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Seien Sie smart: Verwenden Sie Sensationsnachrichten als entgegengesetzten Indikator

Von: A. Bold - 02.06.2010

Sensationsnachrichten sind letztlich nichts anderes als eine gigantische Propagandamasche.

Heutzutage geht es bei dieser Art Nachrichten weniger um Tatsachen und Ereignisse als darum, die Einschaltquoten beziehungsweise die Absatzzahlen in die Höhe zu treiben. Sex, Crime und Katastrophen beherrschen die Schlagzeilen, denn es gilt, trotz einer wahren Informationsflut immer noch die Aufmerksamkeit  der Zuschauer oder Leser zu fesseln – für wahr kein leichtes Kunststück.

Bei allem Verständnis für die Probleme der Redakteure und Herausgeber leidet darunter jedoch der Informationsgehalt. Wenn Sie sich also wirklich informieren wollen über das, was in der Welt vor sich geht, sind Sensationsberichte mit Sicherheit keine geeignete Quelle. Dennoch können auch solche reißerischen Sensationsmeldungen interessant für Sie sein, dann nämlich, wenn Sie sie für Ihre Zwecke zu nutzen wissen.

Denn diese Meldungen können Ihnen Hinweise darauf liefern, wogegen Sie mit einigen Erfolgsaussichten wetten und damit dann viel Geld verdienen können: Wenn nämlich die Nachrichten von einer Geschichte geradezu besessen sind, stehen die Chancen recht gut, dass es sich für Sie bezahlt machen wird, auf die entgegengesetzte Seite des Handels zu wetten.

Dieses Prinzip können Sie es beispielsweise immer wieder bei drohenden Naturkatastrophen beobachten. Die Medien ergehen sich in den wüstesten Spekulationen, was alles passieren würde, falls ...

In den USA ließ es sich ganz klassisch beobachten anlässlich des vermeintlichen Orkans Ernesto, ein Naturphänomen im Sommer 2006, das sich den Medien als Nachfolger des Hurrikans Katrina vom August 2005 in geradezu perfekter Art und Weise anzubieten schien. Schließlich brauchten die Medien nach einem Jahr seit Katrina dringend wieder irgendeine Art von Tragödie. Sämtliche Nachrichten beschäftigten sich daraufhin zwei Wochen lang mit nichts anderem als den kleinen orange-farbenen, roten und gelben Kreisen auf dem Radar, und wie nahe sie an die Bohrtürme im Golf von Mexiko herangekommen waren. Das worst case-Szenario wurde seitens der Nachrichtenmoderatoren geradezu herbeigefürchtet. Bei spiegel online hieß es:  "Ernesto" jetzt Hurrikan der Stufe 1 – New Orleans zittert“. Letzten Endes entpuppte sich der vermeintliche Orkan dann jedoch als harmlose Sommerdusche.

Der für Börsenmakler und Investoren gleichermaßen interessant zu beobachtende Effekt war der rasante Anstieg der Ölpreise im Zuge dieses ganzen Medienrummels und der anschließende Zusammenbruch der Preise, als schließlich Entwarnung verkündet wurde.

Diejenigen unter den Händlern, die sich den Medienrummel zunutze gemacht und ihre Handels- und Preisstrategie entsprechend ausgerichtet haben, schwammen daraufhin in Profiten.

Fazit

Sie können mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Aktienbörse ein von den Medien angekündigtes drohendes Unheil bereits in den Kursen umgesetzt hat, bevor der Sturm im Blätterwald verebbt ist.

Insofern können Sensationsmeldungen zum Zwecke der Information sicherlich vernachlässigt werden, als Anregung für Trading Ideen und beim Verfolgen einer Contrarian Strategie jedoch von unschätzbarem Wert sein.

Gutes Trading!


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