
Aufregend – es ist soweit. Sie haben endlich ein Sümmchen zusammen bekommen, um sich ganz unmittelbar auf die Welt des Investments einlassen zu können.
Aber halt! Bevor Sie sich kopfüber in die Welt der Aktien und Obligationen stürzen, gibt es einige Dinge, die Sie berücksichtigen sollten.
Als Kapitalanleger Neuling wissen Sie anfänglich nur eins mit Gewissheit: Ihnen steht nur eine begrenzte Menge an Kapital zur Verfügung, das Sie bedenkenlos einsetzen können. Jetzt stellen sich Ihnen genau zwei Fragen:
Sie werden vermutlich sehr bald auf alle möglichen weiteren Fragen und Entscheidungspunkte stoßen. An dieser Stelle wollen wir Sie durch die ersten Schritte geleiten, um als Investor zu beginnen, und Ihnen zeigen, wie Sie Ihre Gewinne maximieren, indem Sie Ihre Kosten minimieren.
Dem unerfahrenen Kapitalanleger mag das Investieren einfach genug erscheinen - alles, dass Sie tun müssen, ist, zu einer Broker-Firma zu gehen und ein Konto zu eröffnen, stimmt’s?
Was Sie jedoch vielleicht nicht wissen, ist, dass sämtliche Finanzeinrichtungen Mindesteinlage-Voraussetzungen haben. Mit anderen Worten, sie werden Ihren Antrag auf Kontoeröffnung nicht akzeptieren, es sei denn, Sie hinterlegen eine bestimmte Geldmenge. Mit einer so geringen Summe wie 1.000 $ wird es Ihnen bei einigen Unternehmen nicht möglich sein, ein Konto zu eröffnen.
Aktien
Börsenmakler gibt es in zwei Varianten: Full-Service Broker und Discount Broker. Wie der Name schon sagt, bietet ein Full-Service Makler viel mehr Service, aber er befasst sich nur mit Kunden mit einem höheren Reinvermögen. Sie werden bei ihm häufig Kontenvolumen von 50.000 $ und mehr vorfinden.
Wenn Sie jedoch nur über ein Startkapital von 1.000 $ verfügen, bleibt Ihnen noch die Option eines Discount Brokers.
Discount Broker, oder auf gut deutsch Diskontmakler, verlangen erheblich niedrigere Gebühren, allerdings Händchenhalten und aufmerksame Betreuung dürfen Sie hier nicht erwarten. Die Gebühren sind niedrig, weil Sie selbst verantwortlich sind für sämtliche Investment Entscheidungen. Sollten Sie einmal eine Fehlentscheidung treffen, müssen Sie sich an ihre eigene Nase fassen. Und bei den angestrebten goldenen Entscheidungen, die Sie hoffentlich auch treffen werden, dürfen Sie sich dann auch auf die eigene Schulter klopfen.
Sollten Sie Unsicherheiten oder Fragen haben, dürfen Sie allerdings kaum erwarten, auf Ihre Fragen eine Antwort oder Beratung zu erhalten. Der Vergleich mit einem Supermarkt ist da nicht von der Hand zu weisen.
Mit 1.000 $ befinden Sie sich genau an der Schwelle hinsichtlich der Mindesteinlage. Es wird einige Diskontmakler geben, die Sie nehmen werden, und andere, die es nicht tun. Somit werden Sie die Preise vergleichen müssen.
Sie könnten Aktien auch direkt von einer Gesellschaft kaufen, und zwar über Direkte Aktienkauf-Pläne (DSPPs). Eine Reihe von Unternehmen wie beispielsweise Walt Disney bieten solche direkten Aktienkauf-Pläne an. Aber einige dieser Pläne machen es zur Bedingung, dass mindestens 100 $ bis 500 $ angelegt werden müssen.
Seit dem Aufkommen des Online Trading gibt es eine Reihe von Diskontmaklern ohne (oder mit sehr niedrigen) Mindesteinlage-Beschränkungen. Eine der populärsten Online Trading Sites ist http://www.comdirect.de. Sie werden jedoch mit anderen Beschränkungen konfrontiert und höhere Gebühren für bestimmte Arten von Trades erleben. Das ist etwas, das ein Investor mit einem 1.000 $ Startguthaben in Betracht ziehen sollte, falls er oder sie in Aktien investieren will. (Um mehr über Aktien zu lernen, sehen Sie unsere Anleitung Aktien Grundwissen.)
