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Die zehn grundlegenden Strategien, um ein erfolgreicher Investor zu werden

Von: A. Bold - 26.09.2012
Rheintonne-rot - Wualex / Wikipedia

Rheintonne-rot - Wualex / Wikipedia


"Niemals auf der Grundlage von Hoffnung handeln oder investieren."
Martin Pring


Aller Anfang ist schwer – das gilt auch und besonders beim Investieren. Und die Komplexität des Marktes macht es auch nicht gerade leichter.

Verunsicherung kann zur Lähmung führen. Das kann den ungeübten Investor dann soweit bringen, dass er zwar viel gelesen, sich aber nie an den Punkt herangewagt hat, wo er auch tatsächlich etwas unternommen hat mit seinem Geld. Und letztlich sollte das Ziel doch sein, sein Geld für sich „arbeiten“ zu lassen.

In solchen Situationen ist es überaus hilfreich, ein paar grundlegende stabile Orientierungspunkte und Strategien zur Hand zu haben, um durch das Dickicht der Komplexitäten hindurch zu finden. Auf die Art verlieren Sie angesichts und trotz dieser Unwägbarkeiten das Ziel nicht aus den Augen und die behalten Nase vorn.

Und diese stabile Orientierungspunkte und Investment-Strategien stellen wir Ihnen hier vor:


Die zehn grundlegenden Strategien


1.        Gehen Sie nicht für das „schnelle Geld“

Das „schnelle Geld“, der Geldregen über Nacht, ist ein Wunschtraum. Und sollten Ihnen andere Versprechungen gemacht werden wie „Verdoppeln Sie Ihr Geld in einem Monat“, dann seien Sie in jedem Fall skeptisch. Zwar mag eine Verdoppelung in dem einen oder anderen Fall möglich sein, nur handelt es sich bei solchen Anlagen dann um überaus riskante Investments. Denn grundsätzlich gilt: Je höher der mögliche Gewinn, desto größer auch das Risiko, das damit einher geht. Und ausgerechnet in der Lern- und Orientierungsphase ist es nicht empfehlenswert, hohe Risiken einzugehen. Sie könnten sich dann am Ende mit einem leeren Portemonnaie wiederfinden.

2.        Beginnen Sie in kleinen Schritten

Machen Sie sich als Anfänger an der Börse darauf gefasst, dass Sie mit Sicherheit ein gewisses Maß an „Lehrgeld“ werden zahlen müssen. Lehrgeld bedeutete früher, dass für die Ausbildung eines Lehrlings an den Lehrherrn eine gewisse Summe Geld gezahlt werden musste. Hier ist es jedoch in der Bedeutung gemeint, dass der Anfänger aufgrund von Nichtwissen und Unerfahrenheit bei seinen ersten Investitionen Fehler machen wird, die ihn auch Geld kosten werden. Doch wenn Sie Ihre Investitionen besonders in der Anfangszeit niedrig halten, bis Sie mehr Sicherheit erlangt haben, dann können Sie auf die Art Ihr persönliches Lehrgeld so gering wie möglich halten.

3.        Lassen Sie die Hände weg von Dingen, die Sie nicht verstehen.

Lassen Sie sich auf keinen Fall auf Geldanlagen ein, von denen Sie nichts verstehen. Denn nur Ihr Verstehen bietet Ihnen die Kontrollmöglichkeit, die Sie benötigen, um sämtliche Risiken und Gewinnchancen korrekt einschätzen zu können.

Einen Denkansatz dazu hat Warren Buffett folgendermaßen auf den Punkt gebracht:  „Die erste Regel [nach Benjamin Grahams Grundregeln] ist, Aktien einfach als Unternehmen zu betrachten, was einen völlig anderen Blickwinkel vermittelt, als ihn die meisten Leute im Markt haben.“ Damit erklärt sich auch sein Geschäftsprinzip: „Investiere nur in eine Aktie, deren Geschäft Du auch verstehst.“

Sie können sich selbst einem Test unterziehen, indem Sie sich zwei Fragen stellen:

  1. „Bin ich in der Lage präzise zu formulieren, inwiefern diese Aktie (dieses Unternehmen) mir Gewinne beschert?“
  2. „Welche Risiken birgt diese Aktie (dieses Unternehmen)?“

Wenn Sie diese Fragen nicht zufriedenstellend beantworten können, sind Sie noch nicht bereit für diese Aktie (dieses Unternehmen) und sollten vorerst noch die Finger davon lassen. Vielleicht können Sie mit weiterem Studium Ihre Unsicherheiten bereinigen, ansonsten lassen Sie diese Anlagemöglichkeit einfach aus.

