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Das Einmaleins der Inflation

Von: A. Radan - 21.01.2010

Um es einmal auf den Nenner zu bringen, falls Sie es nicht eh schon wussten: Inflation ist letzten Endes nichts anderes als eine versteckte Steuer! Die Regierung hat hier einen geradezu diskreten Weg gefunden, um hinter dem Rücken der Leute an deren Ersparnisse heranzukommen und sicherzustellen, dass Vermögen übertragen werden kann, ohne allzu großes Aufsehen zu erregen. Diese Art und Weise der Vermögensübertragung ist auch nichts Neues und nicht erst auf dem Mist von Ben Bernanke gewachsen, sondern es gibt sie schon seit Generationen.

Der Begriff Geld leitet sich ab von dem ahd. gelt und bedeutet "Vergeltung, Vergütung, Einkommen oder Wert". Es wurde geschaffen als Tauschmittel, weil es die praktische Durchführung von allen möglichen Handelsgeschäften ungemein erleichtert hat. Genauer gesagt handelte es sich dabei um ein Zwischentauschmittel, denn es konnte auf Grund allgemeiner Akzeptanz für weitere Tauschgeschäfte eingesetzt werden. Da Geld auch das Konzept "Wert" beinhaltet, war es natürlich auch als Wertanlage gedacht.

In Zeiten jedoch, wo die Zentralbank mit Stimuli und Bailout-Programmen die vorhandene Geldmenge aufbläht und die Inflation sozusagen sponsert, kann das Geld diese entscheidende Rolle als Wertanlage nicht mehr erfüllen. Solange jedoch keiher der unglückseligen Betroffenen den Verlust der Kaufkraft seiner Ersparnisse infrage stellt, geht diese schleichende finanzielle Hinrichtung ohne allzu große Hindernisse ungestraft über die Bühne.

Inflation bedeutet verkehrte Welt für die Wirtschaft. Die Bevölkerung hat schwer darunter zu leiden, oft in dem Ausmaße, dass sich einige verzweifelte Mitbürger zu wilden Spekulationen hinreißen lassen und Risiken eingehen, die sie Kopf und Kragen kosten können. Ganz besonders schwer trifft es die Pensionäre. Denn die Ersparnisse dieser älteren Mitbürger verlieren einerseits immer mehr an Wert, andererseits haben sie aber nicht die Chance zu arbeiten, um dadurch wiederum mehr Geld zu verdienen und somit ihren Lebensstandard halbwegs aufrechtzuerhalten. Es ist nicht nur so, dass sie die Früchte ihrer Arbeit nicht genießen können, nein, schlimmer. Denn diese Früchte wurden ihnen Zeit ihres Lebens als "Ansporn" und "Motivation" für all ihre Arbeit vor die Nase gehalten, um ihnen dann, wenn sie sie brauchen, einfach weggeschnappt zu werden. Es würde wohl schon der Größe eines Erzengels bedürfen, um sich angesichts einer solchen Unverfrorenheit nicht verraten und verkauft zu fühlen.

Inflation - was ist das?

In einem fiskalischen Szenario, wie wir es in diesen Wochen und Monaten haben, ist es dringend geboten zu verstehen, was Inflation wirklich ist: die Zunahme der Geldmenge und Schulden innerhalb einer Wirtschaft! Regierungen und Zentralbanken wollen Sie glauben machen, dass eine Erhöhung des allgemeinen Preisniveaus innerhalb einer Wirtschaft eine Inflation ausmachen würde. Nein! Das erhöhte Preisniveau ist NICHT die Inflation, sondern nur eine ihrer Auswirkungen. Das ist ein feiner, aber bedeutender Unterschied.

Die Quintessens der Inflation

Schauen wir uns dieses Prinzip an einem vereinfachten Beispiel einmal an:

Angenommen, die gesamte Geldmenge einer Nation wie Amerika beträgt 100 $. Genau dieser Betrag steht Ihnen zur Verfügung, um die fünf Äpfel zu kaufen, die von der Wirtschaft produziert wurden. Ganz offensichtlich kommen bei 100 $ verteilt auf fünf Äpfel auf jeden Apfel 20 $. Das ist also der Preis eines einzelnen Apfels.

