
Rogers hat Meinungen über eine riesengroße Palette von Themen, also werden wir geradewegs darin eintauchen:
Zunächst zum Thema der Krise im Allgemeinen. Offensichtlich denkt Rogers, dass die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich in schlechtem Zustand sind und für einige Zeit sein werden. Er vergleicht die gegenwärtige Situation mit derjenigen der 1930-er Jahre. Er sagt: "In den 1930er Jahren hatten wir eine riesige Aktienbörsen-Bubble, die geplatzt ist. Und dann fingen Politiker an, viele Fehler zu machen. Sie wurden protektionistisch. Sie ließen solvente Banken zahlungsunfähige Banken übernehmen, und dann scheiterten schließlich beide Banken. Jetzt machen sie viele derselben Fehler. Was dieses Mal anders ist, ist, dass wir riesige Geldmengen drucken, die sie damals nicht gedruckt haben. Also werden wir dieses Mal eine Inflation haben." Während die gegenwärtige Krise selbst einzigartig ist, trägt sie tatsächlich überall Schattierungen der 1930er Jahre. Von daher konzentriert sich Rogers sehr auf Inflation, und wir werden unten noch darauf zu sprechen kommen.

Rogers mag Landwirtschaft immer noch und denkt, dass sie eine der besten Investitionen unseres Lebens sein wird. Er sagt das unter der Voraussetzung, dass die Welt wächst und somit auch die Anzahl der Mäuler, die ernährt werden müssen. Die wirtschaftliche Entwicklung von Ländern, die vorher keine proteinhaltigen Diäten genossen haben, hat diese Tendenz ebenfalls vorangetrieben. Fügen Sie der Gleichung die Tatsache hinzu, dass das Angebot nicht notwendigerweise wächst, um mit der Nachfrage mitzuhalten, und Sie könnten in der Zukunft eine echte Unausgewogenheit haben. Von daher mag Rogers Landwirtschaft und spezifisch Ackerboden. ... Seine bedeutenden aktiven Investments sind in Agcapita Farmland Investment Partnerships (in Kanada) und Agrifirma Brazil. Seine bullische Haltung hinsichtlich der Landwirtschaft läuft auf eine einfache Unausgewogenheit bei der Gleichung von Angebot und Nachfrage hinaus. Die Warenbestände bei den Nahrungsmitteln befinden sich an jahrzehntelangen Tiefständen, und zwar ohne Mengen von bedeutenden Dürren oder Wetterproblemen. Ganz zu schweigen davon, gibt es eine Knappheit an wirklichen Bauern (ganz zu schweigen von Ackerboden). Laut Rogers ist das der Tatsache zuzuschreiben, dass es in den vergangenen 30 Jahren ein schreckliches Geschäft gewesen ist. ...
Zum Thema von Währungen hat Rogers unterschiedliche Meinungen, weil jede Währung ihre eigene Geschichte hat. Kürzlich hat er gesagt, dass er den chinesischen Renminbi [1 Renminbi Yuan = 0,105002512 Euro] besitzt und er zu seiner Position gern jede Chance hinzufügt, die er bekommt (er erwähnt in diesem Zusammenhang die Schwierigkeiten, die Währung zu kaufen und zu verkaufen, weil das blockiert wird). Obgleich er als US-Staatsangehöriger noch einige US-Dollars besitzt, hat er fast sein ganzes Vermögen in der Währung verkauft und sieht ernste Probleme auf uns zukommen. Seiner Meinung nach zeichnet sich eine Währungskrise ab aufgrund der Geldmengen, die von Regierungen auf der ganzen Welt gedruckt werden. Er sieht den US-Dollar als eine fehlerhafte Währung und denkt, dass es die Quelle der Währungskrise sein könnte. Er erklärt das mit den Worten: "Ich halte es für möglich, dass irgendwo entlang der Linie jemand sagen wird, 'ich werde anfangen, meine (Dollars) zu verkaufen, bevor jeder sonst es tut.' Genau das passiert, wenn Sie eine Währungskrise haben."