4. Wieviel Gewinn ist heutzutage ein guter Gewinn?

Die Zeiten ändern sich und mit ihnen auch die Gewinnmargen, die als realistisch erachtet werden können. Bei 5 % hätten Sie sich vor einem Jahrzehnt noch kopfschüttelnd abgewendet. Doch heutzutage bedeuten 5 % schon viel Geld für eine sichere Anlage.

Um diesen Wert korrekt einschätzen zu können, halten Sie sich einmal vor Augen, dass Banken Ihnen für Ihr Geld in diesen Tagen annähernd 0 % Zinsen zahlen. Und wenn Sie sich entschließen, Ihr Geld für zehn Jahre – schon das ein Zeitraum, den heutzutage aufgrund der Geschwindigkeit unseres High Tech Zeitalters niemand mehr überschauen kann - wegzugeben, erhalten Sie noch nicht einmal 2 % dafür.

5. Wo sollten Sie jetzt investieren?

Dies ist vor allem eine Frage Ihres Alters. Je älter Sie sind, desto stärker rückt das mit dem Investment einhergehende Risiko ins Visier und desto mehr sollten Sie auf Sicherheit bedacht sein. Dies aus dem ganz einfachen Grund, dass Ihnen weniger Zeit bleibt, um mögliche Verluste im Laufe der Zeit wieder aufzufangen.

Wenn Sie noch unter 50 sind, können Sie naturgemäß viel langfristiger planen, und sollten sich intensiv mit Grundbesitz und der Aktienbörse beschäftigen und alles dazu studieren, was Sie in die Hände bekommen können, natürlich einschließlich des Know-hows über die auf dem Markt und an der Börse wichtigen Werkzeuge.

6. Fokussieren Sie sich nicht auf ein einziges Investment

Investieren Sie nicht Ihre gesamten Ersparnisse in eine einzige Kapitalanlage. Mit anderen Worten: „Legen Sie nicht alle Ihre Eier in einen Korb“. Denn wenn mit diesem einen Korb etwas geschieht, sind logischerweise alle Ihre Eier weg. Das ist das Konzept hinter der Portfolio- oder Vermögensstrukturierung. Diese Investitionsstrategie hilft Ihnen, Risiko und Belohnung auszubalancieren, indem sie die Vermögenswerte eines Portfolios aufteilt gemäß Ihren Absichten, Ihrer Risikotoleranz und Ihrem Investitionshorizont.

Eine echte Alternative zu einzelnen Aktien sind Fonds, die gleich einen ganzen Haufen Anlagepapiere beinhalten, wie beispielsweise die börsengehandelten Indexfonds (auch ETF – Exchange Traded Funds), die wie Aktien permanent an der Börse gehandelt werden. Dieses Instrument bietet Ihnen den Vorteil der Flexibilität einer Aktie kombiniert mit der Risikostreuung eines Investmentfonds. Mit diesem und ähnlichen Instrumenten verschaffen Sie sich gleich einen ganzen „Korb“ mit Aktien.

7. Beachten Sie die simplen Grundregeln von Angebot und Nachfrage.

Für den Kauf und Verkauf von Aktien haben Sie hier eine ganz simple Grundregel:

VERKAUFEN Sie eine Investition dann, wenn sie teuer ist und jeder sie haben will. Und KAUFEN Sie eine Investition, wenn niemand sonst sie haben will. Diese simple Regel ergibt sich aus der Natur der Sache, dass Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen.

