
"Nur in Perioden von Dekadenz wird Wahrheit kompliziert."
- Henry Miller, amerikanischer Schriftsteller
Die Geschichte des Geldes und des Bankwesens ist eine Geschichte von Dieben, Schurken und Gaunern. Heute möchte ich Ihnen über ihren größten Schwindel erzählen.
Geld war einst eine völlig andere Sache als es heute ist. Geld wuchs aus dem freien, spontanen und evolutionären Prozess des Marktes wie die Sprache oder das 'common law', das gemeine Recht. Regierungen haben es nicht kreiert. Das kam erst später. Später ergriffen und monopolisierten Regierungen die Kreation von Geld - so wie sie ebenfalls dazu kamen, die Schaffung einer Gesetzgebung zu monopolisieren. Dies waren lange, qualvolle Prozesse.
Aber um auf Geld zurückzukommen: In der frühen Geschichte des Menschen haben eigentlich alle möglichen Dinge als Geld agiert. Aber mit der Zeit entwickelte sich Gold zum dominierenden Medium. Der Markt - das heißt, die Leute - wählten Gold aus einer Vielzahl von Gründen. Es war dauerhaft, tragbar, teilbar - und selten.
Auch das Bankgeschäft war einst eine ganz andere Sache als heute. Banken begannen als einfache Aufbewahrungsstätten, damit Kunden ihr Geld (das heißt Gold) aufbewahren konnten.
Die Banken zahlten keine Zinsen auf diese Geldeinlagen. Sie haben sie nicht verliehen. Sie bewahrten das Gold in einem Tresorraum auf und das war's dafür. Die Bank offerierte andere Dienstleistungen, wie simple Kassierer Dienstleistungen und das Erleichtern von Zahlungen, in die Dritte verwickelt waren.
Kunden bezahlten die Banken für diese Dienstleistungen. Es war alles ein recht simples und geradliniges Geschäft. Dies war der Fall im antiken Griechenland. Die Athener betrachteten Banken nicht als Kreditquellen.
Nichtsdestotrotz, skrupellose Banker konnten es manchmal einfach nicht lassen. Betrügen war so leicht - und so profitabel. Also nahmen sie manchmal die Geldeinlagen ihrer Kunden und verliehen sie an andere.
Betrügen? Ja. Sehen Sie, wenn ich mein Gold bei Ihnen platzieren würde, damit Sie es lagern, wäre es gegen das Gesetz, wenn Sie mein Gold nehmen und es verleihen würden. Dies wäre ein grundlegender Verstoß gegen die Eigentumsrechte. In der Tat haben wir Unterlagen über ein frühes Gerichtsverfahren, wobei ein Deponent einen Banker verklagte, weil der Deponent sein Gold nicht zurückbe-kommen konnte - denn der Banker hatte es verliehen und konnte es nicht wieder einziehen.
Wir haben heutzutage einen Begriff dafür. Wir nennen es Unterschlagung. Aber aus vielen traurigen Gründen wenden wir diesen Ausdruck nicht auf Banker an. Wir nennen es 'fractional reserve banking' (Bankwesen mit vorgeschriebenen Mindestreserven). Dies, lieber Leser, ist der größte Schwindel, der jemals einer Geld verwendenden öffentlichkeit angedreht wurde.
Die lange Geschichte des Bankwesens ist die eines Kampfes zwischen jenem Deponenten und seinen skrupellosen Bankern und stehlenden Regierungen. Mehr als 2.000 Jahre lang hat der Deponent ein aussichtsloses Rückzugsgefecht ausgetragen, da die Banker, die mit ihren Regierungen unter einer Decke steckten, neue Wege fanden, um ihre dubiosen legalen Ansprüche zu stützen - und ihre Finger in die Taschen der Sparer hineingleiten zu lassen.
Heute überwiegen die Banker. Nur Wenige würden die Legalität des 'fractional reserve banking' anfechten.
Die Lösung: Der 100% Reine Goldstandard
Folglich ist unser Geld ein schwindender Aktivposten. Unsere Sparer verlieren ihre Ersparnisse an die Inflation - die konstante Aufstockung der Bereitstellung von Geld, was unsere Kaufkraft immer weiter aufzehrt. Es ist eine heimtückisch schleichende Steuer.
