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Ein altes Geheimnis der Wall Street

Von: A. Bold - 22.09.2009

An der Wall Street gibt es ein Geheimnis, das den Unterschied ausmachen kann zu erfolgreichem profitablen Trading und zu erfolglosem verlustreichen Trading.

Viele Trader und Investoren haben einen Drang zu geradezu heldenhaftem Übermut an sich. Sie sind voller Zuversicht in ihre Fähigkeit, Anlagen korrekt zu beurteilen und das Investor-Sentiment realistisch einzuschätzen. Übermütig geworden steigen sie ein in einen außer Kontrolle geratenen Markt und wetten auf Preise, die sich in die entgegengesetzte Richtung bewegen.

Sicherlich ist das eine aufregende Art zu traden und kann für gehörige Bewegung des Adrenalinspiegels sorgen. In jedem Fall birgt das eine Menge Risiken.

Das mussten Ende 1999 viele Trader schmerzhaft erfahren. Die Technologie-Aktien waren fünf Jahre lag in die Höhe geschossen, viele Gesellschaften wurden zu ihrem 100- oder 200-fachen Ertrag gehandelt und das Sentiment hat sich überwältigend zu einer Seite verlagert. Es war durchaus eine extreme Situation.

Unter einem Extrem verstehen wir, wenn sich die Mehrheit der Marktteilnehmer stark nach einer Seite des Marktes neigt. Beispielsweise könnte eine wild optimistische Euphorie bezüglich einer bestimmten Anlage um sich greifen. Oder aber es könnte sich bei einem Großteil der Marktteilnehmer die Haltung durchsetzen, dass der Kauf einer Anlage nahezu unerträglich erscheint.

Bei einer derart massiven Neigung des Marktes zu einer bestimmten Seite entsteht eine Bubble mit einem anschließenden Gummiband-Effekt: Das Gummiband wird extrem stark gedehnt und dann - schnapp! Es schnappt zurück - die Preise bewegen sich mit rasanter Geschwindigkeit.

Jeder erfahrene Trader weiß, dass im Zuge einer solchen eindeutigen scharfen Bewegung der Kurse in einer bestimmten Richtung bald der Gummiband-Effekt eintreten muss. Und er stellt sich darauf ein.

Der unerfahrene oder einfach zu übermütige Trader trifft zwar die richtige Entscheidung, nur leider zu früh. Denn sehen Sie:



Das Chart zeigt ganz deutlich, der Nasdaq war besonders im vierten Quartal 1999 überbewertet. Wer sich zu diesem Zeitpunkt (die rote Markierung) auf Short Selling eingelassen hatte mit der Idee, die Aktie jetzt noch teuer zu verkaufen, denn er könnte sie dann ja später günstiger einkaufen und somit einen netten Profit machen, konnte erleben, dass das böse ins Auge ging. Denn siehe da: Die verrückt gemachte öffentlichkeit trieb den Index im Laufe der kommenden Monate noch weiter nach oben, um sage und schreibe 30%. Um den Leerverkauf abzudecken, musste er jetzt ein dickes tiefrotes Minus einkassieren.

Wenn Sie sich jetzt den blauen Kreis anschauen: An diesem Punkt fing der Markt an, sich "in Richtung Vernunft" zu bewegen: die Zeit war reif und die überreife Bubble platzte.

Alle Bären hatten jetzt ihre Bestätigung. Und somit wird dieses Phänomen des Marktes auch "Preisbestätigung" genannt.

Fazit

Kluge, erfahrene Trader haben gelernt, dass sich der Markt von vernünftigen Werten so weit entfernen kann, dass den Folgen mit reiner Logik nicht mehr beizukommen ist. Und jede voreilige Entscheidung kann fatale Auswirkungen haben.

Folglich warten sie entweder diese Preisbestätigung ab oder sie warten darauf, dass der Preis einen gleitenden Kursdurchschnitt durchbricht. In jedem Fall werden sie ihr Geld nicht verfrüht in Trading Spekulationen und Thesen investieren.

Worum es geht, ist folgendes: Lassen Sie den Markt sich selbst erschöpfen, bevor sie einsteigen! Wenn Sie das beherzigen, haben Sie die wichtigste Lektion des erfolgreichen Trading gelernt.

Gutes Trading!

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