Doch es gibt noch einen weiteren Gesichtspunkt, der diese Regel von Angebot und Nachfrage etwas verfeinert:

8. Kämpfen Sie nicht gegen den Trend an.

An dieser Stelle müssen Sie die Aktie, die Sie ins Auge gefasst haben, sorgsam beobachten, denn für ein erfolgreiches Investment ist das Timing sehr wichtig. Wie wir Ihnen in unserem Artikel 12 zeitlose Regeln des Investierens schon sagten:

„Wenn bei Flut das Wasser steigt, steigen mit ihr alle Schiffe. Das gilt auch umgekehrt: Wenn Ebbe angesagt ist, verlieren alle Schiffe an Höhe. Halten Sie also die Tide (das Steigen und Fallen des Wassers im Ablauf der Gezeiten) im Auge, nicht die Schiffe.“

So sollten Sie in keinem Fall eine Aktie kaufen, die unten an ihrer Talsohle angelangt ist. Denn an diesem Punkt können Sie nicht absehen, ob sie dort bleiben wird, d.h. wertlos wird, oder ob der Kurs einen erneuten Aufschwung erfährt. Sie befinden sich hier also auf rein spekulativem Boden. Aufgrund dieses Risikos wird eine solche Situation auch „fallendes Messer“ genannt – Sie können sich allzu leicht schneiden, wenn Sie danach greifen.

Um dieses Risiko zu umschiffen, müssen Sie die Kunst erlernen, eine Aktie erst an dem Punkt zu kaufen, wenn ihr Kurs wieder anfängt zu steigen. Wenn Sie dieses Timing beachten, sind Sie halbwegs auf der sicheren Seite.

9. Halten Sie Ihre Verluste in Grenzen.

Zu diesem Zweck bietet Ihnen die Börse ein äußerst nützliches Werkzeug, mit dessen Hilfe Sie Profite laufen lassen können, während gleichzeitig Verluste begrenzt werden. Dieses Werkzeug nennt sich Trailing Stop oder Schlepp-Stopp.

Dieser Trailing Stop ist Ihre Ausstiegsstrategie, die Ihnen hilft, noch gerade rechtzeitig den Absprung aus einem drohenden Verlust zu schaffen, bevor er Sie ruiniert. Betrachten Sie es als ein Werkzeug zur Disziplinierung Ihres eigenen Wunschdenkens, denn eine der größten Gefahren an der Börse ist die Hoffnung, es wird schon noch gut gehen. Und gleichzeitig stellen Sie auf diese Art sicher, dass sich der Wert Ihres Wertpapierbestandes ständig vergrößert.

10. Wenn Sie zweifeln, Hände weg.

Sie haben ein nahezu untrügliches Signal, das Sie jedes Mal warnt, wenn Sie die Hände von einer Investition lassen sollten: Ihr eigener Zweifel.

Wenn immer Sie zweifeln, ob eine geplante Investition wirklich richtig ist, lassen Sie es bleiben. Ihr Zweifel sagt Ihnen, dass Sie ganz offensichtlich noch nicht über ausreichend Wissen und Fakten verfügen, um in der Lage zu sein, mit absoluter Sicherheit eine Entscheidung zu treffen. Also studieren und lernen Sie, um sich diese Gewissheit zu erarbeiten. Wenn Sie diesen Rat beherzigen, können Sie Ihr „Lehrgeld“ in Grenzen halten.


Fazit

Mit diesen zehn Strategien haben Sie die Orientierungshilfen, die Ihnen durch die Gezeiten von Märkten und Kursen hindurch helfen werden, damit Sie sicher am anderen Ufer, Ihrem Ziel, ankommen.

Das oberste Gebot ist in jedem Fall, lernen Sie so viel es geht über die Märkte und das Investieren. Was immer Sie in Ihre eigene Ausbildung investieren ist das beste Investment, das Sie überhaupt machen können, denn es begleitet Sie Ihr Leben lang. Zusammen mit den Erfahrungen, die Sie dann im Laufe Ihrer Aktivitäten sammeln werden, haben Sie dann das notwendige Rüstzeug, um wirklich erfolgreich sein!

Gutes Investieren!



Unser Buchtipp zu diesem Thema:

Warren Buffett: Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie


Eine weitere Empfehlung:

Die Templeton-Methode: Die Strategie der Investmentlegende, mit der sie jeden Markt schlagen


Eine weitere Empfehlung:

Die Formeln der Erfolgreichsten 2: George Soros, Jim Rogers und Co. Strategien der größten Finanzgenies der Welt




Bildquelle:
Rheintonne-rot - Wualex / Wikipedia.de


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