Obgleich er sich größtenteils auf den US-Dollar konzentriert hat, hat er häufig bemerkt, dass das britische Pfund ebenfalls bedeutende Probleme haben könnte. Wir fanden es verblüffend, dass Rogers sich bei seinen Auftritten wiederholt auf das mögliche Währungskrisen-Szenario konzentriert hat. Er ist so weit gegangen zu sagen, dass Staatsausfälle [sovereign defaults] nicht gänzlich ausgeschlossen seien. Und er wäre diesbezüglich nicht allein. Kyle Bass, Manager des Risikofonds Hayman Capital stimmt überein und sagt voraus, dass Staatsausfälle die nächste Krise sein würden. Bass ist weithin dafür bekannt, dass er die Eigenheim-Krise vorausgesagt und ansehnlich profitiert hat (zusammen mit John Paulson). Um Behauptungen hinsichtlich des möglichen sovereign default zu unterstützen, hebt Rogers das Vereinigte Königreich 1918 hervor, als es sich von der Weltmacht zu einer Nation verwandelte, die 1970 mit Ausfällen zu kämpfen hatte. Zusätzlich spricht er darüber, wie Island auch bereits in Verzug geraten ist. Er denkt, dass wir zwischen jetzt und 2011 vielleicht mehr Ausfälle erleben könnten. ...
Rogers kommentiert die Handlungen der Regierung wie folgt: "Es ist ein Fehler, was sie tun. Es bringt kurzfristiges Vergnügen, bereitet aber langfristigen Schmerz, weil wir am Ende eine viel höhere Inflation, viel höhere Zinssätze und eine schlechtere Wirtschaft haben werden." Ganz klar vergleicht Rogers das gegenwärtige Szenario damit, dem Opfer einer Schussverletzung ein Wundpflaster zu verpassen und zu sagen, alles sei 'gut'. Kurzfristige Lösungen lösen keine langfristigen Probleme. Er zitiert das mit Beweisen des Rentenmarkts, der bereits zurückzugehen beginnt, und seiner Meinung nach werde das so weitergehen, weil die Regierung einen lächerlich großen Betrag von Obligationen verkauft. Das kann auf einen vereinfachten Begriff reduziert werden: Wenn Regierungen viel Geld drucken, erhält man eine ernsthafte Inflation. Zumindest sieht Rogers es so.
Von daher hat Rogers eine eindringliche Empfehlung, um aus diesem möglichen drohenden Phänomen einen Nutzen zu ziehen: Kaufen Sie Waren. Weil Fiat Money an Wert verliert und die Inflation zunimmt, steigen Anlagen (und zwar Waren) im Wert. Er denkt, dass Waren die Weltwirtschaft aus diesem Schlamassel führen könnten, und selbst wenn das nicht geschieht, werden sie wegen der Inflation immer noch im Wert steigen. In Bezug auf spezifische Waren mag Rogers vor allem Baumwolle, Zucker sowie Silber. ...
Obgleich wir technisch seine Kommentare hinsichtlich Gold und Silber pauschal mit der Warenabteilung abhandeln könnten, verdienen seine Ansichten zu den Edelmetallen doch ihre eigene Abteilung. Insgesamt mag Rogers Gold und hat keine Pläne, seins zu verkaufen. Tatsächlich wäre er bereit, seine Position aufzustocken, sollten sich die richtigen Gelegenheiten ergeben. Er sagt: "Tatsache ist, dass der IWF versucht, von jedem die Erlaubnis zu erhalten, Gold zu verkaufen. Ich weiß nicht, ob es erfolgreich sein wird oder nicht. Aber falls, und wenn der IWF sein Gold tatsächlich verkauft, steuern die Goldpreise vielleicht auf eine Talsohle zu. Wer weiß? Es kann auf 700 $ hinuntergehen. Der IWF hat viel Gold zu verkaufen. Wenn er es tut, hoffe ich, dass ich tapfer genug und klug genug bin, um mehr zu kaufen." Also, er mag Gold. Jedoch mag er Silber zur Zeit sogar mehr, weil es auf einer historischen Basis preiswerter ist, seitdem sich jeder mit Gold eingedeckt und damit den Preis in die Höhe getrieben hat.
