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Die "Schneekanone" wird zu einer Lawine für uns alle

Von: B. Bonner - 26.05.2009

Illusionen türmen sich auf - früher oder später werden wir mit Sicherheit mit der harten Realität konfrontiert werden.

Wie Schnee in großen Höhen häuft sich das neue Geld der Zentralbanken an. Alle bedeutenden Zentralbanken in der Welt haben ihre Schneekanonen eingeschaltet. Das US Federal Reserve ist bevollmächtigt worden, neues Geld im Wert von 1,75 Billionen $ zu "drucken", um Schatzanweisungen zu kaufen. Die Bank von England hat ihr eigenes Programm - Wert 75 Milliarden Pfund, bis jetzt. Sogar die Schweiz hat Geld gedruckt - soviel, dass ihre M2 Geldmenge um 30% pro Jahr wächst. Und vor zwei Wochen gab die Europäische Zentralbank bekannt, dass sie auch beginnen würde, Geld zu schaffen, um Unternehmensanleihen zu kaufen.

"Quantitative Lockerung" ["Quantitative Easing"] wird es genannt. Zur Auffrischung für Leser, die ein reales Leben und auch noch etwas Besseres zu tun haben: Als QE beschreiben die Zentralbanken das, was im Wesentlichen ein Akt der Fälschung ist. Sie kaufen Obligationen mit Geld, das - elektronisch - speziell zu diesem Zweck geschaffen wurde. Abrakadabra - "Geld" entsteht.

Die Feds haben das Ziel, Liquidität für die Städte und Bauernhöfe zur Verfügung zu stellen. Aber bis jetzt kommt nur ein Tröpfeln herunter. Stattdessen wird diese Liquidität von dem kühlen Wetter in der oberen Reichweite der Finanzbranche eingefroren an Ort und Stelle gehalten. Hunderte von Milliarden kommen von den Zentralbanken herunter, aber dort bleiben sie - und warten auf den Frühling.

Wir stellen uns heute eine einfache Frage: Was wird damit geschehen?

Das Falschgeld der Fed gibt solch eine gute Imitation der echten Sache ab, man kann es nicht auseinanderhalten. Aber das Problem mit dem ganzen Geld liegt darin, dass es ebenso unbeständig und unzuverlässig ist wie eine schlechte Freundin. Eine Minute geht sie einher mit dem Fluss. In der nächsten Minute wird sie dumm und quirlig. Und dann zeigt sie einem die kalte Schulter.

Gemäß der Theorie führt eine Zunahme in der Menge von etwas direkt zu einer Abnahme seines Preises - zumindest wenn andere Dinge konstant bleiben. Trotz der Kreditkrise, des Banken Einfrierens und der wirtschaftlichen Rezession, die M1 Geldmenge in den Vereinigten Staaten steigt tatsächlich um 14% pro Jahr. Und doch halten die Verbraucherpreise nicht Schritt. Der letzte Bericht zeigt, dass sie im Laufe der letzten 60 Tage tatsächlich ein bisschen hinuntergehen.

Es zeigt sich, eine Inflation zu verursachen ist nicht so leicht, wie es aussieht; sie zu kontrollieren wird wahrscheinlich noch schwieriger sein. Es ist nicht genug, die Menge des Geldes zu verwalten; Sie müssen auch im Stande sein, sein Verhalten zu kontrollieren. Geld kann ein Festkörper, eine Flüssigkeit oder Benzin sein, abhängig von der Temperatur der Wirtschaft. Bei normalen Temperaturen läuft Geld frei und bewässert die Wirtschaft. Und wenn die Sache wirklich heiß wird, verdampft es und kreiert gasartige Luftblasen wie diejenigen der späten Bubble-Periode. Aber wenn die Temperatur fällt, schaudert das Geld in den Brieftaschen und auf den Bankkonten - widerwillig, nach draußen in die Kälte zu gehen. Wirtschaftswissenschaftler beziehen sich auf die "Umlaufgeschwindigkeit des Geldes" ['velocity of money'], um die vergrößernden Auswirkungen der Bewegung zu beschreiben. Wenn dieselbe Dollarnote an demselben Tag an drei unterschiedlichen Orten erscheint, ist es, als ob die Geldmenge dreifach multipliziert worden wäre. Bei einem Einfrieren kommt es andererseits zu einem völligen Stillstand.

Wann das Tauwetter kommen wird, wissen wir nicht. Aber die Behörden sind bereit dafür. Wenn die Verbraucherpreise zu steigen beginnen, werden sie aufhören zur Geldmenge hinzuzufügen. Dann werden sie, je nach Bedarf, Liquidität zurückziehen, um sie unter Kontrolle zu behalten.

Sie wissen, dass eine galoppierende Inflation Probleme verursachen würde - zum Beispiel den Zusammenbruch des Dollars und des US-Schatzanweisungsmarktes. Beim ersten Anzeichen einer Inflation werden sie sich folglich schnell bewegen, um Überliquidität vom System zu entfernen. Wie? Ihr Notplan ist einfach genug. Jetzt kaufen sie Obligationen. Wenn ihre Inflationsziele erreicht werden, werden sie beginnen sie zu verkaufen.

Wir dachten, dass die Bubble-Epoche der Gipfel des Blabla und der Illusionen war. Aber wir befinden uns nur in den Vorgebirgen. Die Feds geben jetzt vor, die Wirtschaft mittels Bailout zu entlasten, indem sie Geld an Gesellschaften geben, die vorgeben, betroffen zu sein, geführt von Leuten, die vorgeben zu wissen, was sie tun. Und wenn sie knapp an Geld werden, schaffen sie mehr davon, geben vor, dass es echt sei - und geben vor, dass sie ihm erzählen können, was es tun soll.

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird das Geld seine eigenen Ansichten haben. Erstens werden die Märkte reagieren, und die Behörden nicht. Sie werden sich an ihre eigenen Kritiken der japanischen und der Roosevelt-Zeitalter-Geldpolitik erinnern. In beiden Fällen haben die Zentralbanken ihrer Meinung nach die Bowleschale zu früh entfernt - bevor die Party wirklich in Schwung kam. In beiden Fällen wurde die Erholung abgeschnitten.

Dann, während sie zögern, wird sich das Geld gegen sie richten. Die Inflationsrate wird weiter steigen. Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wird an Fahrt gewinnen. Und Investoren - einschließlich ausländischer Regierungen - werden eifrige Verkäufer der Staatsschuld werden. Plötzlich wird es zu spät sein. Um die Geldinflation zu entfernen, die sie vorher hinzugefügt haben, werden die Zentralbanken Obligationen verkaufen müssen - anstatt sie zu kaufen - in dem Versuch, erneut Geld von der Wirtschaft zu absorbieren. Das zusätzliche Cash würde dann zurück in die Zentralbanken verschwinden. Aber um die Inflation unter Kontrolle zu bringen, müssen sich die größten Obligationskäufer der Welt in die größten Verkäufer der Welt verwandeln. Die Obligationspreise, die bereits fielen, als die Investoren das Schlimmste befürchteten, werden sofort zusammenbrechen. Eine Lawine von Dollars wird den Weltmarkt überrollen - weil Dollarhalter überall auf der Welt verzweifelt versuchen werden sie loszuwerden.

Wir wissen nicht, an welchem Tag es geschehen wird.

Aber eine Gewissheit haben wir: auf den Frühling folgt auch wieder ein Sommer ...

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