Investmentfonds und Obligationen
Wenn Sie gern in Investmentfonds oder Obligationen investieren würden, ist das hinsichtlich der Mindesteinlage-Beträge einfacher. Beide können Sie über Maklerfirmen kaufen, wo ähnliche Depot-Regeln wie für Aktien gelten. Investmentfonds können auch durch Ihre lokale Bank gekauft werden, häufig für weniger als 1.000 $, wenn Sie schon eine Geschäftsverbindung zu der Bank unterhalten.
Wenn Sie Bundesanleihen kaufen wollen, können Sie das gebührenfrei direkt über die Regierung durch Die Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH erledigen. Ausführliches Informationsmaterial für jeden Anlegertyp erhalten Sie unter diesem Link: http://www.deutsche-finanzagentur.de/de/finanzagentur/informationsmaterial/broschueren/.
Für die Bundesobligationen bzw. -anleihen benötigen Sie zunächst ein Schuldbuchkonto. In diesem Konto werden, ähnlich einem Bankdepot, sämtliche von Ihnen erworbenen Bundeswertpapiere verwahrt. Die Verwaltung, die übrigens vollkommen kostenlos ist, können Sie einfach, bequem und sicher von zu Hause aus per Internet, Telefon oder per Post handhaben.
Falls Sie noch kein Schuldbuchkonto besitzen, können Sie es in wenigen Schritten eröffnen.
Dann können Sie die aktuelle Bundesobligation jederzeit gebührenfrei erwerben; per Überweisung oder im Lastschriftverfahren. Mehr dazu erfahren Sie unter diesem Link: http://www.bundeswertpapiere.de/de/bundesobligationen/bundesobligationen-kaufen/.
Bei den Bundesschatzbriefen wird zwischen zwei Varianten unterschieden wie folgt:
Typ A
Bei Typ A lassen Sie sich auf sechs Jahre Laufzeit und jährliche Zinsausschüttung ein.
Typ B
Typ B ist der so genannte "Zinssammler". Zinsen und Tilgungsleistung werden erst am Ende der Laufzeit von sieben Jahren in einer Summe ausgezahlt. Mehr darüber erfahren Sie unter diesem Link: http://www.bundeswertpapiere.de/de/bundesschatzbriefe/funktionsweise/.
Provisionen
Bevor Sie ein Investmentkonto eröffnen, müssen Sie auch die Kosten bedenken, die für Kaufinvestitionen auf Sie zukommen werden, sobald das Konto eröffnet ist. In den meisten Fällen wird es Sie jedes Mal, wenn Sie ein Investment kaufen, Geld kosten (in Form von Provisionen). Angesichts Ihres begrenzten Finanzvolumens von 1.000 $ können diese Transaktionsgebühren wirklich hart zu Buche schlagen.
Das Investieren in Aktien kann sehr kostspielig sein, wenn Sie ständig traden, besonders, wenn Ihnen zum Investieren nur eine minimale Geldmenge zur Verfügung steht. Jedes Mal, wenn Sie Aktien traden - entweder kaufen oder verkaufen -, kommt eine Handelsgebühr [trading fee] auf Sie zu. Die Handelsgebühren betragen für einige Trades nur jeweils 10 $ pro Trade, aber für einige Diskontmakler können sie durchaus auch 30 $ betragen. Erinnern Sie sich, ein Trade ist ein Auftrag, Anteile an einer Gesellschaft zu kaufen - wenn Sie fünf verschiedene Aktien zur gleichen Zeit kaufen wollen, wird dies als fünf getrennte Trades angesehen, und Ihnen wird jeder einzelne davon berechnet.
Stellen Sie sich jetzt vor, dass Sie sich entscheiden, die Aktien jener fünf Gesellschaften mit Ihren 1.000 $ zu kaufen. Um das zu tun, werden Ihnen 50 $ Trading Kosten zufallen, entsprechend 5% auf Ihre 1.000 $. Wenn Sie die 1.000 $ vollständig investieren sollten, würde Ihr Konto auf 950 $ nach Abzug der Trading Kosten reduziert. Das bedeutet einen 5%-igen Verlust, bevor Ihre Investitionen auch nur eine Chance haben, einen Cent zu verdienen!
