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Aus der Traum vom „billigen“ Geld in der Schweiz

Von: J. Fuller - 04.11.2010

Sollten Sie bislang noch der Illusion nachgehangen haben, dass es eine Art Steueroase im deutschsprachigen Raum gäbe, lassen Sie sich jetzt endgültig eines Besseren belehren:

Das Bankgeheimnis in der Schweiz, mit dem "Der Schutz der Privatsphäre von in- und ausländischen Bankkunden gegenüber ungerechtfertigten Eingriffen des Staates" gesichert werden sollte, gehört endgültig der Vergangenheit an, zumindest mit Beginn des neuen Jahres. So sieht es das Doppelbesteuerungsabkommen vor, das per dem 1. Januar 2011 in Kraft treten soll. Im Klartext bedeutet das: Sollte ein begründeter Verdacht gegen einen Kunden einer schweizerischen Bank vorliegen, ist die Schweiz verpflichtet, den deutschen Steuerbehörden Auskunft zu geben. Diese Verpflichtung gilt auch dann, wenn die deutsche Steuerfahndung nicht in der Lage ist, gegenüber den schweizer Behörden ein spezifisches Kreditinstitut zu benennen. Es reichen Name und Adresse des verdächtigten Steuersünders, damit diese Regelung greift und eine grenzübergreifende Ermittlung in die Wege geleitet wird.

Ein „Schnäppchen“ war die berühmte Diskretion der Schweizer Banken und Vermögensverwaltungen eh nicht, denn dieses „Entgegenkommen“ musste von den betreffenden Kunden jeweils teuer bezahlt werden. Zudem haben die letzten Skandale im Zusammenhang mit dem Verkauf von Tausenden Daten von möglichen Steuersündern an die deutschen Steuerbehörden durch ehemalige Bankangestellten gezeigt, dass auch Schweizer Eidgenossen nicht zwangsläufig gegen den Lockruf des Geldes gefeit sind. Mit dem offiziellen Ende des Schweizer Bankgeheimnisses wird solch halbseidenen Nebeneinnahmen endgültig der Riegel vorgeschoben.

Die neue Regelung wird die Schweizer Kreditinstitute nicht unbedingt freuen, da sie künftig wohl erheblich finanzielle Einbußen werden in Kauf nehmen müssen, aber für nicht-schweizer Kunden dürfte die Geldanlage in der Eidgenossenschaft künftig teuer und somit wenig attraktiv werden. Die Steuern könnten dort höher ausfallen als in Deutschland, zudem müssen noch erheblich höhere Gebühren für die Verwahrung und Verwaltung von Geldvermögen und Wertpapieren berücksichtigt werden.

Insofern dürfte sich Deutschland ab dem nächsten Jahr in banktechnischer Hinsicht als preiswertes Anlageland erweisen.

Gutes Anlegen!


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