Österreichische Konjunkturzyklus-Theorie


Synonyme:
Kurzform: ABCT
engl.: Austrian Business Cycle Theory - ABCT


Definition 1:

Gemäß der Österreichischen Konjunkturzyklustheorie (Austrian Business Cycle Theory - ABCT) ist das ständige Auf und Ab der Volkswirtschaften nicht natürlich, sondern künstlich durch eine exzessive Ausweitung der Geld- und Kreditmenge verursacht. Das neu gedruckte Geld wird allerdings nicht von allen in gleichem Ausmaß und zum gleichen Zeitpunkt bezogen; es wird vielmehr an bestimmten "Eingangspunkten" in die Volkswirtschaft eingeschleust. Von diesen Punkten ausgehend, werden eine Reihe von Gütern von den Erstbeziehern des neuen Geldes erstanden, was zu einem Preisanstieg dieser Güter in Relation zu anderen führt.

Weil Unternehmer auf die beobachtete, aber unberechtigte Veränderung in der Preisstruktur reagieren, entsteht eine Missallokation von Ressourcen. Schreitet die Ausweitung der Geldmenge und Verzerrung der Preise voran, werden mehr und mehr Wagnisse eingegangen, die niemand in einem System ohne Geldmengenausweitung auf sich nehmen würde. Wenn schließlich - aus welchem Grund auch immer - die Geldmenge schrumpft, verschwindet auch die künstliche Erhöhung der Preise, welche zu unprofitablen Unternehmungen verleitete, diese brechen in der Folge ein und eine große Zahl an Projekten geht pleite. Somit haben wir die Rezession des Konjunkturzyklus', den gleichzeitigen Bankrott vieler Unternehmen, erreicht.

Wenn, wie es die österreichische Schule darlegt, Geld an bestimmten Punkten in die Volkswirtschaft eingeschleust wird, ist es wahrscheinlich, dass die nationale Börse zu einem Hauptnutznießer jeder Ausweitung der Geldmenge wird. Diese "bestimmten Punkte" sind dabei an erster Stelle Banken und andere finanzielle Instanzen, die mit dem neu gedruckten Geld entweder selbst in Aktien investieren oder es an andere Menschen verleihen können, die ihrerseits Aktien kaufen. Aus diesem Grund steigen die Börsenkurse relativ zu den Preisen von beispielsweise Nahrung oder Kleidungen und werden ihren Höhenflug auch so lange beibehalten, so lange diese monetäre Dynamik aufrechterhalten wird.


http://wienerschule.org/?id=4292


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