Unsere Wirtschaft macht periodisch auftretende Booms und Krisen durch. Die Regierung betreibt Kriege und gibt Geld aus auf einerm Level, das ein reiner Goldstandard niemals tragen oder zulassen würde.
Aber es ist wichtig, mit der Geschichte des Geldes zu starten, denn sie bekräftigt zwei Dinge:
Deshalb hat das Heilmittel für unsere monetären Krankheiten einen entschieden atavistischen Beigeschmack. Das ist Teil seines Charmes und Teil seiner Stärke. Wir befassen uns hier nicht mit Neuland.
Wie der große Wirtschaftswissenschaftler Murray Rothbard schrieb: "Die einzige kohärente langfristige Lösung: ein freies Bankensystem mit einer Auflage von 100% Rücklagen, die Abschaffung der Zentralbank und die Etablierung eines reinen Goldstandards."
Grundsätzlich, geben Sie die Erschaffung von Geld wieder zurück an den Markt.
Einige Leute glauben an die Rückkehr zu einem Goldstandard. Was sie jedoch unterstützen ist leider "ein Pseudo-Goldstandard, der in einem 'fractional reserve banking', einem Bankwesen mit vorgeschriebenen Mindestreserven wurzelt" (mit den Worten Rothbards).
Das Misstrauen gegenüber einem 'fractional reserve banking' hat, wie ich bereits andeutete, eine lange Geschichte. Die Anhänger der Schule von Salamanca warnten davor bereits mindestens so weit zurück wie das 16. und 17. Jahrhundert. David Hume, der schottische Philosoph des 18. Jahrhunderts, war ein weiterer prominenter Zeuge für den stillschweigenden Diebstahl und seine Gefahren. Sogar amerikanische Präsidenten wie Thomas Jefferson und Andrew Jackson misstrauten ihm.
Und es gibt eine lange Linie großer Denker, die versuchten, der öffentlichkeit das Wissen zu vermitteln, dass ein Bankwesen mit vorgeschriebenen Mindestreserven ein schrecklicher Fehler wäre. Die großen österreichischen Wirtschaftler Ludwig von Mises und Murray Rothbard gehören zu den moderneren. Aber es gibt eine Linie, die weit zurückgeht. (Der große amerikanische Wirtschaftler Francis Amasa Walker war ein besonders herausragender Advokat im 19. Jahrhundert.)
Ein großartiges Buch, das all dies behandelt, ist Jesus Huerta de Sotos Money, Bank Credit, and Economic Cycles. Es ist ein Türstopper von einem Buch - Sie müssen es mit beiden Händen halten. Das Buch ist in großen lesbaren Buchstaben gedruckt, eine ansehnliche Produktion unter dem Impressum Mises Institute.
Dieses Buch sticht sämtliche monetären Abhandlungen vor ihm aus. Ich pflegte zu sagen, dass Ludwig von Mises' Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel das beste Buch über Geld sei, das ich jemals gelesen hätte. Jetzt sage ich, es ist Huerta de Sotos Wälzer. Es ist der neue Standard monetären Denkens. Darin sind faszinierende Stücke Geschichte und eine Menge theoretisches Material, das sämtliche Facetten des Geldes und Bankwesens behandelt.
De Soto gibt ebenfalls eine vollständige Abhandlung zu der Idee eines 100% Goldstandards - ohne 'fractional reserve banking' und ohne Zentralbank. Schon das abschließende 100-Seiten Kapitel mit dem Titel "A Proposal for Banking Reform: The Theory of a 100% Reserve Requirement" (Ein Vorschlag für eine Reform des Bankwesens: Die Theorie einer 100% Rücklagen Auflage) ist den Preis für das Buch wert. Die Vorteile eines solchen Systems sind zahlreich und Huerta de Sotos Darlegung ist brillant.
Ein 100% Standard verhindert die konjunkturabhängigen wirtschaftlichen Krisen, die aus der Schaffung von Krediten entstehen. Fehlinvestitionen, jene weitverbreiteten ökonomischen Fehler, die zyklische Krisen verursachen, treten auf, wenn es Verzerrungen im wirtschaftlichen Gefüge gibt. Eine Wirtschaft hat nur so und soviel reale Spareinlagen; Kredite erwecken den Anschein, als ob es mehr wären. Deshalb erleben wir Krisen, die sich durch die gesamte Wirtschaft ziehen. Das durch 'fractional reserve banking' gebaute Kartenhaus hat sein natürliches Ende erreicht.
