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Der nächste Konjunkturrückgang beginnt genau...

Von: A. Radan - 21.06.2011
Investment Ideas and stock market concept with a shining light bulb - ClipDealer

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Wäre es nicht überaus kostbar genau vorhersagen zu können, wann wir wieder mit einem Konjunkturrückgang zu rechnen haben?

Nun, es gibt tatsächlich einen Indikator, der Ihnen als Wegweiser dienen kann, damit Sie durch den Dschungel der unterschiedlichsten Konjunkturschwankungen hindurch mit dem sie begleitenden Lärm die Orientierung behalten und die richtigen Entscheidungen treffen.

Dieser Indikator ist derart einfach, dass Sie kein Wirtschaftsstudium benötigen, um ihn zu verstehen und einzusetzen. Und trotz seiner Einfachheit hat sich dieser Indikator aufgrund seiner enorm hohen Treffsicherheit bewährt. Denn immerhin hat er über einen Zeitraum von gut fünfzig Jahren neun Konjunkturrückgänge korrekt vorhergesagt.

Eine ganz hervorragende interaktive Darstellung dieser Rezessionen nebst den damit einhergehenden Bärenmärkten (inklusive deren Ausmaß und Dauer) sowie ebenfalls den jeweiligen amtierenden US-Präsidenten und Vorsitzenden der US-Notenbank finden Sie unter diesem Link bei CNNMoney, der wohl größten Website im Wirtschaftsbereich: 



(Mit dem kleinen grauen Rechtspfeil in der oberen Zeitskala können Sie sich dann durch die Dekaden hindurchbewegen).

In dieser Übersicht sehen Sie, dass es in den Jahren 1965-1970 zwar zwei Bärenmärkte gegeben hat, aber keine Rezession. Und genau in diesem Zeitraum hat der Indikator versagt, indem er von einer Rezession ausging, die dann aber nicht eintraf.

Dieser Indikator kann mit einem ganz großen Plus aufwarten, denn er lässt Ihnen einiges an Vorlaufzeit, bevor die Rezession schließlich zum Tragen kommt.

Was ist nun dieser Wunder-Indikator?

Sie werden sehen, einfacher geht’s kaum: Der Indikator, der Moment, in dem Ihre inneren Alarmglocken anfangen sollten zu schrillen, ist dann, wenn die kurzfristigen Zinssätze höher werden als die langfristigen Zinssätze. (Dies gilt vor allem für ein-Jahres Schatzscheine, die 10-Jahres Schatzscheine überflügeln). Wenn diese Situation eintritt, wissen Sie sofort, dass etwas Unnatürliches vor sich geht, denn im Regelfall bekommen Sie natürlich höhere Zinsen, wenn Sie Ihr Geld langfristig verleihen. Bei kurzfristigen Darlehen müssen Sie normalerweise von einem niedrigeren Zinssatz ausgehen. Wenn nun aber offensichtlich kurzfristige Schatzscheine höher bewertet werden als langfristige Schatzscheine, dann wissen Sie: Alarmstufe Rot ist angesagt. Die Rezession lauert schon vor der Tür.

Hintergrund

Die kurzfristigen Zinssätze verändern sich nicht aufgrund irgendwelcher Marktgesetze, sondern sind ein Kontrollinstrument der US-Notenbank und werden von ihr willkürlich gesteuert. Wenn Bernanke entscheidet, es sei an der Zeit, die Wirtschaft zu drosseln, wird die in Umlauf befindliche Geldmenge reduziert durch das Anheben der Zinssätze. Und wie die Geschichte der Rezessionen n den USA gezeigt hat, ist es seit den 1950-er Jahren bislang neun Mal vorgekommen, dass die kurzfristigen Zinssätze so stark angehoben wurden, dass sie die Zinssätze für die 10-Jahres-Schatzscheine überflügelt haben.

Dieser künstlich erzeugte, unnatürliche Zustand ist etwas, womit die Wirtschaft nicht so ohne Weiteres umgehen kann. Zum Glück für Sie kommt jetzt aber Ihr Schutz zum Tragen, und das ist der Zeitfaktor. Denn Sie können davon ausgehen, dass es in der Regel ungefähr ein Jahr dauert, bis es tatsächlich zu einer Rezession kommt. Und das verschafft Ihnen immerhin einen gewissen Vorlauf, um sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen.

Prognose

Für den Moment können wir beruhigt sein. Der Indikator, wenn er denn auch dieses Mal zutrifft, sagt uns nämlich, dass in absehbarer Zeit kein Konjunkturrückgang zu erwarten ist. Was uns jedoch möglicherweise stattdessen in Schwierigkeiten bringen könnte, sind Bubbles: grotesk überbewertete Anlageklassen, und zwar überbewertet in solch einem Ausmaß, dass es zwangsläufig zu einer Korrektur kommen muss, die dann die voraufgegangenen Kursgewinne zunichtemacht. Die Blase platzt und es kommt zu einem Schock, der wiederum einen anhaltenden Preisverfall und eine längerfristige Krise nach sich zieht. Und – für Sie als Investor wichtig zu wissen -: „Bei allen historisch belegten Kapitalmarktcrashes gingen immer zwischen 75% und 99% der vorhergehenden Kursgewinne verloren.“

Warum droht uns nun diese Gefahr? Die US-Notenbank hat jetzt das künstliche Gegenstück zu der oben beschriebenen künstlich erzeugten Rezession geschaffen: Statt einem überzogenen Anheben der Zinssätze für kurzfristigen Anleihen haben wir es mit einem willentlich auf beinahe Null reduzierten Niveau der Zinssätze zu tun. Und das dürfte sich in absehbarer Zeit kaum ändern. Siehe den heutigen Artikel in der Financial Times Deutschland Bernankes Dilemma:

Derzeit hält die Fed den Leitzins in der Spanne von 0 bis 0,25 Prozent. Das wird die Notenbank auch am Mittwoch nicht ändern, ehe Bernanke sich der Presse stellt. Angesichts der angespannten Wirtschaftslage, der miesen Lage am Arbeits- und Immobilienmarkt, ist kaum damit rechnen, dass Bernanke von seiner Zinspolitik abrückt. Seit Beginn der Krise hat die Fed regelmäßig bekräftigt, dass das außerordentlich niedrige Leitzinsniveau "für geraume Zeit" angemessen sei. Dies dürfte Bernanke auch diesmal wieder tun. Wenn nicht, wird es an den Märkten rappeln.

Derart niedrige Zinssätze haben natürlich Auswirkungen auf die Wirtschaft. Aber das ist ein Prozess, der Zeit benötigt. Und dabei geht es nicht um ein paar Tage oder Wochen oder Monate, sondern es kann durchaus ein Jahr dauern, bis die Veränderungen aufgrund der Null-Zinspolitik in der Wirtschaft zu spüren sein werden. Dann, wenn es soweit ist, dass die Wirtschaft aufgrund des billigen Geldes anzieht, zieht die US-Notenbank wieder die Bremsen an. Und das ganze Spiel beginnt von vorne.

Aller Wahrscheinlichkeit nach werden wir also für gut ein Jahr – womöglich Jahre – einen wirtschaftlichen Aufschwung erleben. Dann sollten wir erneut Warnsignale von unserem Indikator auffangen können, und dann braucht es wiederum gut ein Jahr, bis es zur nächsten Rezession kommt.

Bis es soweit ist, haben wir also die besten Chancen, von einer boomenden Wirtschaft zu profitieren.

Gutes Investieren!


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