Schnell zurück zum Thema Währungen: Wir wissen, dass Rogers auch meint, die Debatte über eine neue internationale Reservewährung sei legitim. Er denkt, dass es diesbezüglich zu Veränderungen kommen werde, und er steht mit diesen Überlegungen nicht allein. Der bekannter Händler Dennis Gartman geht davon aus, dass Gold die nächste Reservewährung wird.
Rogers sagt, dass es für ihn eine Seltenheit sei, nicht viele Short Positionen zu haben, und somit stellt dies bestimmt einen 'seltenen' Zeitraum für ihn dar. Aufgrund seiner Einstellung zu Währungen wie auch aufgrund der Menge an Papiergeld, das Regierungen in die Krise hineinkippen, hat er derzeit kaum irgendwelche Short Positionen. Er denkt, dass eine Währungskrise kurz bevorsteht und Investoren vermeiden sollten, auf dem Markt short zu gehen.
Rogers sagt: "Ich befürchte, sie drucken so viel Geld, dass Aktien auf 20.000 oder 30.000 gehen könnten. Natürlich wäre es in wertlosem Geld, aber es könnte geschehen, und Sie könnten viel Geld verlieren, wenn Sie Short Positionen haben."
Von daher bekämpft Rogers den gegenwärtigen Trend nicht und wird sich schon aussuchen, wo er kämpft und wo nicht. (Beachten Sie, Rogers neigt dazu, die Dinge zu übertreiben, um seine Argumente rüberzubringen, und ich bezweifle ernstlich, dass er es tatsächlich für realistisch hält, dass der Markt diese Zahlen erreicht). Seiner Ansicht nach ist die verlängerte Markterholung nichts anderes als eine Bärenmarkt-Erholung, die kurzfristig weiter angetrieben werden könnte aufgrund des schwächelnden Dollars und der Fed, die die 'Druckpresse' einsetzt und mehr Geld druckt.
Auch wenn Rogers hinsichtlich der Landwirtschaft und den Waren im Allgemeinen bullisch ist, ist er doch ebenfalls bullisch in ausgesuchten Sektoren in Wachstumsmärkten. Spezifisch hat er sich auf Wasseraufbereitung konzentriert. Er ist sich im Klaren für die Wasserprobleme in China und Indien und hat Wassergesellschaften in China gekauft. ... Er sagt, «die Chinesen seien sich ihres Problems bewusst und geben "Hunderte von Milliarden" aus, um ihr landwirtschaftliches Problem zu beheben. Also, seine Wetten über die Wasseraufbereitung und Landwirtschaft sind eng miteinander verknüpft.
Wenn Rogers die Wachstumsmarkt-Nationen miteinander vergleicht, gibt er China vor Indien den Vorzug. Er macht das wegen der Reformen und Veränderung, die Indien benötigt, um vollständig wettbewerbsfähig zu werden. Obgleich er die Engagements mag, die in letzter Zeit aus Indien kommen, muss er Bewegung sehen statt nur Versprechungen darauf, damit es die nächste sehr große Investitionsgelegenheit wird. Speziell im Hinblick auf Indien sagt er jedoch, dass er die Aussichten des Tourismus in dieser Nation mag. Obgleich Rogers China mag, hat er diese Position nicht aufgestockt, seit er damals im Oktober und November letzten Jahres Anteile aufgenommen hat. Stattdessen investiert er Geld in den Commodities.