Wichtig dabei ist, mit den Worten von Huerta de Soto, dass ein 100% Goldstandard "nicht sämtliche wirtschaftlichen Krisen und Rezessionen abwenden würde. Es würde nur den sich wiederholenden Zyklus von Booms und Rezessionen abwehren, den wir jetzt erleiden."
Jahre der Kreditausweitung haben die Menschen an die Schäden von Krediten gewöhnt. Also meinen sie, Kreditausweitung sei für eine wirtschaftliche Entwicklung erforderlich. Wenn Sie nicht boomen, stagnieren Sie - und es gibt einiges Stigma dafür, als ob wir immer irgendwelche Wachstumsziele erreichen müssten.
Wie Huerta de Soto schreibt: "Leute versäumen zu sehen, dass schnelle, übertriebene wirtschaftliche Expansion wahrscheinlich immer eine künstliche Ursache hat und umgekehrt sein muss in Form einer Rezession." Ein 100% Standard verhindert die durch die Geldbereitstellung bedingten Kontraktionen und Inflationen, die Zerstörung anrichten.
Die Banken würden nicht verschwinden. Ein 100% Standard stellt bloß sicher, dass Spareinlagen nur durch freiwillige Darlehen abgedeckt werden. Banken könnten immer noch Geld verleihen, aber es hätte über ausdrückliche Verträge mit Sparern zu geschehen. Banken könnten immer noch Hinterlegungen nehmen für eine Gebühr, Zwischenanleihen, Nebenleistungen (Kassierer, Dokumente), Tresorfächer, usw., usw.
Die Kreditverfügbarkeit würde zurückgehen. Ferner garantiert ein 100% System, dass nur "das, was gespart wurde, verliehen würde". Vermehrte Schwierigkeiten wären das logische Resultat eines auf dem Markt basierenden Systems. Die Hypothekenkrise wäre unmöglich gewesen unter solch einem System. Der Wohnungsbau wäre erschwinglich und unsere Abhängigkeit von Krediten ernsthaft vermindert. Abgesehen davon, dass es deutlich hineinpasst in die Tradition von Eigentumsrechten und unermesslichen wirtschaftlichen Nutzen bietet, gibt es auch noch weitere Überlegungen.
So ist es beispielsweise viel schwieriger, Krieg zu führen. Dies allein macht es lohnenswert. Der Erste Weltkrieg, der Zweite Weltkrieg und zahllose andere wären einfach unmöglich gewesen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung eines 100% Goldstandards. Diese Katastrophen brauchten eimerweise Kredite und sie konsumierten die Währungen ihrer Nationen.
Wer verliert? Ein 100% Goldstandard bestraft jene, die vom Bankwesen mit vorgeschriebenen Mindestreserven profitieren - hauptsächlich Banken und die Regierung. Er beschützt Sparer - für gewöhnlich ältere Leute und jene, die von festen Einkünften leben.
Aus all diesen Gründen ist ein 100% Goldstandard der einzige Goldstandard, der es wert ist, angestrebt zu werden. Wird es geschehen? Wie bei den meisten Revolutionen müssen Dinge wirklich schlimm werden, bevor Leute radikale Veränderungen in Betracht ziehen. Der amerikanische Poet Charles Bukowski drückte es am besten aus: "Wahre Revolution kommt von wahrer Abneigung; wenn Dinge schlimm genug werden, wird das Kätzchen den Löwen töten."

Let's make MONEY: Was macht die Bank mit unserem Geld?
Die Inhalte in InvestorWissen24.de dienen ausschließlich Ihrer Information und Anregung. Die bereitgestellten Informationen stellen insofern keine Empfehlungen oder Bewertungen für Ihre persönliche Finanzsituation dar. Sie sind auch nicht dazu gedacht, professionelle Beratungen durch im Börsen- und Finanzwesen tätige Experten zu ersetzen. Bei allen individuellen Fragen und Entscheidungen rund um Ihre Finanzen sollten Sie auf jeden Fall einen Experten hinzuziehen
Wir sind bemüht, Informationen so aktuell und umfassend wie möglich zu recherchieren und zu präsentieren; eine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität können wir jedoch nicht übernehmen.
Wir übernehmen keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.