
Eitan Wertheimer, sagt Ihnen der Name etwas?
Nun, er ist zum einen der Vorstandsvorsitzende von Iscar Metalworking Cos., einem Hersteller von Werkzeug für den industriellen Bedarf mit Produktionsstätten in Israel, Japan, der Vereinigten Staaten und China. Das Unternehmen war 1952 von seinem Vater Stef Wertheimer gegründet und aufgebaut worden. Stef Wertheimer selbst hat übrigens eine hochinteressante Geschichte. Er (Jahrgang 1926) ist gebürtiger Deutscher (aus dem badischen Kippenheim) und war 1936 mit seinen Eltern aus Nazideutschland nach Palästina geflohen. Mehr über ihn und sein Werk lesen Sie in dem Spiegel online Artikel Kapitalistischer Kibbuz - Badisches Utopia in Galiläa.
Die Wertheimer Familie ist laut dem Forbes Magazin die reichste Familie Israels: Eitan als reichster Mann in Israel wird auf ein Reinvermögen von 4,4 Milliarden $ geschätzt.
Das Familienunternehmen Iscar war Mitte 2006 von Warren Buffetts Berkshire Hathaway Inc. zu 80% für 4 Milliarden $ übernommen worden. "Seitdem Iscar von Warren Buffett erworben wurde, war die größte Änderung von allen, dass wir begonnen haben, Coca-Cola in der Kantine der Firma zu trinken. Abgesehen davon ist alles so geblieben, wie es war", erzählte Eitan Wertheimer später in einem Vortrag vor Absolventen der Fachschule für Betriebswirtschaft der Universität von Tel Aviv.
Eitan selbst bezeichnet sich laut Bloomberg inzwischen zudem als den "travel agent" von Warren Buffett. Er spielt damit an auf von die ihm übernommene Aufgabe, Geschäftsgelegenheiten für Buffett außerhalb der Vereinigten Staaten zu finden und ihn auf seinen Reisen zu begleiten - alles zu dem Zweck, die Berkshire Expansion außerhalb der USA zu erleichtern. Unter anderem ist es ihm ein Anliegen, die Investorlegende nach Japan zu bringen. In einem Bloomberg Fernsehinterview vergangenen Donnerstag bemerkte er, er hoffe, dies in einem Jahr hinzubekommen.
Buffett hat im vergangenen Jahr bereits Europa besucht. 2007 war er in China. Für eine Japan-Reise könnte möglicherweise das japanische Unternehmen Tungaloy Corp auf seinen Terminplan kommen. Berkshire - beziehungsweise genauer Iscar Metalworking Cos, seine Tochtergesellschaft - hatte dieses Unternehmen im letzten Jahr für 1 Billion $ übernommen.
Nicht zuletzt wegen des anschwellenden US-Haushaltdefizits hat Buffett verstärkt im Ausland Ausschau gehalten nach Investmentgelegenheiten, die seinen Kriterien entsprechen. Wie wichtig ihm dieses Anliegen ist, beschreibt Frank Betz, ein Partner bei Carret Zane Capital Management mit Berkshire Anteilen: "Wenn Warren Buffett morgens aufsteht, gibt es eine Sache, die ihn beschäftigt. 'Was gibt es dort draußen, das eine attraktive Hinzufügung zu unserem Universum von Tochtergesellschaften sein wird'".
Und das scheint sein ganz persönliches Erfolgsrezept zu sein. Immerhin hat er Berkshire zu einem 150 Milliarden $-Unternehmen aufgebaut, indem er Gesellschaften in den unterschiedlichsten Industrien gekauft hat: von Versicherungen über Energieversorgung und Transportwesen bis hin zu Süßwaren. Sein Hauptaugenmerk gilt dabei Geschäften, die durch die globale Rezession in Mitleidenschaft gezogen worden waren seit der Kreditsperre im letzten Jahr. Resultat: 24,5 Milliarden $ Cash für Berkshire am Ende des zweiten Quartals.
Von der Europa Tour gibt sich Wertheimer ganz begeistert: "Wir hatten wirklich eine wunderbare Tour in Europa und versuchten, Unternehmer zu treffen. Jedes Mal, wenn wir auf Reisen gehen, treffen wir viele interessante Leute. Was dabei herauskommt, ist eine andere Geschichte."
Im vergangenen Jahr ist Warren Buffett mit seiner Berkshire in einen ganz neuen Sektor eingestiegen: mit einem Minderheitsanteil hat er sich eingekauft bei BYD Co., dem chinesischen Hersteller von Elektroautos. Allein dieser Deal hat Berkshire bereits einen Papiergewinn von mehr als 1 Milliarde $ eingebracht. BYD Co. stellt die ersten Plug-in-Hybrid der Welt serienmäßig her. Seine Aktien sind in den vergangenen zwölf Monaten um das Sechsfache gestiegen.
Im Wertpapier-Bereich hat sich Buffett auf Nicht-US Anleihen konzentriert. Bis zum Ende des ersten Quartals hielt Berkshire noch 9,6 Milliarden $ solcher Papiere. Bis zum Ende des zweiten Quartals waren es bereits ungefähr 11,1 Milliarden $.
Hingegen sein Anteil an US-Bundesanleihen und den sogenannten ‚staatlich gesponserten' Unternehmen ging im zweiten Quartal um 5,3% zurück auf ungefähr 2,5 Milliarden $.
Letzten Monat erfuhren wir aus der New York Times Buffetts Einschätzung der Situation, nämlich dass die massiven Beträge "monetärer Medizin", die ins Finanzsystem gepumpt worden sind, eine Bedrohung für die US-Wirtschaft und ihre Währung darstellen würden.
"Ungehemmte Greenback-Emissionen werden sicherlich bewirken, dass die Kaufkraft der Währung schmilzt", sagte Buffett. "Das Schicksal des Dollars liegt beim Kongress."
Jetzt wissen wir, wie er sich und sein Unternehmen schützt und Vorsorge trifft.
Und was tun Sie?

Das Tao des Warren Buffett: Folgen Sie dem besten Anleger der Welt auf dem Weg zum Börsenerfolg!

Der Untergang des Dollar-Imperiums: Die verborgene Geschichte des Geldes und die heimliche Macht des Money Trust
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