Quantitative Lockerung


Synonyme:
Kurzform:
engl.: Quantitative Easing - QE


Definition 1:

Quantitative Lockerung ist ein Werkzeug der Geldpolitik, bei dem eine Zentralbank - wie die Federal Reserve - den Markt überschwemmt in dem Versuch, die Wirtschaft in einer Rezession zu stimulieren und eine Deflation abzuwenden. Die Idee ist folgende: wenn die Zentralbank genug Bargeld in den Markt strömt, wird das die folgende Kette von Ereignissen in Gang setzen:

  1. Banken und andere Finanzeinrichtungen werden immer größere Barreserven aufbauen
  2. Banken werden sich schließlich dafür entscheiden, ihre Kreditgewährungsstandards zu lockern, um ihr überschüssiges Cash zu verwerten
  3. Personen und Gesellschaften werden anfangen, die Darlehen zu bekommen, die sie suchen
  4. Die Wirtschaft wird beginnen sich zu erholen, weil die Leute und Gesellschaften wieder beginnen Geld auszugeben...

"Hubschrauber Ben" (Federal Reserve Vorsitzender Ben Bernanke) wies in einer Rede 2002 darauf hin, dass er bereit sein würde, so viel Bargeld in die Wirtschaft zu kippen durch die Quantitative Lockerung, wie notwendig wäre, um das Wachstum zu stimulieren.

Anwendung: Quantitative Lockerung

... Die Frage lautet, wie stellt es eine Zentralbank - wie die Federal Reserve - an, den Markt mit Cash zu überschwemmen? Quantitative Lockerung verlangt, dass die Zentralbank die folgenden drei Schritte unternimmt:

  1. Kürzung des Zinssatzes für kurzfristige Anleihen auf null Prozent...
  2. Bekanntgabe, wie lange sie den Zinssatz für kurzfristige Anleihen bei null Prozent lassen wird...
  3. Anfangen, langfristige Sicherheiten zu kaufen wie US-Bundesanleihen, Unternehmensanleihen und durch Vermögenswert besicherte Wertpapiere...


Übers. von http://www.learningmarkets.com/index.php/200812111088/Stocks/Investing-Basics/understanding-how-quantitative-easing-works-part-1.html


Definition 2:

Quantitative Lockerung, englisch quantitative easing, ist eine Geldpolitik der Zentralbank, die zum Einsatz kommt, wenn der Zinssatz der Zentralbank bereits auf null oder fast auf null gesetzt wurde und weiterhin eine geldpolitische Lockerung angesagt ist. In diesem Fall kann die Zentralbank versuchen, durch Aufkauf von Wertpapieren, etwa von Staatspapieren, weiterhin die Wirtschaft mit mehr Geld versorgen. Ziel der Quantitativen Lockerung ist es, die Bankreserven in der Bankbilanz zu erhöhen. ...

Angewandt wurde Quantitative Lockerung erstmalig von der Japanischen Zentralbank im März 2001. Im Zuge der Finanzkrise ab 2007 hat inzwischen auch die US-Zentralbank den Leitzins-Satz auf null bis ein Viertel Prozent abgesenkt, so dass jetzt quantitative Lockerung eingesetzt werden müsste, sollte die Geldpolitik weiter gelockert werden. In einer Rede vom 13. Januar 2009 verneint allerdings der Vorsitzende der US-Zentralbank Ben Bernanke, eine quantitative Lockerung zu betreiben, die Zentralbankpolitik sei vielmehr „Credit easing“. Entgegen diesen Äußerungen beschloss die amerikanische Notenbank am 18. März 2009, Staatsanleihen und Wertpapiere im Gesamtwert von mehr als einer Billion Dollar zu erwerben...

http://de.wikipedia.org/wiki/Quantitative_Lockerung


Definition 3:

Es ist das Stichwort der Stunde: "Quantitative Easing". Darunter verstehen Experten den Aufkauf von Wertpapieren durch die Zentralbanken und die Ausweitung ihrer Bilanz. Der Grund ist einfach: Da die Währungshüter mit ihrer Zinspolitik auf die Null zusteuern, fehlt ihnen der geldpolitische Spielraum für eine Ankurbelung der Konjunktur. Deshalb greifen sie zu alternativen Methoden.

http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/anleihen_devisen/:Quantitative-Easing-Wie-Notenbanken-die-Krise-bek%E4mpfen/453717.html


Definition 4:

Was also ist "Quantitative Easing"?