Wenn wir uns speziell Sri Lanka zuwenden, finden wir heraus, dass Rogers diese Nation als eine Investition wirklich mag, weil es so aussieht, als würde der 30-jährige Krieg schließlich zu einem Ende kommen. Er zitiert viele andere Beispiele von vom Krieg zerrütteten Ländern, die sich nach schwierigen Zeiten erfolgreich entwickelt haben. Rogers hebt hervor, es gibt bedeutende Gelegenheit in Reichweite, und alles, was es braucht, ist harte Arbeit. Er mag Sri Lanka als eine Investition mehr als Indien, Pakistan oder Bangladesch.
Wie Sie sehen können, hat Rogers in vielerlei Hinsicht durchaus seine eigenen Vorstellungen und denkt gern in Makrothemen. Immerhin kommt genau hier auch sein erfolgreicher Hintergrund zum Tragen. Er hat ein Vermögen verdient, als er den Quantum Fund lief mit George Soros, der ähnliche Strategien verwendete. Auch wenn der Fonds jetzt erloschen ist, sind beide noch energische Investoren, und es ist durchaus sinnvoll, ihre Makromethodik im Auge zu behalten.
Zum Schluss, Rogers geht davon aus, dass die Aktienbörse in diesem oder im nächsten Jahr schließlich neue Tiefstände erreichen wird, nachdem der Bärenmarkt endlich nachgibt. Er denkt, dass unsere Probleme größtenteils ungelöst bleiben und wir viel zu tun haben werden, um aus diesem Schlamassel herauszukommen. Er denkt, dass UK potenziell schlechter dran ist als die USA (weil die USA Landwirtschaft haben, auf die sie zurückgreifen können), aber dass das Gesamtbild in jedem Fall noch düster ist. Er denkt, dass der Wechsel nach London 1807 hervorragend war, dass der Wechsel nach New York 1907 hervorragend war und dass der Wechsel nach Asien 2007 die nächste hervorragende Bewegung sein würde. Er sieht klar eine Verschiebung der Macht nach Osten, weil die Wachstumsmärkte (und besonders China) anfangen zu blühen. Er sieht Mandarin als die wichtigste Sprache beim Vorankommen der Welt und hat bereits angefangen, seine Töchter darin zu unterrichten.
Wenn Rogers über die Zukunft der Weltwirtschaft spricht, bezieht er sich auf die Vergangenheit und sagt: "Überall in der Geschichte hat sich das Zentrum der Welt dahin bewegt, wo das Kapital ist, wo das Vermögen ist. Sie sehen keine Periode in der Geschichte, wo sich die Dinge zu den Schuldnern hinbewegen, und Amerika ist das größte Schuldnerland in der Geschichte der Welt. Sofern es dieses Mal nicht völlig anders ist, sofern sich die Welt nicht sehr, sehr drastisch verändert hat, wird sich das Zentrum des Einflusses, das Zentrum der Macht, das Zentrum der Erde, das Zentrum des Erdballs zu Asien hin bewegen, weil es dort ist, wo sich das ganze Geld befindet. Haben Sie jemals irgendjemanden sagen hören, 'Gehen wir dorthin, wo alle Schuldner sind'? So läuft es eben nicht."
Wenn Sie Rogers folgen wollen, dann wetten Sie auf Inflation, Landwirtschaft, Waren, China, und wetten Sie gegen die USA und das Vereinigte Königreich. Mehr dazu und was seiner Meinung nach die besten Investitionsgelegenheiten dort sind, lesen Sie in den beiden Bücher von Rogers: Hot Commodities und dann Investieren in China: So profitieren auch Sie vom größten Markt der Welt.
Hier zum Schluss noch ein Rat von Rogers an Sie: Werden Sie ein Bauer!

Investieren in China: So profitieren auch Sie vom größten Markt der Wlet

Hot Commodities: How Anyone Can Invest Profitably in the World's Best Market
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