum Vergleich die unterschiedlichen Werte:


    in Dollars   
  in Gramm Gold
Dow Jones Industrieaktienindex     
+4,7%-82,5%
S&P 500-15,1%-85,8%
Technologie Aktien-38,0%-89,7%
Hongkong Börse+6,0%-82,3%
UK Börse-22,4%-87,1%

Wie Sie an dieser Tabelle sehen können, vermitteln Ihnen die in Dollars bezeichneten Indexwerte eine weit bessere, nämlich eine verwässerte Version des tatsächlichen Wertes Ihrer Investition.

Fazit

Mit keiner Währung der Welt können Sie den realen Gegenwert Ihres Geldes objektiv messen. In der Regel werden Sie feststellen, dass die Währungen eher wie ein „Aufhübscher“ wirken.

Deshalb sollten Sie folgende Punkte im Auge behalten:

  1. Egal, in welcher Währung Sie Ihr Vermögen halten, die Bezifferung Ihres Vermögens in einer beliebigen Währung wird Ihnen nicht verraten, über wieviel Kaufkraft Sie tatsächlich verfügen. Nur ein Vergleich mit Gold oder einem anderen realen Anlagewert sagt Ihnen, wieviel Sie letzten Endes für Ihr Geld bekommen werden.
  2. Was immer Ihnen ein Börsenmakler „verkaufen“ will, denken Sie immer daran, dass Sie bei all seinen schönen Worten die Währungsverwässerung nichts aus den Augen verlieren; und
  3. mit Aktien alleine können Sie die Inflation nicht ausbooten. Wenn Sie sich darauf verlassen, sind Sie schlecht beraten.

Begrenzen Sie Ihren Blick aber nicht auf Wertpapiere jedweder Art, denn auch die Börsengewinne sind letztlich kein Selbstzweck. Schließlich sollen die Gewinne ja auch einmal realisiert werden, damit Sie sich irgendetwas davon leisten können. Immerhin muss alles, was wir zum Leben benötigen, letztlich bezahlt werden, und deshalb ist auch alles der Inflation ausgesetzt. Das gilt für Ihr angestrebtes Eigenheim oder Ihre erträumte Yacht genauso wie für Ihre Lebensmittel oder Ihre Miete, Ihr Benzin oder Ihre Ausbildung. Und spätestens in dem Moment, wo Sie sich von Ihrem Vermögen etwas kaufen wollen, nähern Sie sich der Stunde der Wahrheit in Bezug auf seinen wahren Wert. So wie es auch Irene ergangen ist.

Doch es gibt eine Lösung: Lösen Sie von Zeit zu Zeit Ihre Börsengewinne ein und legen Sie diese Erträge in Edelmetallen an. Gold ist eine bessere Sparanlage, als irgendeine Währung es jemals sein könnte. Gold hat kein Verfallsdatum, sondern ist sozusagen „unkaputtbar“. Und daran wird sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern.

Gutes Investieren!


Unser Buchtipp zu diesem Thema:

Investieren in Sachwerte - 15 Geldanlage-Alternativen, um der Inflation zu entkommen


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Bildquelle:
Goldrausch - Rike / pixelio.de


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