
„Was ist die beste Art und Weise zu leben? Wie groß ist Gott? In welcher Beziehung stehen begrenzte Wesen zum Unendlichen? Was war Gottes Zielsetzung beim Erschaffen des Weltalls? Wie können wir behilflich sein? Diese zeitlosen Fragen können Leute heute inspirieren, genau wie sie Leute über all die Zeitalter hinweg inspiriert und die menschliche Seele mit der Philosophie und mit der Liebe zur Weisheit verbunden haben.“
- Sir John Templeton
Sir John Templeton – Milliardär und zum Ritter geschlagener Investmentfonds Magnat, Urvater des Konzepts der Investmentfonds
Templeton wurde 1912 in Winchester, Tennessee geboren. Schon 1937 begab er sich in die Wall Street und startete dort seine Karriere und profilierte er sich immer mehr im Bereich der Auswahl einzelner Aktien.
Der Standard Rat für Aktienkäufe lautet: "Kauf niedrig, verkaufe hoch". Unterbewertete Aktien zu kaufen, dieses Prinzip kennen wir von der Value Strategie. Aber Templeton trieb diese Strategie zum Äußersten. Er wählte Nationen, Industrien und Gesellschaften aus, die allerniedrigste "Punkte des maximalen Pessimismus" erreichten, wie er es nannte. Als 1939 der Krieg in Europa begann, lieh er sich Geld, um 100 Aktien in jeder von insgesamt 104 Gesellschaften zu kaufen, die für 1 $ pro Aktie oder weniger verkauft wurden. Darunter befanden sich auch 34 Gesellschaften, die kurz vor dem Bankrott standen. Nur vier dieser Unternehmen erwiesen sich als wertlos. Die guten Aktien behielt er durchschnittlich vier Jahre lang, um dann vier Jahre später mit einem guten Profit in der Tasche dazustehen.
Wir verdanken es zum großen Teil Templeton, dass Aktien gebündelt in einem einzigen Wertpapier gehandelt werden können, den sogenannten Investmentfonds.
1954 gründete er den Templeton Growth Fund, der sich als einer der – am Anlagevermögen gemessen – erfolgreichsten Investmentfonds der Welt erwies, und vervierfachte binnen Kurzem sein Vermögen. In den Sechzigern zog Templeton nach Lyford Cay, Nassau, also auf die damals noch zu Großbritannien gehörigen Bahamas. Im selben Jahr (1968) gab er seinen amerikanischen Pass ab und wurde ‚naturalisiert‘, d.h. ihm als ausländischem Mitbürger wurden die britischen Staatsbürgerrechte verliehen.
Zudem machte sich Templeton einen Namen mit seiner 1,5 Milliarden Dollar schweren John Templeton Foundation, die alljährlich mit 1,3 Millionen Dollar dotierte Preise vergibt an Menschen mit außergewöhnlichen Beiträgen zur Menschheit. Die Preisverleihung findet jeweils im Buckingham-Palast in London statt. Die Gewinner waren unter anderen: Mutter Theresa (1973), Billy Graham (1982), Alexander Solschenizyn (1983), George Fielden MacLeod und Carl Friedrich von Weizsäcker (1989). Der diesjährige Preisträger ist Francisco José Ayala.
„Die Foundation verfügt über mindestens 800 Millionen Dollar, von denen sie jährlich 40 Millionen in wissenschaftliche Projekte investiert, um »Kraft und Potenzial des menschlichen Geistes« erforschen und entdecken zu lassen“, lesen wir bei ZEIT ONLINE.
1987 wurde Templeton für sein humanitäres Werk zum Ritter geschlagen – eine seltene Auszeichnung in der Finanzbranche.
Trotz seines religiösen und karikativen Engagements blieb Templeton Zeit seines Lebens ein leidenschaftlicher Investor.
Wie J. P. Morgan zu sagen pflegte: „Der Mann, der hinsichtlich der USA ein Baissespekulant ist, wird letztendlich bankrott gehen.” Sir John Templeton lebte die Umkehrung dieser These, denn er war ein Vollblut-Optimist.