Jetzt tritt eine Institution auf den Plan namens Federal Reserve, die die Autorität und Power hat, Kredite zu verlängern. Dies geschieht nicht unbedingt direkt, sondern über das auf Schulden basierende Bankensystem der vorgeschriebenen Mindestreserven. Dieses System sieht vor, dass Kreditinstitute Guthaben bei der Zentralbank unterhalten müssen, die einen bestimmten Prozentsatz (Mindestreservesatz) ihrer reservepflichtigen Einlagen ausmachen. Die Zentralbank kann die jeweilige Höhe dieser vorgeschriebenen Mindestreserven unterschiedlich festsetzen, wodurch sie die Liquidität der Kreditinstitute und damit deren Bereitschaft zur Kreditgewährung verringert oder auch vergrößert. Wenn nun also die Kreditinstitute in letzterem Fall ihre Kredite ausweiten, fließt Geld in die Wirtschaft.

In unserem Beispiel wird die Geldmenge innerhalb Amerikas auf 1.000 $ aufgebläht. Wir haben jetzt also zehnmal soviel Geld, um dieselbe Menge an Produkten zu kaufen. Damit kostet ein Apfel jetzt stolze 200 $ statt 20 $. Der Apfel selbst ist nach wie vor das, was er war: ein Apfel. Nur jetzt ist es ein teurer Apfel, denn die Kaufkraft des Papiergelds, das für den Kauf dieses Apfels verwendet wird, hat sich verringert. Es ist jetzt weniger wert. Die Folge: ein höherer Preis.

Dieses Beispiel ist zwar recht vereinfacht, aber das ändert nichts an der Gültigkeit dieses Prinzips: eine Erhöhung der Geldmenge und der Schulden führt unweigerlich zu steigenden Preisen in einer Wirtschaft!

Fazit

Seitdem die Wirtschaften weltweit vom Goldstandard abgerückt sind, basiert das Finanzsystem auf Fiat-Money, Geld, das zwar gesetzliches Zahlungsmittel ist, aber durch keinerlei physische Gegenwerte abgesichert ist. Es besitzt also keinen realen Gegenwert. Dieses "Papiergeld" basiert ausschließlich auf Vertrauen, und wenn dieses Vertrauen schwindet, indem es so zum Beispiel hintergangen wird wie oben beschrieben, verliert auch das Geld seinen Wert.

Darüber hinaus leben Banken davon, Kredite zu vergeben und auszuweiten. Kredite und die damit einhergehenden Zinseinnahmen sind sozusagen ihr täglich Brot. Folglich ist deren Interesse recht klar vorgegeben.

Ein Finanzsystem mit solchen Voraussetzungen bietet den besten Nährboden für die Inflation. Und es steht sehr zu befürchten, dass sich in absehbarer Zeit die meisten Nationen dieser Erde mit den daraus resultierenden Konsequenzen werden abplagen müssen.

Sie als Investor sollten weit vorausschauend planen und jede nur erdenkliche Möglichkeit wahrnehmen, Ihre Kaufkraft zu schützen. Es wäre deshalb ratsam, wenn Sie Ihre Investitionen auf Edelmetalle, Warenerzeuger und schnell wachsende Gesellschaften in der sich entwickelnden Welt fokussieren.

Gutes Investieren!

Unser Buchtipp zu diesem Thema:

Finanzkrisen: woher sie kommen - wohin sie führen- wie sie zu vermeiden sind (Nominiert für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2009!)

Eine weitere Empfehlung:

Der Untergang des Dollar-Imperiums: Die verborgene Geschichte des Geldes und die heimliche Macht des Money Trust

Eine weitere Empfehlung:

Das Schuldenimperium: Vom Niedergang des amerikanischen Weltreichs und der Entstehung einer globalen Finanzkrise

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