Dieser von den Notenbankbürokraten natürlich ganz bewusst gewählte Begriff ist ein reiner Euphemismus. Er dient ausschließlich der Verschleierung der zwar einfachen, aber vielleicht doch nicht ganz so einfach dem Volk zumutbaren Wahrheit.Wörtlich übersetzt bedeutet er "mengenmäßige geldpolitische Lockerung". In der deutschen Presse wird er unseres Wissens nie übersetzt. Warum auch? Unverständliche Fremdwörter eignen sich bekanntlich bestens zur Verschleierung unangenehmer Wahrheiten. Die Notenbanker verwenden diesen Begriff, wenn sie den ganz direkten Einsatz der sprichwörtlichen Gelddruckmaschine meinen, also moderne Methoden der direkten Geldschöpfung.

Ganz offen und völlig ungeniert haben die Geldpolitiker Japans, Großbritanniens und der USA längst damit begonnen, das Hohelied der Gelddruckmaschine zu singen. Als begnadeter Solist hat sich vor allem Ben Bernanke, der Präsident der US-Notenbank, hervorgetan:

"Die US-Regierung verfügt über eine Technologie, genannt Druckerpresse (...), die es ihr gestattet, ohne Kosten so viele US-Dollars zu produzieren, wie sie will."...

Ist das nicht herrlich? Bezahlen, ohne Geld zu haben. Bezahlen mit Geld, das es vorher nicht gab. Gewissermaßen mit legalem Falschgeld. Denn der einzige Unterschied dieses neu geschaffenen Geldes zu den Blüten eines Geldfälscherrings besteht natürlich darin, dass Letzterer per Gesetz kein Geld schöpfen dürfen, Erstere aber sehr wohl.

Warum ist Ihnen und uns die Produktion von Geld verboten? Dafür gibt es einen einfachen und sehr sinnvollen Grund: Wer mit Falschgeld bezahlt, eignet sich ein Gut an, ohne dafür eine Gegenleistung zu erbringen. Die Aneignung von Gütern ohne Gegenleistung ist heute dem Staat vorbehalten. Der Mechanismus, mit dem das geschieht, wird von den Notenbanken zur Verfügung gestellt. Er heißt neuerdings "Quantitative Easing".

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Definition 5:

"Übrigens ist der Gebrauch des Begriffes "quantitative Lockerung" meiner Meinung nach unpassend im Zusammenhang mit den Strategien der Federal. Quantitative Lockerung bezieht sich normalerweise auf Strategien, die sich um Auswirkungen bemühen, indem die Menge der Bankreserven verändert wird, ein Kanal, der relativ schwach scheint, zumindest im amerikanischen Kontext. Im Gegensatz dazu funktionieren Wertpapierkäufe, indem die Erträge auf den erworbenen Wertpapieren beeinflusst werden und - via Ersatz - Auswirkungen auf die Wertpapierbestände von Kapitalanlegern, auf einem breiteren Anlagenspektrum."

US-Notenbank Vorsitzender Ben Bernanke
November 2010


Definition 6:

"Die Annäherung der Federal Reserve an die Unterstützung der Kreditmärkte ist konzeptionell verschieden von der quantitativen Lockerung (Quantitative Easing - QE), der Strategieannäherung, die von der Bank Japans von 2001 bis 2006 angewendet wurde. Unsere Annäherung - die als "Kreditlockerung" [credit easing] beschrieben werden könnte - ähnelt der quantitativen Lockerung in einer Hinsicht: Sie beinhaltet eine Expansion der Bilanz der Zentralbank.

In einem reinen QE Regelwerk ist der Fokus der Politik jedoch die Menge der Bankreserven, die Verbindlichkeiten der Zentralbank sind; die Zusammensetzung von Darlehen und Wertpapieren auf der Aktivseite der Bilanz der Zentralbank ist nebensächlich. Obwohl die Strategieannäherung der Bank von Japan während der QE Periode tatsächlich ziemlich facettenreich war, wurde die gesamte Haltung ihrer Strategie in erster Linie im Hinblick auf ihrem Ziel (target) für die Bankreserven gemessen.

Im Gegensatz dazu konzentriert sich die Annäherung der US-Notenbank zur Kreditlockerung auf die Mischung von Darlehen und Wertpapieren, die sie hält, und darauf, wie diese Zusammensetzung der Anlagen die Kreditbedingungen für Haushalte und Geschäfte beeinflusst. Dieser Unterschied spiegelt keinerlei dogmatische Unstimmigkeit mit der japanischen Annäherung wider, sondern eher die Unterschiede in den finanziellen und wirtschaftlichen Bedingungen zwischen den beiden Episoden."

Vorsitzender Ben S. Bernanke
Stamp Lecture, London School of Economics, London, England
13. Januar 2009


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