Und sich das zu bewahren ist wohl die wahre Kunst – angesichts all der Schwierigkeiten, mit denen wir heutzutage zu tun haben, seien es nur die kriselnden Weltwährungen wie Dollar und Euro, die Defizite, die zunehmende Inflation, Terrorismus, von Menschen produzierte Katastrophen wie das Deepwater Horizon und Naturkatastrophen wie Erdbeben, Tsunamis und Hurrikans.
Lernen wir von Sir John Templeton, wie wir uns Wohlstand aufbauen mit Risiken, Schnäppchen und Steuerstundung.
Hier folgen die fünf Regeln, die uns Sir John Templeton für unsere finanzielle Unabhängigkeit ans Herz legt mit seiner in fast einem ganzen Jahrhundert gesammelten Erfahrung:
Strategie Nr. 1: Gehen Sie kalkulierte Risiken ein.
John Templeton ist in seiner Anfangszeit bedeutende Risiken eingegangen in seinem Unternehmen und bei seinen Investitionen.
Als er noch das College besuchte, hat er mit Begeisterung gepokert.
Im Jahre 1939, als er seinen ersten Schritt an die Börse wagte, hat er sich 10.000 $ von seinem Boss geliehen, um auf die 104 Aktien zu wetten, die an der NYSE für unter einem Dollar zu kaufen waren. Ein hoher Prozentsatz dieser Firmen stand kurz vor dem Bankrott, was Templeton aber nicht abschreckte, denn er ging davon aus, dass sie sich im Laufe der Kriegswirtschaft wieder erholen würden. (Wie Sie sehen zahlt es sich aus, einen korrekten “Makro” Gesichtspunkt der Welt zu haben).
Vier Jahre später hatte er all diese Aktien verkauft, seine Schulden zurückgezahlt und einen netten 40.000 $ Profit eingestrichen.
Bereits 1940 eröffnete er seine eigene Fondsverwaltungs-Gesellschaft.
So hat er seine ersten Erfahrungen gemacht und seinen Weg zum Erfolg begonnen.
Strategie Nr. 2: Sparen Sie, geben Sie nichts aus.
Templeton hatte starke Prinzipien und lebte äußerst diszipliniert. Das half ihm, in seinem Leben seine hohen Standards im Hinblick auf eiserne Sparsamkeit und harte Arbeit beizubehalten und trotz seiner anfänglichen Armut im Leben voranzukommen.
Bei ihrer Heirat setzten er und seine Frau sich das Ziel, 50% ihres Einkommens zu sparen. Er vermied Konsumentenschulden. Ihr erstes Zuhause kaufte und bezahlte Templeton in der Tat in bar. Er behielt seine “sparsame” Haltung sein ganzes Leben lang bei. Viel später dann, als er schon auf den Bahamas lebte, fuhr er zwar einen Rolls Royce, gab jedoch zu verstehen, dass er ihn gebraucht gekauft hätte!
Er arbeitet immer hart, 60 Stunden die Woche. Sicherlich hätte er sich bestens verstanden mit Jean Paul Getty, dessen Motto lautete: „Mache zuerst Dein Geld, dann denke darüber nach, wie Du es ausgibst“.
Strategie Nr. 3: Schauen Sie sich um nach werthaltigen Investitionen.
Templeton folgt der fundamentalen “Schnäppchenjäger” Haltung beim Investieren. „Die langfristige Sicht erfordert Geduld”.
Sein Templeton Growth Fund, den er 50 Jahre lang lief, bevor er ihn an die Franklin Gruppe übergab, hielt Aktien durchschnittlich sechs bis sieben Jahre lang. Er suchte auf der ganzen Welt immer nach Gesellschaften, die neben niedrigen Preise eine exzellente langfristige Aussicht zu bieten hatten. „Es ist nicht leicht, aber wenn Sie die besten Schnäppchen machen wollen, schauen Sie in mehr als nur eine Industrie und schauen Sie in mehr als nur eine Nation“, erklärt er.
Templetons Fähigkeiten als Fondsmanager zeigen sich unter anderem daran, dass der Templeton Growth Fund mehr als 50 Jahre lang - auf Jahresbasis umgerechnet - einen durchschnittlichen Ertrag von 14% erzielt hat, weit mehr als die Börsenindizes aufzuweisen hatten.
