Synonyme:
Kurzform:
engl.: derivate
Definition 1:
Im Finanzwesen ein Wertpapier, dessen Preis von einem oder mehreren Basiswerten abhängt oder auf sie zurückzuführen ist. Das Derivat selbst ist bloß ein Vertrag zwischen zwei oder mehr Parteien. Sein Wert wird durch Schwankungen im Basiswert bestimmt. Die allgemeinsten Basiswerte umfassen Aktien, Obligationen, Waren, Währungen, Zinssätze und Marktindizes ein. Die meisten Derivate zeichnen sich aus durch hohe Fremdkapitalaufnahme.
Terminkontrakte, Terminabschlüsse, Optionen und Swaps sind die häufigsten Arten von Derivaten. Weil Derivate einfach Verträge sind, kann so beinahe alles als Basiswert verwendet werden. Es gibt sogar Derivate basierend auf Wetterdaten, wie die Menge an Regen oder die Anzahl von Sonnentagen in einer bestimmten Region.
Derivate werden für gewöhnlich verwendet, um Risiko abzusichern, können aber auch zu spekulativen Zwecken verwendet werden. Zum Beispiel wäre ein europäischer Investor, der Aktien einer amerikanischen Gesellschaft von einer amerikanischen Börse kauft (und zu dem Zweck US-Dollars verwendet), einem Wechselkursrisiko ausgesetzt, während er diese Aktien hält. Um dieses Risiko abzusichern, könnte der Investor Währungsterminwaren kaufen, um sich einen festgelegten Wechselkurs für den zukünftigen Aktienverkauf und die Währungsumstellung zurück in Euro zu sichern.
Übers. von http://www.investopedia.com/terms/d/derivative.asp
Definition 2:
Im Bereich Bank- und Börsenwesen sind Derivate (auch: Derivative Instrumente) von den klassischen Anlageformen (z.B. Aktien, Anleihen oder Gold) abgeleitete handelbare Finanzprodukte wie Futures, Optionen, Swaps, Zertifikate etc., sowie nicht standardisierte Termingeschäfte (Forwards).
Aber auch andere Marktgegenstände wie z.B. Devisen oder Waren (Commodities) können die Grundlage von Derivaten bilden.
Bereits der Name derivativ (lateinisch, von derivare, "ableiten") deutet darauf hin, dass der Preis (Kurs) dieser Instrumente grundsätzlich von einem ihnen zugrunde liegenden, bereits etablierten Marktgegenstand abhängt.
Das Grundprinzip eines jeden Derivats ist, dass Leistung und Gegenleistung nicht wie beim Kassageschäft (Spotmarktgeschäft) Zug-um-Zug ausgetauscht, sondern im Vorhinein für einen späteren Zeitpunkt vereinbart werden. Vertragsabschluss und Erfüllung fallen mithin zeitlich deutlich auseinander.
Derivate Instrumente werden in Terminmärkten oder Over-The-Counter (OTC; außerbörslich) gehandelt. Terminmärkte zählen im Gegensatz zu den Spot-(Kassa-)Märkten zu den Zukunftsmärkten.
Der Anreiz zum Handel in Derivativen Instrumenten besteht häufig darin, bei relativ geringem Geldeinsatz mit hohen Gewinnchancen an erfolgversprechenden Perspektiven des Marktgeschehens zu partizipieren (Hebel- oder Leverage-Effekt, Spekulation). Aber auch zur Versicherung gegen Wechselkursschwankungen von Währungen, Preissprünge bei Waren oder Kursschwankungen bei Wertpapieren können Derivate gegen Zahlung einer Risikoprämie Verwendung finden (Hedging)...
http://www.bwclub.de/lexikon/d/derivate.htm
Definition 3:
Derivate sind Handelsobjekte, die von Basiswerten abgeleitet sind. Solche Basiswerte können beispielsweise Aktien sein. Die zu Aktien gehörenden Derivate sind die sogenannten Aktienoptionen. Der Preis eines Derivates hängt vom Preis des zugrunde liegenden Basiswertes ab. Basiswerte müssen keine börsennotierten Wertpapiere sein. Es kann sich zum Beispiel auch um Devisen und Rohstoffe handeln, etwa um Weizen...
Zu jedem Basiswert gibt es mehrere Derivate. So können Sie bei Spekulationen mit Waren, Devisen oder Aktien mit Optionen oder mit Futures handeln. Der Handel mit Optionen oder Futures wird als Termingeschäft bezeichnet. Bei Optionen unterscheidet man zwischen Kaufoptionen (Calls) und Verkaufsoptionen (Puts).
Basiswerte lassen sich grob in zwei Gruppen unterteilen: auf der einen Seite Finanzanlagen wie Anleihen, Devisen, Aktien oder Gold und auf der anderen Waren wie Kupfer, Schweinebäuche oder Mais. ... Für die Spekulation mit Waren werden zwar Futures, aber keine Optionen angeboten. Es können jedoch Optionen auf die gehandelten Futures erworben werden...
Ein wichtiger Unterschied zwischen Basiswerten und Derivaten liegt in der Richtung der Spekulation. Mit Basiswerten wie Aktien oder Gold können Sie in Deutschland nur auf steigende Kurse spekulieren. Mit Optionen und Futures können Sie sowohl auf steigende wie auch auf fallende Kurse spekulieren.
Ursprünglich dienten Derivate nur zur Kursabsicherung der entsprechenden Basiswerte (Hedging). Heute werden die meisten Derivate nur spekulativ gehandelt, da ihre Kurse wesentlich stärker schwanken als jene der Basiswerte. Deshalb können mit dem gleichen Einsatz wesentlich höhere Gewinne, aber auch größere Verluste als mit den Basiswerten erzielt werden...
Börsenlexikon, © 2000 Campus Verlag
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