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Gold und Silber allein sind noch kein Schutz

Von: A. Radan - 20.09.2011

Die Ausgaben der Regierungen der Welt erreichen exorbitante Niveaus. Das Ausmaß der staatlichen Verschuldung ist für den menschlichen Verstand kaum noch zu erfassen. Angesichts einer derart verzweifelten Situation, mit dem Rücken an der Wand, wer kann sich da noch sicher sein, dass der Staat nicht zu verzweifelten, sprich drastischen Maßnahmen greift? Gold und Silber erscheinen in diesem Licht auf den ersten Blick als sicherer Hafen, der Zuflucht bietet.

Aber allein der Besitz von Gold und Silber ist kein ausreichender Schutz, sollte die Verzweiflung so groß werden, dass der Staat zu Willkürmaßnahmen greift. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür haben uns die USA geliefert mit dem Verbot des privaten Goldbesitzes von Mai 1933 bis Dezember 1974: Es wurde einfach ein Gesetz geschaffen, dass sämtliche privaten Goldbestände ab Anfang Mai 1933 bei staatlichen Annahmestellen abgegeben werden mussten. Es gab zwar eine Entschädigung, einen Festpreis in Höhe von 20,67 US-$/Unze, dennoch handelte es sich letztlich um eine staatlich angeordnete Enteignung.

Wenn Sie also wirklich umfassend Verantwortung übernehmen wollen für den Erhalt Ihres Vermögens auch in ganz schwierigen Zeiten, sollte es also wirklich zum äußersten kommen, dann ist der Besitz von Gold und Silber zwar ein erster Schritt, aber bei Weitem noch nicht genug.

Die Komplexität unseres globalen Zeitalters hat unter anderem zur Folge, dass staatliche Risiken nur sehr bedingt einschätzbar sind. Kettenreaktionen, die sich daraus ergeben können, dass ein Glied in einer ganzen Kette zusammenbricht, sind kaum noch überschaubar. Insofern kann es heutzutage als purer Luxus, wenn nicht gar staatsbürgerlicher Snobismus angesehen werden, sich auf einen einzelnen Staat als vermeintlichen Fels in der Brandung zu verlassen. Doch Staaten bergen Risiken, wir nennen sie hier der Einfachheit halber „staatlich bedingte Risiken“, die wir als Individuen nicht kontrollieren können und denen wir mehr oder weniger ausgeliefert sind.


Die magische Formel:
Diversifikation staatlich bedingter Risiken

Wie es jedoch so weise heißt: „Der kluge Mann baut vor“. Und dazu gibt es einen entscheidenden Begriff: Diversifikation oder auch Diversifizierung:

„Diversifikation strebt danach, unsystematische Gefahrenereignisse in einem Portfolio wegzuräumen, so dass die positive Performance einiger Investitionen die negative Performance anderer neutralisieren wird. Deshalb werden die Vorteile der Diversifikation nur dann gelten, wenn die Wertpapiere in dem Portfolio nicht in vollkommener Wechselbeziehung miteinander stehen.“

Worum es in unserem Fall allerdings speziell geht, ist die magische Formel der Diversifikation staatlich bedingter Risiken, also Krisen wie Inflation, Aufruhr, Überschuldung, usw.

Damit ist gemeint, dass Sie sich bei der Absicherung Ihres Vermögens nicht auf die Stabilität einer Nation verlassen, wie sicher sie auch scheinen mag. Viel schlauer ist es, sich an die Devise zu halten: „Rechnen Sie mit dem Schlimmsten, hoffen Sie auf das Beste“. Sollte es also mit Ihrer Nation bzw. der Nation, die Sie für sicher gehalten und wo Sie  einen Teil Ihres Vermögens angelegt haben, den Bach runtergehen, so dass per staatlichem Dekret – quasi per Mausklick – möglicherweise sogar Enteignungen nicht mehr ausgeschlossen sind, dann sind Sie gut beraten, in anderen Nationen noch genügend Vermögen deponiert zu haben, damit Sie Ihre Liquidität gegebenenfalls über das dort deponierte Vermögen sicherstellen können. Verteilen Sie also staatlich bedingte Risiken über den gesamten Erdball und stellen Sie sicher, dass eine einzelne Regierung niemals – in keinem Fall - Ihren gesamten Lebensunterhalt kontrollieren kann.

Ein grobes Beispiel, wie diese Diversifizierung aussehen könnte, wäre: Bankkonto in Hongkong, Gesellschaft registriert in Singapur, Maklerkonto auf den Cayman Inseln, zweiter Wohnsitz in Neuseeland, Gold in der Schweiz.

Fazit

Vom Prinzip her ist das alles ganz einfach. Wie genau diese Diversifizierung jedoch in Ihrem individuellen Fall aussehen könnte und sollte, dafür gibt es keine Patentlösung. Hier ist Ihre gründliche Recherche gefordert wie auch sorgfältige Beratung durch einen Fachmann auf diesem internationalen Spielfeld, damit Sie sich auch rechtlich und steuerrechtlich auf sicherem Boden befinden. Sie sehen also: Sicherheit hat ihren Preis in Form von harter Recherchearbeit (Sie werden sehr viel studieren müssen), Zeit und Aufmerksamkeit und auch Geld für anfallende Beratungskosten.

Sie werden jedoch feststellen, dass dieser Aufwand sich lohnt. Denn im Gegenzug erlangen Sie die beruhigende Gewissheit, dass Sie im Ernstfall nicht gänzlich der Willkür der Bürokraten einer Nation ausgesetzt sind, sondern noch ausreichend Standbeine in anderen Nationen haben, um Ihr Überleben zu sichern.

Bleiben Sie wachsam!


Unser Buchtipp zu diesem Thema:

Im freien Fall -: Vom Versagen der Märkte zur Neuordnung der Weltwirtschaft


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