Templeton lehnt den Aktienhandel nach der “technischen” Methode ab. „Sie müssen ein Fundamentalist (siehe Fundamentalanalyse) sein, um wirklich erfolgreich in dem Markt zu sein“, sagt er. Und in der Tat: Die besten Techniker machen die profitabelsten Geschäfte bei Gesellschaften mit soliden Grundlagen im Hinblick auf Umsätze und Einkünfte.
Strategie Nr. 4: Machen Sie sich die internationalen freien Märkte zunutze.
Templeton war der festen Überzeugung, die freie Marktwirtschaft sei für einen Investor unabdingbar, wenn er sich entscheiden muss, ob er das Risiko eingehen will, in Übersee zu investieren oder nicht.
„Vermeiden Sie es, in Ländern mit einem hohen Grad an Sozialismus oder staatlicher Business-Regulierung zu investieren“, sagt er. „Businesswachstum hängt ab von einem starken System des freien Unternehmertums“. Templeton verstand sich als Anhänger der Wirtschaftswissenschaftler der freien Marktwirtschaft wie Ludwig von Mises, Friedrich Hayek und Milton Friedman. „Regierungen sollten damit aufhören, sich in das einzumischen, was Leute tun wollen“.
Templeton machte 1936 eine Weltreise und war betroffen von der Armut in Indien und Hong Kong. Als er diese Orte 40 Jahre später erneute bereiste, stellte er einen scharfen Kontrast fest. "Der Lebensstandard in Hong Kong hat sich in 40 Jahren um mehr als das Zehnfache vervielfältigt“, sagte er, „während sich der Lebensstandard in Kalkutta so gut wie gar nicht verbessert hat. Der wesentliche Unterschied liegt zwischen freier Marktwirtschaft und Sozialismus. Die indische Regierung reguliert nahezu alles, also gibt es nur sehr wenig Fortschritt; wohingegen die Regierung in Hong Kong ihre Hände davon lässt“.
Beachten Sie: Seit Templeton dies im Jahre 1976 schrieb, verändern sich die Dinge schnell. Indien verfolgt schließlich eine Markt-freundliche Politik; konsequenterweise erleben all jene, die in Indien investieren, eine der heißesten Aktienbörsen, die es heutzutage gibt.
Strategie Nr. 5: Minimieren Sie Ihre Steuern.
1960 traf Templeton eine kontroverse Entscheidung. Er beschloss, seine U.S. Staatsangehörigkeit aufzugeben und auf die Bahamas zu gehen, wo es keine Einkommenssteuer oder Investmentsteuer gibt. Er wurde britischer Staatsbürger, und – seit 1973, als Großbritannien die Bahamas in die Unabhängigkeit entlassen hat - bahamischer Staatsbürger. Und er lebt steuerfrei (die Bahamas beziehen ihre Einkünfte aus hohen Importzöllen und Körperschafts-/Trust-Gebühren).
Es wird Sie als steuergeplagten Investor nicht weiter überraschen, dass sich Templetons Investmentleistungen verbesserten, nachdem er sich über die steuerlichen Konsequenzen seiner Investmententscheidungen nicht länger sorgen musste. Als Ergebnis steuerfreier Aufzinsung war Sir John Templeton seitdem mehrere Milliarden Dollar wert und einer der wohlhabendsten Männer seiner Zeit.
Templeton empfahl jedoch nicht, dass Amerikaner seinem Beispiel folgen und ihre jeweilige Staatsangehörigkeit aufgeben und zu einer Steueroase wie den Bahamas wechseln sollten (es ist heutzutage für einen Amerikaner auch nahezu unmöglich, bahamischer Staatsbürger zu werden). Templeton empfahl stattdessen eindringlich, dass Investoren jegliche Steuerstundungsvehikel wie beispielsweise Betriebsrentensysteme oder steuerfreie Sparkonten zur privaten Altersvorsorge voll ausschöpfen sollten.
Wir hoffen, dass Ihnen vielleicht der eine oder andere Aspekt der Strategien dieser Investmentlegende als Anregung dienen wird.
Gutes Investieren!

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