Wenn Sie diese fünf Aktien verkaufen sollten, würden aufs Neue die Kosten für diese Trades auf Sie zukommen, die weitere 50 $ ausmachen würden. Um diese fünf Aktien durchzuhandeln bzw. den Round Trip (Kauf und Verkauf) mit ihnen zu machen, würde es Sie 100 $ kosten oder 10% Ihres anfänglichen Depot-Betrags von 1.000 $. Wenn Ihre Investitionen nicht genug einbringen, um diese Kosten abzudecken, haben Sie schon durch das bloße Eingehen und Verlassen von Positionen Geld verloren.
Investmentfonds-Gebühren
Es gibt viele Gebühren, die auf einen Investor zukommen, wenn er in Investmentfonds investiert. Eine der wichtigsten Gebühren, auf die er sich konzentrieren sollte, ist der Verwaltungskostensatz (MER), den das Management-Team jedes Jahr in Rechnung stellen wird. Die Höhe des MER ist abhängig von dem Volumen der Anlage in dem Fonds. Je höher der MER, desto schlechter ist es für die Investoren des Fonds. Es hört dort nicht auf: Sie werden auch mehrere Abschlussgebühren - sogenannte Loads - sehen, wenn Sie Investmentfonds kaufen.
In Bezug auf den beginnenden Kapitalanleger sind die Investmentfonds-Gebühren tatsächlich ein Vorteil hinsichtlich der Provisionen auf Aktien. Der Grund dafür ist, dass die Gebühren dieselben sind, unabhängig von dem Betrag, den Sie investieren. So lange Sie also die minimale Voraussetzung haben, um ein Konto zu eröffnen, können Sie so wenig wie 50 $ oder 100 $ pro Monat in einem Investmentfonds investieren. Der Begriff dafür wird Dollardurchschnittskostenmethode (DCA) genannt. Dies ist gegebenenfalls ein großartiger Weg für Sie, um mit dem Investieren anzufangen.
Diversifikation ist die einzige Chance, beim Investieren Geld zu sparen.
Wenn Sie gleich in eine ganze Auswahl von Anlagen investieren, verringern Sie das Risiko, dass möglicherweise die schlechte Performance einer einzelnen Investition ernsthaft dem Gewinn Ihrer gesamten Investition schadet. Umgangssprachlich ausgedrückt könnten Sie sagen: "Legen Sie nicht alle Ihre Eier in einen Korb".
Falls Sie sich wirklich entschließen zu diversifizieren, müssen Sie damit rechnen, dass dies bei den Aktien Investments schwierig werden könnte. Denn wie vorher im Zusammenhang mit den Provisionen bereits erwähnt, können die Kosten für das Investieren in eine große Anzahl von Aktien für den Wertpapierbestand schädlich sein. Bei einem Depot von 1.000 $ ist es nahezu unmöglich, ein gut diversifiziertes Portfolio zu haben, also seien Sie sich darüber im Klaren, dass Sie sich zunächst möglicherweise damit werden begnügen müssen, nur in eine oder zwei Gesellschaften (höchstens) zu investieren. Das wird natürlich Ihr Risiko vergrößern.
An genau diesem Punkt kommt der hauptsächliche Vorteil von Investmentfonds ins Spiel: Investmentfonds halten in der Regel eine große Anzahl von Aktien und anderen Investitionen innerhalb des Fonds, wodurch der Fonds natürlich diversifizierter ist als eine einzelne Aktie.
Ein kleiner Schritt für Ihre Gegenwart, ein großer Schritt für Ihre Zukunft
Es ist durchaus möglich zu investieren, auch wenn Ihnen anfänglich nur ein geringer Geldbetrag zur Verfügung steht. Es ist tatsächlich komplizierter als einfach nur die richtige Investition auszusuchen (ein Kunststück, das in sich selbst schwierig genug ist) und Sie müssen sich der Beschränkungen bewusst sein, denen Sie sich als neuer Kapitalanleger gegenübersehen.
Sie werden Ihre Hausaufgaben machen müssen, um die Mindesteinlage-Voraussetzungen herauszufinden und dann die Provisionen verschiedener Makler zu vergleichen. Möglicherweise werden Sie nicht imstande sein, individuelle Aktien rentabel zu kaufen und dann auch noch mit einem geringen Geldbetrag diversifiziert zu sein. In Anbetracht dieser Beschränkungen lohnt es sich wahrscheinlich, Ihre Investmentreise mit Investmentfonds zu beginnen.
Jedoch, wie alle Aspekte des Investierens, liegt es an Ihnen, Recherchen zu betreiben und die Strategie auszutüfteln, die am besten zu Ihnen passt.

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