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China – die Strategie einer Weltmacht für eine Weltwährung

Von: A. Radan - 13.03.2012
Die Zentrale der Chinesischen Volksbank in Beijing - Yongxinge / Wikipedia

Die Zentrale der Chinesischen Volksbank in Beijing - Yongxinge / Wikipedia

Unter dem provokanten Titel China’s Secret Plan to Bankrupt Millions of Americans
  (Chinas geheimer Plan, um Millionen von Amerikanern in den Konkurs zu treiben) hat der amerikanische Wirtschaftsanalyst Porter Stansberry in diesem mit Bildern unterlegten Vortrag wieder eine Reihe aufrüttelnder Fakten und Prognosen publiziert, die es wert sind, sich damit zu befassen. Er spricht ganz ruhig und deutlich, so dass Sie – wenn Sie des Englischen nur halbwegs mächtig sind - eine gute Chance haben, ihn zu verstehen. In dem Fall sollten Sie sich den Vortrag unbedingt vollständig anhören.

In seiner Einleitung erläutert er, dass ein Berg von Beweisen einen versteckten Plan ans Licht gebracht hätte, der Milliarden von Dollars aus der US-Regierung - und den durchschnittlichen amerikanischen Bürgern herausziehen würde.

"Zu verstehen, wie die Chinesen diesen "Währungskrieg" im Laufe der nächsten paar Jahre durchführen werden, wird wahrscheinlich den Unterschied ausmachen zwischen der Gelegenheit, außergewöhnlich viel Geld zu verdienen und potenziell ein Vermögen zu verlieren. Es ist im Laufe der nächsten paar Jahre von entscheidender Bedeutung, dass Sie genau verstehen:

  • Was die Chinesen jetzt tun
  • Warum sie es tun
  • Das nahezu sichere Ergebnis"

Zum besseren Verständnis für unsere Leser hier ein Hinweis zur wirtschaftlichen Entwicklung Chinas: 1978 wurden in der Volksrepublik China Reformen zur Ablösung der Planwirtschaft auf den Weg gebracht, in deren Verlauf die Rolle der staatlichen Planung bei der Verteilung der Ressourcen in der Gesellschaft und bei den Wirtschaftsaktivitäten schrittweise abgebaut wurde. Stattdessen wurden Marktmechanismen gefördert. Zur selben Zeit hat die chinesische Regierung realisiert, dass im Interesse der wirtschaftlichen Entwicklung der Volksrepublik die Märkte und Ressourcen im In- und Ausland genutzt werden müssen. Damit nahm die Öffnung der chinesischen Wirtschaft nach außen ihren Anfang. Weitere interessante Hintergrundinformationen erhalten Sie unter diesem Link: german.china.org.cn/archive2006/txt/2002-11/08/content_2048764.htm.

In Stansberrys Vortrag erfahren wir nun beispielsweise, dass die Volksrepublik China seit Beginn dieses "Reformzeitalters des Landes" mehr Waren exportiert als importiert hat. Dadurch war das mächtige Land imstande, Billionen von Dollars anzuhäufen, summa summarum mehr Geld, als die Geldbasis der USA vor der neuen Finanzkrise aufzuweisen hatte.

Stansberry’s nach eigenen Worten aufwändigen Recherchen haben u.a. ergeben, dass gemäß der chinesischen Gesetzgebung chinesische Exporteure die für ihre Exporte eingenommenen Dollars an die Zentralbank des Landes, die Chinesische Volksbank (People's Bank of China - PBoC) , übergeben werden müssen. Im Austausch für diese ausländischen Dollars erhalten die Exporteure dann zu einem festen Wechselkurs die Landeswährung Währung (den "Yuan" oder "Renminbi" (RMB)).

Im Zuge der weiteren Entwicklung der internationalen Handelsbeziehungen ist das Volumen von Chinas Fremdwährungsreserven von rund $ 2,5 Milliarden im Jahre 1980 auf inzwischen (per Ende 2011) rund $ 3,2 Billionen angewachsen, also in nur dreißig Jahren eine stolze Zunahme von 127.900%!

Die für Devisen zustände Behörde in der Volksrepublik China ist das Staatliche chinesische Devisenamt (State Administration of Foreign Exchange - SAFE). Auch die Verwaltung der Währungsreserven fällt in seine Verantwortung, wobei es laut Spiegel speziell für Deviseninvestitionen auch noch eine SAFE Investment Company geben soll.

Stansberry ist sich sicher, dass diese SAFE mit einem „ausgewachsenen Währungskrieg mit den Vereinigten Staaten“ befasst ist, wobei eine neue „dominierende Weltwährung geschaffen und der US-Dollar von seiner gegenwärtigen Rolle als Reservewährung verdrängt werden soll“.

