
Es wird kaum noch eine Nachrichtensendung ausgestrahlt, ohne dass über die neuesten Anstrengungen der Regierungen überall auf der Welt berichtet würde, aus dem Schlamassel wieder herauszukommen, in den sie sich selbst gebracht haben.
Argentinien und Irland haben gerade Zuteilungen vom IWF erhalten. Andere Länder folgen. Nachdem in der Vergangenheit bereits viel zu viel Geld ausgegeben wurde, wird jetzt noch mehr ausgegeben - in der Hoffnung, dass diese neuerlichen Ausgaben auf wunderbare Art und Weise ein Wirtschaftswachstum in Gang setzen werden. Wir sagen "wunderbar", denn es lässt sich kaum anders erklären. Bei einem Wirtschaftswachstum, das sich aus sparen, investieren und hart arbeiten ergibt, haben wir es mit den logischen Aspekten von 'Ursache und Wirkung' zu tun. Aber wenn wir es jemals mit einem Wirtschaftswachstum zu tun bekommen sollten, das einfach daraus erwächst, dass Geld ausgegeben wird, dann können wir es eigentlich nur in die Kategorien von höherer Gewalt oder vielleicht auch Schwarzer Magie einordnen.
Kaum ein Tag vergeht ohne eine Abrakadabra oder Hokuspokus Ansage. Wenn auch nur ein paar dieser Taktiken auf größeren Wohlstand oder mehr Produktion hinauslaufen - dann wird es ein wahres Wunder sein.
Eine Frage, die bis jetzt nahezu alle Kommentatoren gemieden haben, lautet: Wo ist das Geld hergekommen? Der ‚Mann auf der Straße', wenn wir ihn mal so nennen wollen, hat möglicherweise die Vorstellung, dass die Taschen der Regierung ungeheuer tief seien. Greifen Sie tief genug, und Sie werden jegliche Mittel zu Tage fördern, die Sie brauchen. Aber die nackten Tatsachen sehen ein bisschen anders aus.
In Kriegszeiten kann eine Regierung die Mittel einer kompletten Nation aufstellen. Die Leute glauben, dass sie Kriegsobligationen kaufen, altes Metall sammeln, Rationierungscoupons verwenden, auf Gehaltserhöhungen verzichten und höhere Steuern bezahlen und sich für die Bürgerwehr verpflichten müssen. Besser das als gar nichts; man muss sich nun mal fügen, sagen sich die Leute.
Aber wenn es um den Krieg gegen den Kapitalismus geht, können sie nicht mit derselben ergebenen Unterstützung der Massen rechnen. Die Leute kaufen keine "Kriegsobligationen", damit die Feds die Wall Street oder die Stadt mittels Bailout entlasten können. Sie werden wahrscheinlich keine Margarine essen, nur damit sich die Banker echte Butter auf beiden Seiten ihrer Brote schmieren können. Und sie sind nicht bereit, weniger auszugeben, nur damit die Regierung noch mehr ausgeben kann
.
Anstatt also die ganze Bevölkerung aufzufordern zu leiden, haben sich die Feds - sowohl in Großbritannien als auch in Amerika - ein leichtes Ziel ausgewählt: die Reichen!
In der öffentlichen Meinung sind die 'Reichen' und die 'Banker' untrennbar. Wie 'korrupt' und 'Politiker'. Darüber hinaus waren die Reichen unmittelbar an der Szene des Verbrechens, als die Finanzkrise begann. Die Reichen wurden auf frischer Tat ertappt. Es ist egal, ob der 'reiche' Mann sein Geld mit Herzoperationen verdient hat oder mit dem Verkauf hypothekarisch gesicherter Obligationen. Jede reiche Person wird für schuldig befunden an dem Verbrechen des Jahrhunderts. "Besteuert sie!" schreit die Menge. "Besteuert sie! Besteuern Sie sie!"
Und folglich wird es soweit kommen, dass 'die Reichen' besteuert werden. Das Geld wird ihnen genommen und - nun - den Reichen gegeben werden. Aber dies werden andere reiche Leute sein: Obligationsinhaber - Banker - Insider - Abzocker.
Also was ist denn nun los? Warum erholt sich die Aktienbörse?
Die Stimmung des Marktes ist ziemlich positiv, zumindest soweit wir hören.
Die letzten paar Wochen haben einen Aufwärtstrend an der Wall Street erzeugt. Die Presse meldet "erste Anzeichen einer Erholung." Natürlich muss die Krise einmal enden. Aber es scheint uns viel zu früh. Erinnern Sie sich, dies ist eine Depression, keine Rezession. Es handelt sich nicht um eine Pause in einem sonst gesunden Wirtschaftsmodell. Dieses Mal ist das Modell selbst zahlungsunfähig. Die Amerikaner können sich nicht länger immer tiefer und tiefer verschulden, um riesige Boni für die Wall Street zu finanzieren.
Es ist zu Ende. Finito. Aus. Vorbei.
Es wird Zeit brauchen, um die Industrien, Investitionen und Lebensstile zu zerstören, die von dem alten Modell abhingen. Und es wird sogar noch mehr Zeit brauchen, um neue zu finden.
Die Unternehmensgewinne in den USA werden in diesem Jahr voraussichtlich um 35% unter dem letzten Jahr liegen.
Die Insider scheinen zu begreifen, dass das Spiel zu Ende ist. Sie verkaufen in diese Markterholung - die meisten Insiderverkäufe in zwei Jahren. Wir glauben weiterhin, dass es noch ein harter Kampf werden und nicht aufhören wird, bis es sowohl die Bullen als auch die Bären getötet hat.
Die Bullen werden auf die klassische Weise getötet. Eine starke Markterholung an der Wall Street - oder eine Reihe von geringeren - wird sie dazu bringen zu glauben, dass "das Schlimmste überstanden ist". Sie werden erneut in Aktien einsteigen nach einem 20% oder 30% Kursgewinn - voller Hoffnung all das wiederzuerlangen, was sie im letzten Jahr verloren haben.
Dann wird die Aktienbörse eine neue dramatische Abwärtsbewegung machen.
Das wird wahrscheinlich mehrere Male geschehen - wobei bullische Investoren jedes Mal mit mehr Verlusten zurückbleiben. Schließlich werden die Bullen aufgeben. Sie werden ihre Aktien verkaufen - was die Preise nach unten und die Dividendenerträge nach oben treibt. Bis dann endlich der Boden erreicht wird, wird es die ehemaligen Investoren nicht mehr kümmern.
Dann, schließlich, werden die Bären an der Reihe sein. Aber soweit sind wir noch nicht.
Nein, lieber Leser, die vor uns liegenden Monate werden eine Herausforderung sein. Die Weltwirtschaft erzählt eine Geschichte, die keiner jemals vorher gelesen hat - oder zumindest, die kein unter uns weilendes Lebewesen jemals vorher erlebt hat. Jeden Tag wenden wir die Seite, nur um zu sehen, was gerade geschieht. Wir haben keine Idee, wie sich die Geschichte entwickeln könnte. Es ist alles reine Spekulation.
Und doch, wenn das letzte Kapitel vorgelesen wird, wird uns die Moral der Geschichte wahrscheinlich vertraut vorkommen. Das ist immer so.

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