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Für Contrarians hier die besten Gelegenheiten

Von: A. Bold - 15.12.2009
Reinhard Dachlauer: Bulle & Bär, Bronzeskulpturen auf dem Börsenplatz als Symbol für die steigenden und fallenden Aktienkurse - Eva K. / Wikipedia

Reinhard Dachlauer: Bulle & Bär, Bronzeskulpturen auf dem Börsenplatz als Symbol für die steigenden und fallenden Aktienkurse - Eva K. / Wikipedia


- Gold, Silber, Banken und Co. -


Als Contrarian wollen Sie gegen die vorherrschenden Marktströmungen gehen, um dann antizyklisch zu traden.

Ein richtiges Timing vorausgesetzt, bieten sich Ihnen logischerweise die allerbesten Gelegenheiten, wenn Sie bei Ihren Trades jeweils genau die Extreme zu fassen bekommen. Wenn Sie sehen, dass alle Trader bullisch gestimmt sind und sich auf der long Seite des Marktes einkuscheln, wissen Sie, dass Sie besser bärisch optieren und auf die short Seite des Marktes wetten müssen, um wirklich Gewinne einzufahren. Und umgekehrt genau so, sobald sich die Mehrzahl der Trader auf der short Seite einnisten, ist es Zeit für Sie, auf der long Seite aktiv zu werden.

Wie schaut das nun konkret aus?

Silber

Beim Silber finden sich derzeit viel mehr bullische als bärische Wetten.

Folglich sollten Sie Silber verkaufen, nicht kaufen.

Finanzindustrie

Bei den Aktien der Finanzindustrie überwiegt die bärische Seite, die Investoren finden sich auf der short Seite ein. Die bullische Seite mit den long Positionen ist dagegen dünn besetzt.

Folglich sollten Contrarians Bankaktien kaufen, nicht verkaufen.

Optionsmarkt

Der Optionsmarkt hat eine viel größere spekulative Bandbreite aufzuweisen als der Aktienmarkt, folglich bietet er phantastisches Material, um das Sentiment zu messen.

Zudem handelt es sich bei diesem Markt um ein Nullsummenspiel, was heißt, es geht nicht wirklich etwas verloren, denn der Gewinn des einen Traders ist automatisch der Verlust eines anderen Traders. Wer die Bären und wer die Bullen sind, ist also eine sehr eindeutige Angelegenheit.

Zunächst sollten Sie herausfinden, welche Seite des Trades derzeit attraktiv ist. Dazu vergleichen wir die Preise der beiden Optionen.

Auf der einen Seite haben wir Kaufoptionen (Call Options). Hier wetten die Trader auf steigende Preise.

Auf der anderen Seite haben wir die Verkaufsoptionen (Put Options), bei denen die Trader auf fallende Preise wetten.

Wenn die Kaufoptionen teurer sind als die Verkaufsoptionen, wissen Sie, dass es für die bullische Seite eine stärkere Nachfrage gibt als für die Verkaufsoptionen, die bärische Seite.

Die Optionen der Finanzindustrie sollen uns hier als Beispiel dienen, genauer gesagt der IYF, also der iShares Dow Jones US Financial (ETF), ein börsengehandelter Investmentfonds für die großen Banken und Makler. (Die Preise sind vom Börsenschluss am letzten Donnerstag.)

Wette Kosten IYF steigt 10% bis März 0,80 $ IYF fällt 10% bis März 1,25 $

Die Wette auf die bärische Option ist um mehr als 50% teurer als die Wette auf die bullische Option. Das bedeutet, die Wette auf die bärische Option ist bei Optionstradern viel beliebter als die Wette auf die bullische Seite.

Jetzt schauen wir uns dieses Prinzip an für Silber, stellvertretend den Silberfonds, den iShares Silver Trust (ETF) (SLV):

Wette Kosten SLV steigt 10% bis April 0,92 $ SLV fällt 10% bis April 0,67 $

Wie Sie sehen können, erfreut sich beim Silber - anders als bei den Banken - die bullische Seite einer größeren Beliebtheit als die bärische Option. Die Bullen zahlen hier aufgrund ihrer Überzahl annähernd 40% mehr als die Bären.

Lassen Sie uns dieses Exempel jetzt wiederholen mit anderen ETFs, nämlich für den S&P, für Gold, öl, Immobilien, chinesische und russische Aktien sowie Goldaktien.

Ein Vergleich der Basispreise für die Optionen um 10% über und unter dem Tagespreis, Fälligkeit zwischen Februar 2010 und April 2010:

Die mit Abstand interessantesten Ergebnisse finden sich beim S&P 500 und beim Gold. Beim Börsenschluss vergangenen Donnerstag hat es sich zufälligerweise nun gerade so ergeben, dass die SPY (S&P 500 Fonds) und GLD (der größte Goldfonds) bei Börsenschluss beide denselben Aktienpreis aufzuweisen hatten, nämlich 111 $.

Ganz anders sah es hingegen bei den Optionspreisen aus, deren Fälligkeit im März lag:

Sowohl GLD als auch die SPY werden zu 111 $ gehandelt, bei den Optionen bietet sich folgendes Bild:

  • GLD Kaufoption von 120 $: 3,09 $
  • SPY Kaufoption von 120 $: 1,25 $
  • GLD Verkaufsoption von 100 $: 2,08 $
  • SPY Verkaufsoption von 100 $: 2,30 $

Wie Sie sehen, ist die GLD Kaufoption beinahe dreimal teurer als die SPY-Kaufoption. Bei den Verkaufsoptionen verhält es sich hingegen umgekehrt, hier sind die SPY teurer als GLD.

Wie Sie folglich sehen, ist bei den Optionshändlern Gold derzeit viel beliebter als der S&P 500. Bei beiden Investments gibt es also eindeutige Überhänge zu jeweils einer Seite. Ihr Job als contrarian Investor ist es jetzt, Ihre eigene Auswertung zu machen und Ihre Trades entsprechend zu arrangieren.

Gutes Trading!


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Handeln mit Futures und Optionen. Grundlagen - Strategien - Chancen


Eine weitere Empfehlung:

Optionen und Futures verstehen: Grundlagen und neue Entwicklungen: Grundlagen und neuere Entwicklungen



Bildquelle:
Reinhard Dachlauer: Bulle & Bär, Bronzeskulpturen auf dem Börsenplatz als Symbol für die steigenden und fallenden Aktienkurse - Eva K. / Wikipedia


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