Infolgedessen stellt sich für die SAFE natürlich die Frage, was jetzt mit all den in Reserve gehaltenen Devisen passieren soll. Die Entscheidung fiel dann zugunsten von US-Staatsanleihen, zumindest für den Großteil der Reserven. Ergebnis: in China hat sich ein immenser Haufen, nämlich zwei Drittel von Chinas Reserven, in Form von US-Staatsschulden angehäuft: US-Schatzanweisungen, Schatzwechsel und Obligationen. Der nächste große Währungsblock ist in Euro. Der Haken bei diesen Devisenreserven: angesichts der weltweit an der Null-Grenze befindlichen Zinssätze bringen all diese Reserven natürlich kein zusätzliches Geld ein. Und das ist, milde ausgedrückt, eine nicht-optimale Situation.

Dieses Dilemma lässt sich für die Chinesen auch nicht so ohne Weiteres lösen, denn sobald sie anfangen würden, größere Mengen ihrer US-Schatzanweisungen abzustoßen, würden sie damit zwangsläufig den Wert ihrer restlichen Devisenreserven in den Keller drücken.

Chinas Bemühungen der Spekulation an der US-Aktienbörse verliefen nicht gerade erfolgreich. zumal der Markt kurz nach den getätigten Aktienkäufe (z.B. Blackstone Group  und Morgan Stanley) Ende 2007 einzubrechen begann – also ein überaus schlechtes Timing.

Kein Wunder also, dass die Volksrepublik nicht sonderlich scharf darauf ist, an die US-Börse zurückzukehren. Bleiben also nur die staatlich gestützten US-Schatzanweisungen, die zumindest für sicher gehalten werden, auch wenn sie keine Zinsen einbringen und somit dem Risiko ausgesetzt sind, durch die Inflation an Wert zu verlieren.

Die Regierung hat dies bekräftigt mit der Erklärung: „SAFE wird nie ein Spekulant sein. Sie bemüht sich hauptsächlich, die Sicherheit von Chinas Devisenreserven zu schützen und einen stabilen Investitionsgewinn zu sichern."

Somit kristallisiert sich heraus, dass für die Volksrepublik China einerseits Börsenspekulation künftig nicht mehr infrage kommt, sie andererseits aber vor der Notwendigkeit steht, das Inflationsrisiko für ihren existierenden Wertpapierbestand abzusichern. Als einzige Alternative bietet sich nach Stansberrys Einschätzung somit nur eins: Gold – mengenweise Gold zu kaufen. Und die Tatsache, dass China im vergangenen Jahr weltweit die Spitzenposition unter den Importeuren von Gold eingenommen und damit sogar dem bisherigen Spitzenimporteur Indien den Rang abgelaufen hat, scheint seine These zu stützen.

Doch auch als Erzeuger drängt China an die Spitze. Stansberry bezieht sich hier auf die neuesten Zahlen des World Gold Council, die belegen, dass China inzwischen mit rund 300 Tonnen jährlich um die 50% mehr Gold erzeugt als Australien, das Land also, dass den zweiten Rang belegt. Und Stansberry weist darauf hin, dass gemäß den gesetzlichen Bestimmungen in der Volksrepublik jede in China erzeugte Unze Gold – auch wenn der Erzeuger eine ausländische Minengesellschaft ist – an die chinesische Regierung verkauft werden muss.

In dieser Vorgehensweise der Chinesen zeichnet sich die Strategie ab, Gold anzusammeln in einem solchen Ausmaß, dass sie in absehbarer Zukunft das Potential haben werden, ihre Währung in ein Edelmetall zu konvertieren.

China, das am schnellsten wachsende Land auf der Erde mit den größten Barreserven auf dem Planeten, will unbedingt seinen Status als Großmacht zurückerlangen, und dazu gehört eine im wahrsten Sinne des Wortes „werthaltige“, d.h. durch Gold gestützte Währung. Das würde ihm einen gewaltigen Vorteil verschaffen angesichts des reinen Papiergeldes, das von den Notenbanken der Welt fleißig gedruckt wird.

Seine Einschätzung unterstützt Stansberry mit einem Zitat des Finanzhistorikers Richard Russel: "China will, dass der Renminbi mit einem riesigen Prozentsatz Gold unterstützt wird, und will dadurch den Renminbi zur besten Währung machen, der, der weltweit am meisten vertraut wird."

Stansberrys nüchterner Kommentar: „Ich weiß, dass all das für die meisten Leute verrückt klingen wird. Aber die meisten Leute verstehen Gold nicht oder warum es echten, ewigen Reichtum repräsentiert. Die Chinesen tun es.“

Bleiben Sie wachsam!



Unser Buchtipp zu diesem Thema:

Weltkrieg der Währungen: Wie Euro, Gold und Yuan um das Erbe des Dollars kämpfen


Eine weitere Empfehlung:

Freiheit durch Gold: Sklavenaufstand im Weltreich der Papiergeldkönige


Eine weitere Empfehlung:

Das Ende des Dollar-Privilegs: Aufstieg und Fall des Dollars und die Zukunft der Weltwirtschaft



Bildquelle:
Die Zentrale der Chinesischen Volksbank in Beijing - Yongxinge / Wikipedia


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