
“Meine Lösung ist, genügend Goldaktien zu besitzen, so dass ich glücklich wäre, die Erholung des Goldpreises zu sehen, aber ebenfalls genügend Cash zu haben, so dass ich gleichfalls glücklich wäre, den Goldpreis fallen zu sehen, denn dann könnte ich meine Positionen zu attraktiveren Preisen vermehren. Es ist eine Gewinn-Gewinn Position und mit Sicherheit behebt es schlaflose Nächte voller Sorgens darüber, was der Markt nächste Woche anstellen wird."
Paul Van Eeden
Gold ist in diesen Zeiten ein nahezu unerschöpfliches Thema geworden. Und wenn Sie sich diesen Graphen anschauen, ist das auch nicht weiter verwunderlich:

Quelle: http://www.ariva.de
Im Laufe der letzten 10 Jahre hat das gelbe Metall in den Finanzmedien viele Höhen und Tiefen mitgemacht, weil sein Preis von gerade einmal 300 $ bis auf absolute Rekordhöhen nahe 1.400 $ in diesem Jahr gestiegen ist. Und eine derart umwerfende Entwicklung lässt sich einfach nicht ignorieren.
Und es scheint, je mehr Investoren sich diesem Edelmetall zuwenden, desto mehr schleichen sich auch Auffassungen ein, die dieser Kostbarkeit aus unserer Erde nicht gerecht werden. Und das kann nur zu Enttäuschungen und Verlusten führen.
Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, Ihr eigenes Portfolio mit Gold aufzubessern, dann sollten Sie also besser wissen, womit Sie es zu tun haben.
Der größte Irrglauben, auf den Sie bei Investoren im Hinblick auf Gold stoßen werden, ist folgender: Sie betrachten Gold als eine Investition, ein Investment wie irgendein anderes Investment, das man an der Börse tätigen kann.
Sie setzen sich ernsthaft mit den Berichten und Analysen von Experten in den Medien auseinander, wie sie jede kleinste Bewegung der Metallaktien auseinandernehmen und analysieren, so wie sie es auch mit einer Bewegung beim Rohöl oder bei Aktien oder Obligationen tun würden. Und ganz eifrig überprüfen sie täglich die Börsenpreise, um zu sehen, wie sich ihr Gold "Investment" macht.
Und das ist einfach nicht Einstellung, die dem Gold wirklich gerecht wird.
Gold ist kein Investment. Wenn Sie in eine Gesellschaft investieren wie die Telekom oder Siemens oder Apple oder Google oder Johnson & Johnson, dann haben Sie eine Investment. Gesellschaften wie J&J schütten Ihnen eine Dividende aus. Sie haben es dann mit einem Geschäft zu tun, das seine Cashflows mehren und einen Teil jener Cashflows an seine Anteilseigner, sprich Miteigentümer der Gesellschaft, auszahlen wird.
Sollten Sie eine Immobilie besitzen, die Sie vermieten, dann haben Sie es mit einem Investment zu tun. Denn Sie haben Geld investiert und bekommen einen Gegenwert in Form eines Ertrages, der im Idealfall Ihr Gründungskapital übersteigt, so dass Sie am Ende einen schönen Gewinn einstecken können.
Bei Gold verhält es sich aber ganz anders: Gold ist kein Investment, Gold ist Geld.
Und genau so hat es sich aufgrund seiner herausragenden Qualitäten auch seit Tausenden von Jahren bewährt: es ist leicht teilbar, leicht transportfähig, besitzt einen inneren Wert, ist haltbar und verfügt über eine beständige Form. Und als Geld hat es einen riesengroßen Pluspunkt, einen Garant für Stabilität: keine Regierung der Welt kann es aus einer Laune heraus einfach drucken.
Aber natürlich, es gibt nicht nur Pluspunkte. Gold bringt Ihnen definitiv keinen zusätzlichen Ertrag in Form von Zinsen oder Dividenden. Sie können hier nicht mit irgendwelchen Gewinnspannen kalkulieren. Ihr Goldbestand ist ganz nüchtern betrachtet einfach ein Klumpen Metall, der irgendwo sicher gelagert wird. Sollten Sie sich Gold zulegen wollen, sind Sie gut beraten, wenn Sie sich diese nüchterne Betrachtungsweise ganz klar vor Augen halten.
