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Gold versus Papiergold - Der Rest der Welt lässt grüßen!

Von: A. Bold - 27.04.2010

Eine Weile ist es schon her. Es geschah im Jahre 1969. Damals wurde der Internationale Währungsfonds (IWF) kreativ und erschuf eine neue Art des Geldes. Dieses Geld sollte die ultimative Form des internationalen Geldes überhaupt darstellen, so glaubte er, und gab ihm den Namen Sonderziehungsrecht [Special Drawing Right – SDR].

Nur, was Sie normalerweise mit Geld tun können, können Sie mit Sonderziehungsrechten nicht machen: Sie können mit einem Sonderziehungsrecht nicht einkaufen, Sie können damit nicht traden, und Sie können es nicht einmal berühren. Sofern Sie nicht über Zahlen sitzen für eine internationale Organisation wie den IWF, den Arab Monetary Fund  oder die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (Bank for International Settlements - BIS) in Basel, bietet sich Ihnen höchstwahrscheinlich nur dann Gelegenheit, überhaupt in irgendeiner Form mit Sonderziehungsrechten in Berührung zu kommen, wenn dummerweise eine Luftfahrtgesellschaft Ihr Gepäck verlieren sollte.

Das 1999 beschlossene Montrealer Abkommen [Montreal Convention] stellt fest, dass Sie Anspruch auf 1.000 Sonderziehungsrechte als Entschädigung von der Luftfahrtgesellschaft erheben können, wenn Ihre Taschen nicht innerhalb von 21 Tagen nach der erwarteten Ankunft bei Ihnen angekommen sind.

Bei der Schätzung von 2008 bedeutete dies, Sie erhielten ungefähr 1.500 $ - oder 770 £ - oder 955 € - oder 159.000 ¥. Denn eine Bezahlung in SDRs ist schlichtweg nicht möglich: In Wirklichkeit existieren sie nämlich gar nicht. Nur ein von der Regierung herausgegebenes Papiergeld kann den Wert der Sonderziehungsrechte ins Dasein befördern, es sozusagen sinnlich erfahrbar machen.

"Währungsgold und vom IWF ausgegebene SDRs sind Finanzanlagen, für die es keine entsprechende Finanzverbindlichkeit gibt", erklärt der Monetary Fund. Aber während Gold werthaltig ist für Leute, die überall in der Welt alle möglichen Arten von Währung verdienen, sind die Sonderziehungsrechte einfach eine immaterielle Währungseinheit. Sie existiert nur als ein Buchhaltungswerkzeug, das von den Zentralbanken und grenzüberschreitenden Geldorganisationen in der Welt verwendet wird.

Der Wert jedes einzelnen Sonderziehungsrechts ist tatsächlich ein Mischwert: eine Mischung des Werts des Euro, des Yen und des britischen Pfund gegen das vierte Mitglied des Vier-Währungskorbs - den US-Dollar. Jedes Sonderziehungsrecht entsprach genau 1 $, als die neuen Einheiten 1969 geschaffen wurden. Im Hinblick auf die vorherige internationale Währung in der Welt - Barrengold - entsprach es 0,89 Gramm.

In Anbetracht dessen, wie der US-Dollar gegenüber den anderen bedeutenden Weltwährungen im Laufe der letzten fünf Jahre abgeschnitten hat, lohnt es die Frage, wie seine Performance gegenüber den Sonderziehungsrechten ausgesehen hat:


Quelle: http://gold.bullionvault.de/


Wie dieses Chart zeigt, hat der Dollar - während er seit 2002 fast die Hälfte seines Werts gegenüber dem Euro verloren hat - „nur“ ein Drittel gegenüber den unrealen, immateriellen Sonderziehungsrechten verloren.

Den Großteil des Unterschieds verdanken wir dem Umstand, dass der japanische Yen auch gegenüber dem Pfund und den Euro verloren hat - den anderen beiden Mitgliedern des Sonderziehungsrechte-Korbs. Aber diese verlieren wiederum weiterhin Wert gegenüber den Waren und Dienstleistungen, für deren Kauf die Leute sie tatsächlich einsetzen.

Würde sich also ein anders gearteter Maßstab als nützlicher erweisen für den IWF und die anderen internationalen Körperschaften? Der IWF selbst hat die Sonderziehungsrechte "Papiergold" genannt. Und wenn wir stattdessen zu dieser wahrhaft internationalen Geldeinheit schauten - eine Einheit, die in der Tat existiert - was könnte Gold heute über die Währungen der Welt sagen?

Dieses Chart zeigt den Preis von Gold im Hinblick auf die 10 größten Währungen der Welt im Laufe der letzten zehn Jahre.


Quelle: http://gold.bullionvault.de/


Speziell im Hinblick auf den US-Dollar ergibt sich für den Spotpreis von Gold für die vergangenen 20 Jahre, also seit 1991, übrigens folgendes Bild:


Quelle: http://gold.bullionvault.de/


Der Global Goldindex wird alljährlich neu gewichtet nach Größe der Wirtschaft (als Maß dient das Bruttoinlandsprodukt - BIP). Je nachdem, wie die unterschiedlichen Wirtschaften im Laufe eines Jahres ihre Positionen innerhalb der Top Ten Wirtschaften verändern, ergibt sich somit jedes Jahr ein neues Bild für den Index. Er zeigt jetzt den Wert von Gold für weit mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Und seine Zusammensetzung hat sich im Laufe der letzten Jahre drastisch geändert.

Im Jahre 2000 war die U.S.-Wirtschaft für 40% des weltweiten Bruttoinlandsprodukts verantwortlich. Bis 2007 war der Prozentsatz auf knapp 30% gefallen. Die Tiger-Wirtschaften Indiens und Chinas haben sich andererseits höher bewegt auf der Liste, weil ihre Gesamtnachfrage zugenommen hat.

China hat sein BIP zwischen 2000 und 2008 um mehr als das Fünffache gesteigert. Sein Anteil an diesem Globalen Goldindex ist von 5% auf fast 16% gestiegen, während Kanada vom sechsten auf den zehnten Platz abgerutscht und das Vereinigte Königreich vom vierten auf den sechsten Platz geglitten ist.

"Währungsgold und vom IWF ausgegebene SDRs sind Finanzanlagen, für die es keine entsprechenden Finanzverbindlichkeiten gibt", wie der Monetary Fund sagt. Aber während die Sonderziehungsrechte eine immaterielle Währungseinheit sind, die nur Wert halten, wenn sie in Dollars, Euro, Yen oder Pfund-Sterling umgewandelt werden, bleibt Gold eine greifbare und höchst flüssige Anlage überall in der Welt - Qualitäten, an denen es den Sonderziehungsrechten ganz offensichtlich mangelt.

Die einzige Gelegenheit, bei der die meisten Menschen - wenn überhaupt jemals -  mit den SDRs in Kontakt treten werden, ist dann, wenn eine Luftfahrtgesellschaft ihr Gepäck verliert. Aber wie viele Leute überall in der Welt fordern weiterhin Gold als eine "Finanzanlage, für welche es keine entsprechende Haftung gibt"...?


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Eine weitere Empfehlung:

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