Als ganz reales Vermögen, das man anfassen und „begreifen“ kann, dient Gold auch als Krisen- und Vermögens-Versicherung. Versicherung bedeutet dabei letztlich ganz simpel, man bezahlt für etwas, von dem man hofft, dass es nicht eintreten wird. Und auch beim Ihrem Gold hoffen Sie, dass Sie es nicht werden einlösen müssen, um sich Brot, Butter und Salz kaufen zu können.
Sollte sich Ihre Regierung entschließen, irgendwelche Dinge mit dem Papiergeld anzustellen, die Sie nicht unbedingt kontrollieren können, die das Geld aber wertlos machen, dann haben Sie die beruhigende Gewissheit, immer noch einen soliden, wertbeständigen Rückhalt in der Hinterhand zu haben.
In gewissem Maße können Sie eine Währung mit dem Aktienkurs eines Landes vergleichen. Wird der Finanzhaushalt einer Nation gut kontrolliert und gesteuert, wobei das Land mehr erzeugt als es verbraucht, und wird zudem viel Geld gespart, dann wird der Wert der Währung steigen. Verhält es sich jedoch anders herum und die Nation konsumiert mehr als sie erzeugt, gibt viel Geld aus und verschuldet sich über die Maßen, um die Ausgaben zu finanzieren, dann nimmt der Wert der Währung ab.
Sicherlich gibt es auch in den bestgeführten Staatshaushalten immer wieder kurzfristige Währungsschwankungen. Kurzfristige Währungsschwankungen müssen eine Währung aber nicht in ihren Grundfesten erschüttern, es sind einfach normale Phänomene im Rahmen der Konjunkturzyklen. Langfristig kann die Währung dennoch stabil sein.
Wenn Sie sich aber die Entwicklung des US-Dollars anschauen, werden Sie sehen, dass er in den vergangenen zehn Jahren ungefähr 33% seines Werts verloren hat, allein im letzten Monat waren es satte 7%. In demselben zehnjährigen Zeitraum ist Gold von 300 $ pro Unze auf 1.375 $ pro Unze geklettert.
Die Entwicklung des Dollars ist definitiv ein Krisenindikator. Und solange in der EU nicht alle Mitgliedsnationen über einen gesunden Staatshaushalt verfügen, kann sich auch der Euro nicht der Stabilität erfreuen, die im Interesse aller Nationen wünschenswert wäre.
Deshalb ist der Besitz von Gold immer noch angesagt und eine absolute Empfehlung. Die Leute sollten mindestens 5% oder 10% ihres Vermögens in Gold halten.
Ein weiterer Irrglaube der auch von den Medien freiwillig oder unfreiwillig unterstützt wird ist, die irrsinnige Vorstellung, dass irgendjemand tatsächlich wissen könnte, wie die Entwicklung des Goldes weitergehen würde. Aufsehen erregende Prognosen von „Experten“, dass Gold auf 2.000 $ oder 4.000 $ oder sogar 10.000 $ steigen würde, können Sie getrost als Effekthascherei und heiße Luft abhaken. Denn niemand kann mit Gewissheit sagen, was uns die nächsten Jahre bringen werden.
Selbst historische Vergleiche sind nicht wirklich sinnvoll, denn diese hochtechnologische Zeit, in der wir jetzt leben, mit ihrem derart dicht vernetzte Wirtschaftsgefüge lässt sich mit keiner anderen Zeit und keiner anderen Epoche vorher vergleichen. Jeder Vergleich muss da einfach hinken.
Deswegen kann ein zielstrebiger Investor getrost den ganzen Lärm einfach ignorieren, der in den Medien und im Internet auf ihn einströmt, und ganz diszipliniert einfach Unze für Unze Gold in seinem Säckl oder besser noch Tresor ansammeln. Schauen Sie zu, dass Ihre Goldreserven Quartal für Quartal und Jahr für Jahr jedesmal ein Bisschen größer werden. Und Sie werden am Ende ein respektables Polster Ihr eigen nennen können.
Gutes Sammeln!

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